Alan Wilson

The Blind Owl

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.03.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues′n′Boogie

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Alan Wilson Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Alan Wilson
The Blind Owl, Severn Records, 2013
Alan WilsonVocals, Rhythm and Bottleneck Guitar, Harmonica
Henry VestineLead Guitar
Harvey MandelLead Guitar
Larry TaylorBass
Tony de la BarredaBass
Adolfo de la ParraDrums & Percussion
Frank CookDrums
Dr. JohnPiano
Produziert von: Skip Taylor and Adolfo de la Parra Länge: 77 Min 51 Sek Medium: CD
Disc 1:
01. On The Road Again07. Get Off My Back
02. Help Me08. Time Was
03. An Owl Song09. Do Not Enter
04. Going Up The Country10. Shake It And Break It
05. My Mistake11. Nebulosity/Rollin' & Tumblin'/Five Owls
06. Change My Ways
Disc 2:
01. Alan's Intro06. Pulling Hair Blues
02. My Time Ain't Long07. Mean Old World
03. Skat08. Human Condition
04. London Blues09. Childhood's End
05. Poor Moon

Mit "The Blind Owl" erfährt Alan Wilson eine späte, aber umso verdientere Würdigung. Klar, das ist nicht die erste, denn es gab sowohl in schriftlicher, wie auch in akustischer Form zuvor schon Tributbezeugungen. Schließlich handelt es sich hier um den Mann, ohne den es die Truppe von Blues-Verrückten namens CANNED HEAT nicht gegeben hätte und ohne den uns Hits wie On The Road Again nie zu Ohren gekommen wären. Ja, nicht nur für meine Ohren, ist Going Up The Country der Song, der am engsten mit dem legendären Woodstock-Festival verbunden ist. Kein einziges Mal hab ich diesen Song gehört, ohne dass die friedlichen Bilder aus dem Anfang des Filmes vor meinen Augen aufgetaucht sind. Dabei war die Band weder in der Ursprungs-Kinofassung, noch auf dem Soundtrack vertreten.
Hier also nun dieses Doppelalbum, auf dem Ex-Manager Skip Taylor und Immer-noch-Drummer Adolfo "Fito" de la Parra 20 Songs liebevoll zusammengestellt, mit einem schönen Booklet und die einzelnen Titel mit informativen Liner-Notes versehen haben.

Mitnichten handelt es sich hier - wie man leicht vermuten könnte - um Outtakes oder privates Geschrammel von Alan, sondern es sind alles Albumtitel, die fast komplett aus seiner Feder stammen und sein Klasse demonstrieren. Und es ist Klasse! Sobald in das indische Zirpen von On The Road Again die Band einsteigt, offenbart sich auch 40 Jahre später noch die Magie dieses Songs. Und das liegt in erster Linie an Alans Blues-Harp und an seinem Gesang, der so nah am Stil der frühen Blues-Leute, wie Son House und Robert Johnson, war, wie man es sich nur vorstellen kann. Wenige weiße Sänger haben das erreicht und es unterstreicht, wie sehr Alan Wilson den Blues geliebt hat.
Unterstreichen tun das natürlich auch alle folgenden Titel. Der Hooker-mäßige Boogie Help Me ebenso, wie der Jump-Blues An Owl Song, mit Bläser-Unterstützung und jeder Menge Swing.
Der Beginn von Going Up The Counrty, mit seiner charakteristischen Querflöte, löst immer noch eine kleine Gänsehaut auf meinem Rücken aus. Schlichtweg grandios!
Wilson war so ein Fachmann, auf dem Gebiet des Blues, dass sowohl puristische Titel, wie My Mistake, als auch aufwendiger produzierte Nummern, wie das forsche Change My Ways, einfach Spaß machen und einfach mitreißen. Das liegt natürlich auch daran, dass man sich meist an Wahlspruch von Bob "The Bear" Hite hielt: "Don't forget to boogie!"

Es fällt leicht, über Alan Wilson zu lächeln, wenn man sich die eher desorientierte, bebrillte Gestalt betrachtet, und sich nicht die Mühe macht, seine musikalischen Beiträge genauer anzuhören. Meist ist es seine nahezu unnachahmlich gespielte Blues-Harp, die für das gewisse Etwas in den Songs sorgt, aber auch seine Slide-Gitarre und sein Gesang sind ebenso außergewöhnlich wie tragend in der Musik von CANNED HEAT.
Auch ohne große Worte, zeigt die Band z.B. in Skat, was sie drauf hatte und wie sie ihr Publikum mit Groove und kleinen Soli begeistern konnte.
Mir gefällt es immer dann am besten, wenn es Richtung "Roots" geht, wie im London Blues, wenn Alan das Thema vorgibt und die Band einsteigt und sich hörbar an ihm orientiert. Viel geprobt wurde nie bei THE HEAT, man wollte die Frische und das Ursprüngliche erhalten. Dass das praktisch immer geklappt hat, davon kann man sich überzeugen. Meine weiteren Favoriten auf der zweiten Scheibe, sind der Country-Blues Mean Old World - herrlich wieder, der Gesang von Alan! -, das 60's-R&B-mäßige My Time Ain't Long und der psychedelische Abschluss Childhood's End.
Am 3. September 1970 verstarb Alan Wilson. Severn Records bringt ihn wieder einmal auf sehr schöne Weise in Erinnerung.

Epi Schmidt, 21.03.2013

 

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