Al "Coffee" McDaniel

Sole Music

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.01.2011
Jahr: 2010
Stil: Soul

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Al "Coffee" McDaniel Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Al "Coffee" McDaniel
Sole Music, CPA Records, 2010
Al "Coffee" McDanielVocals, Guitars, Bass, Strike Drums
Sam SchneidersKeys & Strings
John "Dash" Dixonkeys & Strings
Produziert von: Al "Coffee" McDaniel Länge: 47 Min 03 Sek Medium: CD
01. I've Got A Woman07. Close To You
02. Papa Got A New Bag08. Mr. Pitiful
03. Oh Jeannie09. If It Don't Work Out
04. Never Can Say Goodbye10. Oh Mary Ann
05. Keep On Doing It11. Never Can
06. Me & Mrs. Jones12. I've Got

Der amerikanische Musiker Al "Coffee" McDaniel führt das "Coffee" möglicherweise wegen einer Vorliebe für dieses Getränk, vielleicht auch wegen seiner dunklen Hautfarbe, im Namen, aber irgendwie passt es auch zu seiner Musik. Wie guter Kaffee, schwarz, ausgereift, ausgewogen, voller Geschmack, so geht einem diese Mischung aus Blues, Soul, auch mal etwas Funk, Pop und Gospelanklänge, über die Zunge und legt sich direkt auf die Seele.
Das würde vielleicht auch den Titel erklären. Da wo ich für gewöhnlich in Urlaub bin, bedeutet das "Sonne" oder auch mal "Salz", aber ich geh bei "Sole Music" doch eher von etwas aus, was der "Seele" des Menschen gut tut.
Und das tut dieses Album. Seit Langem ist Al McDaniel für seinen gefühlvollen Ansatz bekannt und der bestimmt auch diese Songs, welche "in memory of Michael Jackson aufgenommen wurden.
Der Einstieg erfolgt allerdings mit einem anderen Klassiker: Ray Charles' I've Got A Woman. Der R&B-Evergreen kommt als schwungvoll perlender Shuffle und bringt einen umgehend in beste Stimmung. Wirklich ganz klasse gemacht! Sehr souliger Gesang und punktgenau eingestreute Blues-Gitarren-Licks im Stile von B.B. King.
Der Eröffnungsakkord von Papa Got A New Bag erinnert an Prince's Kiss, woran man nur wieder sehen kann, dass auch der gern bei den Altmeistern geklaut hat. Der Song ist natürlich von James Brown und sprüht entsprechend vor Funk und R&B-Groove. Dürfte auch heute noch jede Tanzfläche füllen.

Das er durchaus auch eigene Songs schreiben kann hat Al oft genug bewiesen und tut das hier mit Oh Jeannie, welches akustisch ausgerichtet ist und in den Bereich Soul-Ballade fällt. Lässt sich bestimmt auch gut zum Kaffee hören.
Von Michael Jackson stammt dann Never Can Say Goodbye und auch wenn mir permanent die Originalversion und somit die Stimme Michaels im Kopf herumschwirrt, muss ich Al McDaniel doch ein gutes Händchen bei dieser Pop-Soul Umsetzung zugestehen.
Barry White war - zugegeben - nie mein Ding. Aber dessen Erfolg spricht für ihn, vor allem bei den Frauen. Bei denen kommt der tiefe Sprechgesang von Keep On Doing It vielleicht auch besser an. Mir ist das dann doch zu verspielt, zu viel Soul und zu wachsweich. Ähnlich ergeht's mir mit Mrs. Jones, das ich mir beim Großstadtspaziergang allerdings in gewisser Weise vorstellen kann.
Burt Bacharach's Close To You könnte in ähnlicher Form als "Soundtrack" fungieren. Pulsiert funkig und gleichzeitig entspannt, wird leider etwas abrupt ausgeblendet.
Mir gefällt's dann wieder besser, wenn Otis Reddings Mr. Pitiful als munterer Soul-Blues-Song sehr dynamisch präsentiert wird. Die Gitarrenklänge von Herrn McDaniel machen wirklich Spaß und sind schon ein genaues Hinhören wert.

An so einer Textpassage: "sweeten my coffee" - in If It Don't Work Out - kommt man bei dem Namen natürlich nicht vorbei. Da sind wir wieder beim schmachtenden Soul, in seiner balladesken Form, angekommen. Na ja, was zum Zurücklehnen. Sehr schön allerdings wieder das Gitarrensolo!
Den Reigen beschließt Ray Charles in zweifacher Hinsicht. Zunächst folgt mit Oh Mary Ann ein groovender R&B bester Charles-Machart, der wieder von wundervollen Gitarren-Licks durchsetzt ist und zum Mitwackeln einlädt.Kann man ruhig auch mal die Sonnenbrille aufsetzen ...
Dann folgen mit Never Can und I've Got die beiden Songs vom Beginn der CD als Instrumentalstücke. Und die gefallen mir so sogar fast noch besser. Dann kann völlig unabgelenkt lausche, welch toller Musiker Al "Coffee" McDaniel ist und wie geschmackvoll der seine Musik zu inszenieren weis.
Für wen es also nicht immer nur "auf die Zwölf" gehen muss und wer gern Barden wie Eric Bibb, Keb Mo' oder auch Robert Cray zuhört, der sollte doch hier mal reinhören.

Epi Schmidt, 20.01.2011

 

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