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Fotos: Marc Langels
Saxon, Diamond Head, Armored Dawn,
Saarbrücken, Garage, 28.02.2018

Die Metal-Legenden geben sich derzeit die Klinke der Saarbrücker Garage so ein wenig in die Hand. Zunächst waren ACCEPT am 2. Februar da und rockten das ausverkaufte Haus gnadenlos und nun gaben sich die Briten SAXON die Ehre und die saarländischen Headbanger wussten diese Ehre als Auftaktort für die deutschen Dates der “Thunderbolt“-Tournee entsprechend zu schätzen und füllten die Garage erneut nahezu bis auf den nahezu letzten Platz.

Den Auftakt machten an diesem Abend jedoch die Brasilianer ARMORED DAWN. Die Band hatte bei ihrem Debüt-Album und auch bei ersten Gigs hier in Europa noch einen recht durchschnittlichen Eindruck hinterlassen. Und wirklich weltbewegend ist es auch an diesem Abend nicht, was die Band bietet, aber das Sextett zeigt sich doch stark verbessert. Das liegt auch an den Songs, die zum größten Teil aus dem neuen, zweiten Album der Band stammen.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Musikalisch stehen die Musiker nach wie vor für einen skandinavisch geprägten Power Metal, den sie stellenweise mit einer Wand aus drei Gitarren präsentieren, die dann allerdings den Sound ein wenig zu sehr dominieren, so dass stellenweise vom Gesang oder dem Bass recht wenig zu hören ist. Aber zumeist ist der Klang für eine Vorband ganz gut und so kommt auch schon beim anwesenden Publikum eine gute Laune sowie ordentlich Vorfreude auf einen schönen Metal-Abend.

Für die Zukunft sollte sich die Band noch etwas mehr um das Publikum kümmern, denn Interaktion findet kaum statt und dafür sind dann die Pausen zwischen den Songs manches Mal etwas zu lang. Ganz überwiegend aber kann ARMORED DAWN aber durchaus überzeugen und sicherlich den einen oder anderen Zuschauer dazu bringen, sich einmal mit der Band zu befassen. Denn als nach etwas über 25 Minuten dann schon das letzte Lied verklingt, da fühlen sich die Zuschauer doch zumeist recht gut eingestimmt.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von ARMORED DAWN.

Aber vor den Haupt-Act des Abends haben die Tour-Verantwortlichen noch eine weitere Vorband gepackt – und die hat es in sich. Denn schließlich sind es DIAMOND HEAD, eine der wahrlich legendären Vertreter der New Wave of British Heavy Metal. Von der Ur-Besetzung sind aber nur noch Gitarrist und Schlagzeuger dabei. Sowohl der Sänger Rasmus Bom Andersen als auch der Bassist Dean Ashton wirken eher so, als seien es die Söhne, die da mit ihren Vätern zusammen musizieren (und warum auch nicht – bei THE BREW klappt das auch ganz prima). Aber irgendwie bleibt bei DIAMOND HEAD ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück – und das obwohl sie einen wahren Klassiker-Set abliefern.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Dies mag zu einem nicht unerheblichen Teil auch am Sound liegen, der es nicht so ganz leicht macht, der Musik zu folgen. Und das scheint auch Frontmann Andersen so zu ergehen, denn nicht nur fummelt er die ganze Zeit an seinem In-Ear-Monitoring herum, sondern sitzen auch einige seiner Töne nicht direkt und er muss sie ziehen, als ob er sie nicht wirklich hören würde. Da muss man mal klar sagen, dass ARMORED DAWN da deutlich besser und differenzierter klangen. Aber sei‘s drum, denn auch die Songs vermögen bei den Hörern nicht so richtig zu zünden. Erst It’s Electric und noch das abschließende Am I Evil? vermögen zu begeistern. Kein Wunder, sind sie ja – insbesondere durch die METALLICA-Cover-Versionen – wohl die bekanntesten Lieder der Band.

Aber irgendwie will der Funke an diesem Abend nicht so recht überspringen. Dafür wirkt der Auftritt auch ein wenig zu widersprüchlich. Auf der einen Seite die „alten Recken“, die einfach nur ihren Part zocken und dann die beiden „Jungspunde“, die – insbesondere im Falle des Frontmanns - auf der Bühne eine echte Show abziehen wollen. Dadurch hat man ein wenig das Gefühl, nicht eine sondern gleich zwei Bands vor sich zu haben. Und auch hier ist eigentlich zu wenig Kommunikation mit dem doch nun schon sehr zahlreichen Publikum vorhanden, durch die man dann die Zuschauer hätte etwas mehr anheizen können. Aber wenigstens hinterlassen DIAMOND HEAD nach dem abschließenden Am I Evil? ein gut gelauntes Publikum, das jetzt dem Höhepunkt des Abends entgegenfiebert.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von DIAMOND HEAD.

