Alvin Lee

Still On The Road To Freedom

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.09.2012
Jahr: 2012
Stil: Blues, Folk, Rock

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Alvin Lee Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Alvin Lee
Still On The Road To Freedom, Repertoire Records, 2012
Alvin LeeVocals, Electric and Acoustic Guitars, Harmonica, Electric Bass, Backing Vocals, Keyboards, Drums
Richard NewmanDrums
Pete PritchardDouble Bass, Electric Bass
Tim HinkleyKeyboards
Alvar BruneBacking Vocals
Alexander WolfeKeyboards
Trevor MoraisDrums
ian WallaceDrums
Produziert von: Alvin Lee Länge: 43 Min 04 Sek Medium: CD
01. Still On The Road To Freedom08. Song Of The Red Rock Mountain
02. Listen To Your Radio Station09. Nice & Easy
03. Midnight Creeper10. Back In 69
04. Save My Stuff11. Down Line Rock
05. I'm A Lucky Man12. Rock You
06. Walk On, Walk Tall13. Love Like A Man
07. Blues Got Me So Bad

Ich muss schon sagen, ich kann mir ein diebisches Grinsen nicht verkneifen, wenn Alvin Lee gleich im ersten Song seines neuen Albums ein paar seiner Trademark-Gitarren-Licks aus dem Handgelenk schleudert. Auch wenn es mittlerweile - und auch damals schon - weit flinkere Gitarreros gab, bekommt man doch einen Eindruck davon, warum der Brite einst als Flitzefinger und "schnellster Gitarrist der Welt" bezeichnet wurde. Das ist über 40 Jahre her, Woodstock war das Festival, bei dem Alvin und seine Band TEN YEARS AFTER schlagartig weltweit bekannt wurden, vor allem natürlich durch den Film und dieser Killerversion von I'm Going Home.
Die Band ist heutzutage wieder/immer noch unterwegs, aber auch wenn Joe Gooch mittlerweile etliche Jahre der Frontmann ist, bleibt TYA doch immer verbunden mit dem Namen Alvin Lee.
Im Booklet erläutert er noch mal seinen Entschluss, damals dem "big business" zu entsagen und seiner eigenen Wege zu gehen. "On The Road To Freedom" (Albumtitel) begab er sich 1973 und jetzt ist er immer "Still On The Road To Freedom". Die Wege etwas ausgelatscht, wie man sieht, aber der Mann schreitet immer noch voran. Diese Freiheit bescherte ihm mehr als die doppelte Anzahl Lieder zur Auswahl für dieses Album und entsprechend vielfältig wurde es dadurch letztlich.

Der bereits erwähnte Titelsong plätschert im besten spätsechziger Folk-Stil dahin, mit den typischen Gitarreneinwürfen Lees. Klingt zunächst etwas lahm, macht aber mit der Zeit immer mehr Spaß.
Listen To Your Radio Station hat einen mehr bluesigen Ansatz, also noch typischer Alvin, wenn mich auch das etwas zu modern-groovende Schlagzeug etwas stört. Besser kommt da schon Midnight Creeper. Herrliche Orgel von Tim Hinkley und einnehmender Groove vom Rest der Band. Erinnert mich ein bisschen an das 1979er Werk "Ride On", besonders an den Song It's A Gaz. Liegt sicher auch an dem vertrauten Gesang.
Und weiter im Blues, den Alvin so lieb gewonnen hat. Save My Stuff kommt als 12-taktiger Harmonika-Boogie. Ohne in einen Geschwindigkeitsrausch zu verfallen, schnauft der Song munter über die Landstraße und lässt den Hörer vergnügt mitschaukeln.
Wer es etwas flotter mag, der dürfte an der Nashville-50's-Rockabilly-Nummer I'm A Lucky Man seine Freude haben. Hier verweist Alvin auf seine ganz frühen Rock'n'Roll-Wurzeln und man fühlt sich wirklich wie zu Elvis' Zeiten. Einem "roten Faden" innerhalb dieses Albums ist dies nicht unbedingt zuträglich, aber es geht ja schließlich um "Freiheit". Das Gitarrenspiel Alvins ist wie gewohnt von allererster Sahne, ohne dass es übertreibt oder irgendwas zu beweisen sucht.

Entsprechend leistet er es sich auch, sich einfach zurückzulehnen, auf der Veranda die Akustische unter den Arm zu klemmen und eine locker-flockige Nummer wie Walk On, Walk Tall vom Stapel zu lassen.
Und wenn wir schon dabei sind, dann folgt mit Blues Got Me So Bad eine weitere Akustiknummer. Nur jetzt wieder im Blues-Boogie beheimatet. Auch das macht Spaß und könnte der perfekte Background für die BBQ-Fete sein.
Nach dem, weiterhin akustischen, Instrumental-Intermezzo Song Of The Red Rock, folgt ein herrlicher Country-Rock-Schunkler namens Nice & Easy, bei dem mir lediglich der Effekt im Gesang nicht ganz so behagt. Die Musik macht das überwiegend wett und verbreitet weiterhin eine entspannte Stimmung.
Bei aller Freiheit zieht es Alvin Lee doch mit Back In 69 in die Woodstock-Zeiten zurück. Allerdings kein "Heimkehr"-Speed-Rock, sondern ein satter Bo-Diddley-Beat transportiert diesen Titel, der auch mal leicht funky wird. Die Licks wirft Lee mal so nebenbei zwischen die Zeilen. Auch hier ohne große "Lautmalerei".
Spaß macht es mir trotzdem, ihm zuzuhören und nach ein paar Durchläufen machen die abwechselnden Stile richtig Spaß.
Da kommt Rock You, kurz vor Schluss, auch nochmal etwas funkig angehaucht, bevor eine "Update-Version" vom TYA-Klassiker Love Like A Man das Album beschließt. Solche Klassiker neu einzuspielen und an ihnen Veränderungen vorzunehmen, ist meist ein Fehler. Auch hier bin ich zunächst irritiert, wenn der Song vom Blues mehr Richtung straighter Rock geleitet wird. Das Original ist dadurch nicht zu schlagen, aber man kann hier trotzdem unbeschadet mitgrooven und sich an Alvin Lees Gitarre freuen.
Was dann im Endeffekt auf das ganze Album zutrifft. Ach ja: Nicht zu früh abschalten, dann folgt nach dem letzten Song nach einer Weile noch eine kleine Zugabe.

Epi Schmidt, 02.09.2012

 

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