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Schlachthof
Fotos: Marc Langels
Accept, Orden Ogan, Refuge, Monument,
Wiesbaden, Schlachthof, 03.11.2018

Mein Gott, was für ein Paket! Pünktlich zur kalten Jahreszeit wollen uns ACCEPT noch einmal richtig einheizen und präsentieren uns eine Mini-Festival-Tour mit lediglich drei Terminen in Köln, Wiesbaden und Obertraubling. Dazu haben sie sich mit MONUMENT, REFUGE und ORDEN OGAN namhafte Unterstützung geholt. Das bedeutet aber auch eine recht frühe Startzeit, so dass um 17:30 Uhr an diesem Samstag-Abend bereits die Pforten des Schlachthofs in Wiesbaden öffnen, um die Metal-hungrige Meute einzulassen.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Den Auftakt machen MONUMENT, die – trotz bereits dreier Veröffentlichungen, ob ihres jungen Alters – man als eine der hoffnungsvollsten Newcomer-Bands im Bereich des klassischen Heavy Metal ansehen muss. Leider hat die Band gerade einmal eine halbe Stunde Zeit, um die noch recht überschaubaren Zuschauer zu überzeugen. Aber das gelingt ihnen mit ihrem deutlich von IRON MAIDEN beeinflussten Metal trotzdem im Handumdrehen. Dabei präsentieren sie mit Hellhound, Attila und Wheels Of Steel drei Songs von ihrem jüngsten Album “Hellhound“ sowie zwei Tracks von “Hair Of The Dog“ und eine Nummer vom Debüt “Renegades“.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Man merkt der Band dabei zu jeder Zeit an, welchen Spaß sie an der Mini-Tournee haben. Die Musiker sind fast ständig in Bewegung. Sänger Peter Ellis feuert das Publikum beständig an und erntet damit auch die entsprechenden Reaktionen. Die beiden Gitarristen Dan Baune und Lewis Stephens bestechen durch ihre Riffs und Leads. Dabei profitiert die Band auch davon, dass sie noch kurz vor dem Einlass ihren Soundcheck absolvierte. Denn der Sound ist wirklich sehr gut für eine Vorband. Das macht natürlich ordentlich Eindruck und am Ende des Sets werden MONUMENT dann auch von den Fans ordentlich abgefeiert. Da würde man sich wirklich mal eine kleine Tour nur von der Band wünschen, denn dem Fünfer gehört wirklich die Zukunft.

Hier gibt es weitere Impressionen von MONUMENT.

Nach gerade einmal 20 Minuten Umbaupause kommt dann der Gegenentwurf zum Opener auf die Bühne: REFUGE. Metal-Fans wissen natürlich, dass es sich dabei um die einstige und wohl erfolgreichste Besetzung von RAGE handelt, die seit ein paar Jahren wieder gemeinsame Sache machen. Dass dabei die Freude am gemeinsamen Musik machen im Vordergrund steht, merkt man auch an diesem Abend überdeutlich. Sänger/Bassist Peavey Wagner strahlt viel und badet geradezu in den „Rage, Rage“-Sprechchören, die zwischen den Klassikern wie Don‘t Fear The Winter, Enough Is Enough, Nevermore, Solitary Man oder dem unverzichtbaren Refuge aufkommen. Gitarrist Manni Schmidt zeigt sich meist stoisch-konzentriert, ist aber auch immer wieder zu kleinen Scherzen und zum posen aufgelegt. Einzig Schlagzeuger Christos Efthimiadis konzentriert sich fast ausschließlich auf sein Spiel.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Die teilweise fast frenetischen Reaktionen des Publikums sprechen dafür, dass Wagner, Schmidt und Efthimiadis mit ihrem Comeback alles richtig gemacht haben. Allerdings fällt bei dem Teil des Publikums, der nicht so sehr mit den alten RAGE-Sachen vertraut zu sein scheint, der Applaus deutlich zurückhaltender aus. Das liegt aber auch wohl daran, dass REFUGE den mit Abstand schlechtesten Sound der vier Bands an diesem Abend haben. Und aus Sicht des Fotografen muss man hinzufügen, dass auch die Lichtverhältnisse eher sehr dürftig waren, um ein scharfes Bild von der Band zu bekommen. Das hindert das Trio und die Fans aber nicht daran, sich auf eine rund 40-minütige wunderbare Erinnerungsreise zurück zu begeben, um die Highlights der Zeit zwischen 1988 und 1993 abzufeiern und das endet dann mit recht lauten „Zugabe“-Rufen, die aus Zeitgründen leider nicht erfüllt werden können.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von REFUGE.

