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Fotos: Marc Langels
Accept, Night Demon,
Saarbrücken, Garage, 02.02.2018

An einem Tag, an dem bundesweit mehr als 300.000 Mitglieder der Industriegewerkschaft Metall (kurz IG Metall) die Arbeit niederlegten, da zeigte die Solinger Stahl-Schmiede ACCEPT, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen der Szene gehört, sondern im Gegenteil immer noch zur Speerspitze des Qualitäts-Metals und zwar nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Dass es ein besonderer Abend werden sollte war irgendwie am Morgen schon klar, als die Saarbrücker Garage vermelden konnte, dass das Konzert ausverkauft sei. Das verhieß schon einmal Gutes – und es wurde sogar noch viel besser.

Den Auftakt bildeten dann an diesem Abend die Amerikaner NIGHT DEMON , die sich mit ihren beiden bisherigen Alben schon einen sehr guten Ruf in der Metal-Szene erspielt haben und auch - rein nach der Zahl der Band-Shirts im Publikum - auf einigen Rückhalt in der Halle zählen können. Und das Trio belegt dann auch sofort, dass der bisherige sehr gute Eindruck vollauf gerechtfertigt ist. Sänger und Bassist Jarvis Leatherby könnte rein optisch zwar sowohl bei DANZIG als auch BOSS HOSS sofort einsteigen, bangt aber – wenn er nicht gerade singen muss – fast in einer Tour durch. Und zusammen mit seinen Bandkollegen Armand John Anthony an der Gitarre und Schlagzeuger Dusty Squires bietet er fast eine dreiviertel Stunde lang einen überzeugenden Auftritt, der nur unter dem etwas undifferenzierten Sound und dem mäßigen Licht gebremst wird.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Die Band hat trotzdem ihren unübersehbaren Spaß an diesem Gig. Voller Leidenschaft werden die Songs wie Welcome To The Night, Full Speed Ahead, Curse Of The Damned, Hallowed Ground, On Your Own, Run For Your Life, Heavy Metal Heart, Black Widow, Dawn Rider, Screams In The Night, The Chalice oder Night Demon präsentiert, die für einige Begeisterung auch unter den Fans sorgen, die bisher vielleicht noch nicht so vertraut waren mit den Songs der Amerikaner. Sie verschwenden kaum Zeit für Ansagen, Intros oder anderen überflüssigen Firlefanz, sondern präsentieren knapp 45 Minuten lang eine Heavy Metal-Show wie sie sein soll. Die schon sehr gut gefüllte Garage dankt es der Band mit mehr als nur höflichem Applaus, viele Zuschauer bangen fast die ganze Zeit hindurch mit und nicht nur bei dem MOTÖRHEAD-CoverOverkill. NIGHT DEMON erweisen sich al der ideale Support. Sie bieten den richtigen Sound, die passenden Songs und last but not least die nötige Leidenschaft, um an diesem Abend einige Fans neu auf ihre Seite zu ziehen. Dass sie nach der Show noch die nötige Fannähe am Merchandise-Stand zeigen, schadet ihrem Ansehen natürlich auch nicht.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von NIGHT DEMON.

Um 20 Uhr ist es dann soweit und der Headliner des Abends entert die Bühne der nun vollkommen gefüllten Garage. Man kann die Freude der anwesenden Zuschauer förmlich mit Händen greifen, die sich entlädt als ACCEPT mit Die By The Sword und Stalingrad in ihren rund zweistündigen Set einsteigen. Dabei transportiert natürlich der Titeltrack des “Stalingrad“-Albums am 75. Jahrestag der Kapitulation der Reste der 6. deutschen Armee ein besonderes Feeling, auch wenn das sicherlich den wenigsten Anwesenden in der Halle bewusst sein dürfte – vielleicht noch nicht einmal der Band selber, die darauf mit keinem Wort eingeht.

Die fünf Musiker zeigen sich von Anfang an gut gelaunt, Gitarrist Wolf Hoffmann, Bassist Peter Baltes und der zweite Uwe Lulis grinsen ob der Begeisterung, die ihnen entgegenschlägt, häufig von einem Ohr bis zum anderen, während Sänger Mark Tornillo den Einpeitscher gibt, der die Fans antreibt. Diese danken es der Band mit von Beginn an tosendem Applaus, der nur noch anschwillt, als die Band dann anschließend zu den ersten Klassikern Restless And Wild, London Leatherboys und Breaker übergeht. Und nur die Ewiggestrigen unter den Fans werden hierbei Ex-Frontmann Udo Dirkschneider vermissen, der ja vor wenigen Wochen erst mit seiner „Klassiker“-Tour in Deutschland unterwegs war.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Aber an diesem Abend ist die Stimmung in der Garage so grandios, dass sich die Halle binnen kürzester Zeit wie eine Bio-Sauna anfühlt. Das lässt die kühlen Temperaturen draußen schnell wieder vergessen. Und auch die Stücke des neuen Albums, “The Rise Of Chaos“, – wie etwa der Titelsong, der Konzert-Opener Die By The Sword und zudem noch Kool Aid, Analog Man oder No Regrets lassen die Stimmung nicht abflauen. Vielmehr zeigt sich das Saarbrücker Publikum sehr begeisterungsfähig und sehr textsicher, auch wenn die Refrains von Songs wie Stalingrad, Pandemic oder Teutonic Terror noch etwas sicherer intoniert werdern. Der Sound ist an diesem Abend wirklich angetan für ein Metal-Fest: ACCEPT klingen sehr gut austariert, laut und druckvoll und Tornillo ist zudem gut bei Stimme.

Gitarrist Wolf Hoffmann zeigt diverse Male sein Faible für klassische Melodien, die er und die Band gerne vom Publikum mitsingen lassen. So zitiert er im Solo-Teil von Neon Nights Ravels Bolero und verarbeitet diesen in einer Art und Weise, wie es Jimi Hendrix einst mit der amerikanischen Nationalhymne tat. Im Hintergrund erinnert Schlagzeuger Christopher Williams zudem manches Mal an Animal aus der Muppet-Show und bringt hin und wieder seinen Drum Riser bedenklich zum Wanken. Dabei spielt er allerdings präzise wie eine Atom-Uhr.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von ACCEPT.

Nach fast 100 Minuten und der Nummer Fast As A Shark verlässt die Band zum ersten Mal die Bühne und man könnte sich eigentlich fast nicht beschweren, wenn es das schon gewesen wäre, aber nach ein paar Minuten der „Zugabe, Zugabe“-Rufe kehren ACCEPT natürlich noch einmal zurück, um den Fans mit Metal Heart, Teutonic Terror und dem Metal-Klassiker schlechthin, Balls To The Wall, dem Publikum den „Rest“ zu geben. So endet ein perfekter Metal-Konzert-Abend nach zwei Stunden und 21 Songs mit ausnahmslos zufriedenen Gesichtern, sowohl auf der Bühne als auch davor. Und angesichts des frühen Beginns bleibt anschließend noch viel Zeit, über das Erlebte bei dem einen oder anderen Bierchen zu reden – sogar mit Peter Baltes, der sich kurz nach Konzertende schon zu den Fans gesellt und für zahlreiche Selfies posieren muss, was er aber mit offensichtlicher Freude auch macht.

An dieser Stelle Dank an M2 Promotion für die Akkreditierung und insbesondere an Heiko Renno von der Garage für die unkomplizierte und schnelle Hilfe bei der Gästeliste.

Marc Langels, (Artikelliste), 02.02.2018