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Sinkkasten
Fotos: Epi Schmidt
Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011
Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011
Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011
Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011
Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011
Dan Baird,
Frankfurt, Sinkkasten, 28.09.2011

Meine Befürchtungen, dass es nach der Umbenennung des Veranstaltungsortes in "Sinkkasten Arts Club" mit echtem Rock'n'Roll schnell vorbei sein wird, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt und kleine Anzeichen gibt es sogar, dass es bald wieder mehr der einstmals so beliebten Konzerte in der Frankfurter Institution geben wird.
Ein großes Zeichen - ein Ausrufezeichen! - setzt dahinter wieder einmal Mr. Dan Baird zusammen mit seinen Spießgesellen von HOMEMADE SIN. Ein Vorband gibt es heute Abend nicht und die Berufstätigen werden es gedankt haben, dass es somit schon kurz nach 21 Uhr losgeht. Die Band schlurft gewohnt lässig die paar Meter von der Garderobe zur Bühne des Sinkkastens und wirft begibt sich in Position. So wie ich vor der Bühne, bereit ein paar weitere Dellen in den metallenen Boden des Clubs zu stampfen.
Und als die, wie ein Donnerschlag, der erste Akkord zu Champagne Sparkle ertönt, weiß ich: Ich bin zu Hause!
Wie gewohnt und geliebt rocken die Vier augenblicklich los, als stünden sie unter Strom, hüpfen, grinsen, lachen und verbreiten eine ebenso lockere wie anmachende Atmosphäre. Lil' Bit, gleich als zweite Nummer, treibt das Tempo an und Leadgitarrist Warner Hodges lässt zum ersten - aber nicht letzten! - Male seine Les Paul um seinen Oberkörper rotieren. Don't try this at home!

Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011

Die Hitsingle vom letzten Studioalbum Two For Tuesday folgt, bevor mit Land Of Salvation And Sin der erste GEORGIA SATELLITES Kracher abgefeuert wird. Es ist laut, heiß und energiegeladen und Gefangene werden keine gemacht - das ist Rock'n'Roll! Gleichzeitig in seiner reinsten wie dreckigsten Form. Macht das Sinn? Mir ebenso egal, wie Warner Hodges die Original-Soli der Songs. Er drückt sein Lautstärkepedal durch und balanciert während seiner Hochgeschwindigkeits-Soli am Bühnenrand genauso knapp wie an der Grenze zum falschen Ton. Und wenn der doch kommt? Wenn interessiert's? Der Spaß steht im Vordergrund und wir immer weiter getrieben. Dan nutzt das Intro von Sheila zu einem kleinen Ausflug über Do You Wanna Dance und leitet anschließend in das fröhlich wippende Julie + Lucky von seinem Solo-Debütalbum über. Dazwischen gibtís immer mal lustige Ansagen, die meist dazu dienen, überhaupt herauszufinden, welcher Song als Nächstes gespielt wird, denn eine Setlist sucht man vergebens auf der Bühne.
Warner streift sich das Slide-Röhrchen über den Finger und der Radiohit I Love You Period wird von lautstarkem Mitsingen des Publikums begleitet.

Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011

Damn Thing To Do folgt und das oft integrierte Feel So Good steht diesmal Look At What You Started voran. Bassist Keith Christopher gibt, wie üblich, den breit grinsenden Kasper und Zielobjekt für einige von Dans Scherzen. Bei aller guten Laune die Keith auf der Bühne verantwortet, darf man nicht überhören, dass sein Bass-Spiel ein wichtiger Bestandteil des Sounds der Band ist und seine manchmal ungelenk wirkenden Läufe in Wirklichkeit - zusammen mit dem Berserker Mauro Magellan an den Drums - für den Drive dieser Truppe sorgen. Bei den Done Me Up ist Keith auch als Leadsänger zu hören.
In so einer "magischen Nacht" dürfen die Nights Of Mystery nicht fehlen und wie so oft, bekommen sie Gesellschaft von Marc Bolans Get It On (Bang A Gong), was - wie immer - für weitere Begeisterung und heißere Stimmen am nächsten Tag sorgt.
Railroad Steel beginnt der - mittlerweile völlig durchgeschwitzte - Dan Baird als schleppenden Blues, bevor der Kickdown kommt und die Nummer in einen Rock'n'Roll-Train verwandelt, der unaufhaltsam dahin stürmt. Das kostet Dan denn auch eine gerissene Saite und entsprechend der Wechsel zur Ersatzklampfe.
Der unablässig Kaugummikauende Warner treibt das Publikum mit seinen Soli immer wieder zu Beifallsrufen und ist auch ständig bemüht, die Stimmung mit kurzen Anekdoten oben zu halten. Schnell ist er bei der Hand, den Song "den wir letzte Nacht gespielt haben aber nicht spielen sollten" der Band "unterzujubeln": Don't Pass Me By. Das löst besondere Freude bei mir aus, denn der gehört zu den Songs, bei denen sich Dan Baird früher immer geweigert hat sie zu spielen, weil sie von Ex-GEORGIA SATELLITES-Bandpartner Rick Richards gesungen worden waren. Dabei rockt dieser Ringo Starr/BEATLES-Song so unglaublich geil!

Dan Baird, Frankfurt 28.09.2011

Der Zeit verfliegt ebenso unglaublich schnell, obwohl es meine Ohren wahrscheinlich danken. Die Zugabe eröffnet Dan Baird wieder alleine und präsentiert das bewährte Another Chance. Beeindruckend, welch geile Rock'n'Roll-Stimme der Mann nach all den Jahren und gegen Ende einer solchen Show immer noch hat. Da mag das Younger Face bereit stehen, aber der Mann hier ist immer noch der Chef im Ring und möge er dieses Lied noch oft so abgehen lassen, wie hier heute Abend.
Ein weiterer brüllender, durchtränkter Konzertabend geht zu Ende und der Club entlässt die Besucher in die Frankfurter Nacht. Noch schnell am Merchandising-Stand die neue Live-CD/DVD mitgenommen und beschwingten Schrittes geht es über die Zeil, mit einem Lächeln auf dem Gesicht und dem guten Gefühl, einen richtig guten Abend verbracht zu haben und der Gewissheit, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein, wenn es heißt: "Two for tuesday in America ..." ... oder mittwochs in Frankfurt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 28.09.2011