Die Heroen des Abends betreten dann pünktlich um 21 Uhr die Bühne, um mit dem Titel-Song des neuen Albums, “Tunderbolt“, in ihren Set einzusteigen. Dann legen sie mit Sacrifice genau so mächtig nach um dann mit Nosferatu gleich noch ein aktuelles Stück nachzuschieben. Das zeigt, wie stark die Briten aktuell sind. Das aktuelle Werk ist das Album in der ganzen, langen und glorreichen Karriere der Band, das die höchste Chart-Position in Deutschland (#5) erreicht hat. Und das will ja angesichts der nicht gerade wenigen Klassiker der Gruppe nun wahrlich etwas bedeuten. Ergo bietet die Band gleich mal sechs der Songs von “Tunderbolt“.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Im Anschluss finden Biff Byford & Co. dann die ideale Kombination aus neueren Songs und untersterblichen Metal-Klassikern wie Motorcycle Man, Strong Arm Of The Law, Power And The Glory, Dallas 1 PM, And The Bands Played On, 747 (Strangers In The Night), Crusader, Wheels Of Steel dem Zugabenblock Heavy Metal Thunder und Princess Of The Night sowie dem Rausschmeißer Denim And Leather. Kein Wunder, dass es sich in der Garage bald anfühlt wie in einer finnischen Sauna. Die Temperatur steigt mit jeder Minute und die Stimmung geht ebenfalls durch die Decke. Dabei scheint es fast so, als sei das Publikum an diesem Abend sogar noch etwas lauter als bei ACCEPT gewesen.

Das kann natürlich auch an der Band liegen, die von Anfang an richtig Bock auf diesen Auftritt hat. Und ich möchte nicht der Orthopäde von Bassist Tim „Nibbs“ Carter sein, der erneut seinen Schädel rotieren lässt und selbst Byford lässt sich immer wieder zum headbangen hinreißen, so sehr genießen es die Musiker, wie erfolgreich sie nach all den Jahren noch sind – insbesondere auch in Deutschland. Denn SAXON wissen, was sie an den deutschen Fans haben – und was sie ihnen, gerade in den für Heavy Metal eher mauen 1990er Jahre, zu verdanken haben. Und heute Abend geben sie dafür eine wirklich mitreißende Leistung zurück.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

SAXON beweisen bei diesem Gig einmal mehr, wie der Metal Menschen aller Altersgruppen zusammenbringt, von Teenagern bis hin zu Senioren ist alles vertreten (teilweise sogar ganze Familien), was Byford sichtlich erfreut und was er in seiner Ansprache an die Fans auch hervorhebt. Und beim Tribut an die alten Freunde MOTÖRHEAD und Lemmy in der Überleitung zu They Played Rock 'n' Roll merkt man schon der Band und den meisten Fans an, wie viel ihnen dies bedeutet. Da steigt die Stimmung – wenn das denn überhaupt möglich ist – noch einmal ein kleines bisschen.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von SAXON.

Nach 80 Minuten verabschiedet sich die Band ein erstes Mal, um nach kurzer „Verschnaufpause“ mit Heavy Metal Thunder und Princess Of The Dawn zurückzukommen und das Publikum auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Denn nach dem finalen Denim And Leather ist dann leider schon Schluss. Aber unzufrieden mit dem Auftritt ist keiner der Besucher an diesem Abend. Denn SAXON haben es mal wieder allen gezeigt: den Fans, dass sie auch nach fast 40 Jahren im Geschäft immer noch eine der besten Live-Bands überhaupt sind. Und sich selbst, dass es sie nach all den Jahren noch „braucht“ in diesem Geschäft. Die Fans danken es ihnen an diesem Abend mit frenetischem Applaus und werden auch bei der nächsten Tour sicherlich wieder da sein.

An dieser Stelle noch ein großer Dank an Mark Dehler von Netinfect für die Akkreditierung.

Marc Langels, (Artikelliste), 28.02.2018