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Layla Zoe,
Eppstein/Ts, Wunderbar Weite Welt, 11.10.2018

Auch noch so gute Platten wollen heutzutage vernünftig promotet werden und so verschlug es die Kanadierin Layla Zoe - im wallenden Gewande und zunächst nur von ihrem Gitarristen und Produzenten Jan Laacks begleitet - auf die Bühne der bestens gefüllten Eppsteiner "Wunderbar Weite Welt", die sich mit der langmähnigen Röhre Zoe eine weitere klangvolle Kerbe in ihre musikalische Gäste-Vita ritzen konnte.

Und gemäß ihrer Devise "Fragility", dem ersten ruhigeren Teil des aktuellen Doppelalbums "Gemini" (Zwilling), nahmen sich Layla und Jan eine Dreiviertelstunde Zeit, ihre naturgemäß spartanisch gehaltenen, aber dadurch nicht weniger gefühlvollen Songs ausgiebig zu zelebrieren, wobei sich Layla Zoe hingebungsvoll und beseelt ins Zeug legte und Jan Laacks auf der akustischen Gitarre virtuos brillieren konnte.

Zugegebenermaßen waren einige Fans im Publikum mit murmelnden Kommentaren wie "Bissi mehr Schmagges könnt' schon sein", zu vernehmen, doch die Rockfreunde kamen allerdings nach der zwanzigminütigen Pause voll auf ihre Kosten.

Da stieg Layla Zoe nebst kompletter Band mit Schlagzeuger und Bassist kernig zu Weakness und Dark World in den Ring und konnte das Publikum vollends auf ihre Seite ziehen. Die Band präsentierte nun ausschließlich die rockigen Songs aus "Courage", dem zweiten "Gemini" Teil, die Layla mit kurzen launigen Kommentaren vorstellte.

Da schwoofte die Band zum orientalisch angehauchten Mumbai und Layla widmete das tiefgehende Little Sister ihrer krebskranken Schwester und beeindruckte auf ganzer Linie.

Nach gefühlt leider viel zu kurzen 100 Minuten war Schluss in Eppstein und Layla Zoe widmete sich im Foyer noch ausgiebig den Autogrammwünschen ihrer Fans.

Michael Masuch, (Artikelliste), 11.10.2018