Denn schon stehen ORDEN OGAN in Wartestellung und scharen mit den Hufen. Da sich alle drei Vorgruppen das Drumkit von ORDEN OGAN-Schlagzeuger Dirk Meyer-Bernhorn geteilt haben, geht es auch hier wieder Ruckzuck, so dass die Stimmung in der Halle gar nicht erst abflauen kann. Und wenn man sich ein wenig umschaut, dann bemerkt man schnell, dass eine ganze Menge der Zuschauer offenbar – zumindest mal auch – wegen der Band aus Arnsberg da sind, denn der Schriftzug prangt doch auf einer ganzen Reihe der Shirts in der Halle. Also verwundert es wenig, dass die Stimmung schnell bestens ist. Auch wenn sich sicherlich einige Fans verwundert die Augen reiben werden, weil Sänger Sebastian Levermann keine Gitarre spielt und das dem etatmäßigen Bassisten Niels „Spoony“ Löffler überlässt. Das erklärt „Seeb“ dann damit, dass er sich vor ein paar Wochen den Daumen gebrochen hat und vom Arzt noch „Spielruhe“ verordnet bekommen hat. Da muss man dann allerdings auch mal sagen: ein Glück, wenn man einen solchen Bassisten in der Band hat, der auch die Aufgabe als zweiter Gitarrist mehr als nur souverän erledigt.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Die Setlist umfasst bei einer Spielzeit von knapp 50 Minuten neun Songs, die natürlich einen gewissen Schwerpunkt auf das aktuelle Album, “Gunman“, legt. Seeb nutzt den ungewohnten Aktionsradius, den er ohne den Mikrofonständer hat, und sorgt für die gern gesehene Fan-Nähe, „Spoony“ ist zwar hochkonzentriert aber auch mit dem zweiten Gitarristen Tobias Kersting immer wieder darauf bedacht, nicht statisch zu wirken, sondern für Bewegung und die nötigen Show-Einlagen zu sorgen. Sound und Licht sind perfekt, so dass den Fans eine wirklich rundum gelungene Show geboten wird, die sicherlich auch die eine oder andere Zugabe verdient hätte, wenn denn nur die nötige Zeit vorhanden wäre. Aber dem Applaus nach zu urteilen haben ORDEN OGAN an diesem Abend alles richtig gemacht. Da gehen von der Dame im gesetzteren Alter (geschätzt Ende 50/Anfang 60) über das Black-Metal-Fan-Girl (Anfang 20 mit einer Kutte voller GORGGOROTH-Ptaches) bis zur Familie mit kleinen Kindern (zum Glück mit Ohrschützern) alle mit.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von ORDEN OGAN.

Dann ist es endlich so weit und der Headliner gibt sich die Ehre. ACCEPT haben ja zu Beginn des Jahres schon einmal auf der “Rise Of Chaos“- Tournee in der Nähe gespielt, denn sowohl Frankfurt als auch der Auftritt in Saarbrücken sind natürlich von Mainz aus leicht erreichbar. Vielleicht führt das auch dazu, dass der Schlachthof an diesem Abend noch über einige Besucher-Kapazität verfügt, denn es klaffen doch einige Lücken. Das hält ACCEPT aber nicht davon ab, gewohnt furios mit Die By The Sword, Stalingrad und Restless & Wild in den leider nur knapp 90-minütigen Set einzusteigen. Denn das bedeutet natürlich, dass die Solinger Edel-Stahl-Schmiede hier auf einige Klassiker verzichtet. Dafür haben Mark, Wolfgang, Peter, Uwe und Christopher aber auch den einen oder anderen eher selten gespielten Song im Gepäck, wie etwa Monsterman oder das abschließende I‘m A Rebel.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Und man muss einfach konstatieren, dass ein ACCEPT-Konzert immer ein Ereignis ist. Denn selbst wenn statt London Leatherboys, Neon Nights und Breaker etwa Analog Man sowie No Regrets gespielt werden, dann bekommt man doch immer einen erstklassigen Heavy Metal-Song zu hören. Und mit Krachern wie Pandemic, Princess Of The Dawn, Metal Heart, Teutonic Terror, Fast As A Shark, Stampede sowie Balls To The Wall (die aus der Setlist nicht wegzudenken sind) kommt jede Live-Party in Fahrt. Angesichts der Masse an wirklich überragenden Songs müsste die Band eigentlich jeden Abend zweieinhalb Stunden spielen – und auf einem Niveau mit Gruppen wie IRON MAIDEN und METALLICA stehen. Und von den Fans werden die fünf Musiker auch vollkommen verdient entsprechend gefeiert.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

So endet dann bereits kurz nach 22:30 Uhr der Metal-Abend, der eigentlich rundum nur Gewinner kennt. ACCEPT haben ihre Ausnahmestellung als exzellente Live-Band einmal mehr unter Beweis gestellt. ORDEN OGAN konnten zeigen, dass sie für höhere Aufgaben mehr als nur geeignet sind, REFUGE bewiesen, dass auch Männer im gesetzteren Alter noch eine Menge Klasse haben und MONUMENT unterstreichen ihren Ruf als Hoffnungsträger für eine Zeit nach dem Ende der legendären Bands aus den 80er Jahren. Und der größte Gewinner waren die natürlich die Fans, die sich an insgesamt viereinhalb Stunden prächtiger Musik erfreuen durften.

Hier gibt es weitere Impressionen von ACCEPT.

An dieser Stelle geht mein Dank an Markus Müller von m² mediaconsulting für die freundliche Akkreditierung.

Marc Langels, (Artikelliste), 03.11.2018