Fotos: Gernot Mangold, www.sounds-of-south.de
The Broadcast,
Krefeld, Kulturrampe, 31.08.2018

Kommunikation kann ja so einfach sein, wenn Sender und Empfänger auf derselben Wellenlänge funken. Mit der neuen amerikanischen Rockhoffnung THE BROADCAST fand die kultige Krefelder "Kulturrampe" am Freitagabend ein wunderschönes Beispiel dafür, wie sich ein kompletter Saal problemlos mit postiven Schwingungen füllen kann.

Nach ihrem ersten Besuch in der "Rampe" vor knapp zwei Jahren, kehren THE BROADCAST nun in ein fast ausverkauftes Haus zurück, das der aus Asheville/North Carolina angereisten Band einen herzlichen Empfang bereitet und vom ersten Song an freudestrahlende Lust verbreitet. Ja, da lag sprichwörtlich was in der Luft.

Das leicht veränderte Line-Up der Truppe um Power-Röhre Caitlin Krisko sorgt offenkundig für ein weiteres Plus an Qualität, denn der neue, kolossal gute und imponierende Bassist und der höchst versierte Drummer fügen sich im wahrsten Sinne des Wortes reibungslos in die supertighte Groove-Machine ein.

Dass Caitlin Krisko neben Susan Tedeschi und der etwas in Vergessenheit geratenen Grace Potter wohl eine der intensivsten, berührendsten und besten Rhythm & Blues und Southern Soul Stimmen jenseits der Appalachen besitzt, konnte man angesichts der bisherigen zwei Alben "Dodge The Arrow" und "From The Horizon" (produced by: Jim Scott) schon voraussagen. Mit ihrer aparten Erscheinung, ihrem gewinnenden Lächeln und ihren sexy moves wird sie in der "Kulturrampe" regelrecht zum Blickfang und schnürt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme ein bezwingendes und betörendes Gesamtpaket. Kriskos emotional vorgetragene Aretha Franklin Erinnerung bringt natürlich noch weitere Pluspunkte.

Die wahrlich großartig aufspielende Band, die sich in ihrem Songwriting an der traditionellen Linie orientiert und so manchen Klassiker der Sechziger und Siebziger Jahre inhaliert zu haben scheint, bringt das Haus schnell zum Kochen und setzt furiose dynamische Spitzen mit zeitweilig atemberaubenden Soli von Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Zur Freude des Publikums bekommen alle Akteure Zeit und Raum sich insbesondere auch bei den beiden von Gitarrist Aaron Austin komponierten Instrumentalnummern auszutoben, während Caitlin Krisko in sich gekehrt und leicht wogend in der Bühnenecke steht und die Szenerie ausgiebig zu genießen scheint.

Als die völlig ausgelaugte Band nach gut zwei Stunden prickelnder Bühnenpräsenz, den Abend mit dem feurigen Allman Brothers Klassiker Whipping Post beschließt und zum krönenden Abschluss eine beseelte Version von Joe Cockers Woodstock-Paradestück With A Little Help From My Friends intoniert, gibt's kein Halten mehr und das Publikum geht freudestrahlend in der Gewissheit nach Hause so etwas wie "the next big thing" gesehen zu haben.

(photo credit: Gernot Mangold)

Frank Ipach, (Artikelliste), 31.08.2018