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Zeche, Bochum
Fotos: Jörg Litges
Bochum, Zeche, 25.01.2004

Headbangers Ball in Bochum.

RAGE luden zu einer DVD Aufnahmeshow und die Fans folgten dem Ruf in großer Zahl und bescherten der Zeche ein ausverkauftes Haus. RAGE bedankten sich dafür mit einer knapp dreistündigen Show, aufgeteilt in einen etwa 30minütigem Akustik Set sowie zweieinhalb Stunden Power-Metal vom Feinsten.

Rage Gegen 19:00 Uhr betrat das Trio um Sänger und Bassist Peter "Peavy" Wagner die Bühne, um für den Akustik Set auf Hockern Platz zu nehmen. Unterstützt wurden sie dabei von Gitarrenroady "Jesus" an der Rhythmusgitarre.
"Wir sind die Vorgruppe von RAGE" witzelte Peavy und los ging's mit Deep In The Night gefolgt von Vanished In Haze und After The End.

In diversen Foren und Gästebüchern, u.a. auf der RAGE Homepage, kursierten bereits Gerüchte, dass Peavy an einer hartnäckigen Grippe erkrankt und seine Stimme dadurch arg in Mitleidenschaft gezogen sei, was sich leider als Tatsache herausstellen sollte.

Rage Der Akustik Set wurde somit auch nur in gebremster Kraft gesungen, was bei den gefühlvoll dargebotenen Songs jedoch kein Nachteil war. Victor Smolski zeigte auch hier sein Ausnahmekönnen, nur Drummer Mike Terrana schien es kaum noch erwarten zu können, endlich richtig loszulegen und griff beim nächsten Song Wake The Nightmares zu einer Art Mini-Percussioninstrument um sich ein wenig Bewegung zu verschaffen.

Rage Die "Kinder-Rassel" kommentierte Peavy grinsend als "25 Euro Krachmachmaschine", bevor dann mit Turn The Page das kurze Vorprogramm endete.
Peavy informierte die Fans noch kurz über die DVD Aufnahmen und entschuldigte sich, dass er deswegen die Ansagen etc. in englisch machen müsste.

Rage Nach kurzer Umbaupause ging es dann gegen 20:00 Uhr in die Vollen. Aus der PA erklang das Intro der aktuellen CD "Soundchaser", Orgy Of Destruction, Mike Terrana begrüßte das Publikum mit "Are you ready to rock" und ab ging die wilde Jagd mit War Of Worlds und Great Old Ones, beide von "Soundchaser" und in gleicher Reihenfolge auch der Auftakt des Albums.
Die Fans gingen von Anfang an voll mit und der ein oder andere versuchte sich in "Crowdsurfing", zum Teil wohl in der Hoffnung von den Kameras eingefangen zu werden.
Weiter ging's mit Paint The Devil On The Wall vom 2001er "Welcome To The Other Side" Album, bevor es dann mit Sent By The Devil und Firestorm "klassisch" wurde wie Peavy meinte, will sagen, Songs aus den 90er Alben "Black In Mind" und "The Missing Link".
Richtig "klassisch" wurde es aber erst nach dem folgenden Song Down, denn da wurde quasi zum 20jährigen Bestehen der Band das AVENGER Titelstück Prayers Of Steel vom gleichnamigen 1985er Album des RAGE Vorgängers eingeschoben. Die aktuelle Besetzung interpretierte den Powertrack jedoch modern und knackig, so dass kaum ein Bruch zu spüren war und mit Suicide und Days Of December nahtlos weiter gezockt wurde.

Rage Im Folgenden kamen Victor Smolski und Mike Terrana dann zu ersten Soloehren. Zuerst durfte Victor in dem von ihm selbst verfassten Instrumentalstück Unity so richtig in die Seiten greifen, wobei u.a. auch eine Art Gitarrensynthesizer zum Einsatz kam. Der Song wurde von Peavy als "inspiriert durch sein Hobby" angekündigt und wer weiß, dass Victor ein leidenschaftlicher Rennfahrer ist, kann sich das Ergebnis wohl vorstellen.

Rage Danach hatte Terrana die Bühne ganz für sich und legte los wie ein Feuerwerk. Wenn man seine Muskelpakete in Arbeit sah, konnten einem die armen Trommelfelle und Becken schon leid tun und es kam wie es kommen musste, nach wenigen Minuten Berserkerei gaben einige Becken den Geist auf und Terrana brach das Solo ab, um es nach dem Ende der Show für die DVD noch einmal zu wiederholen.

Rage Die kurze Pause taten Peavy's gestressten Stimmbändern hörbar gut, Enough Is Enough war bezeichnenderweise fast fehlerlos, doch bereits Invisible Horizons offenbarte danach bereits wieder die krankheitsbedingten Probleme. Gerade bei den hohen Kopfstimmen konnte er einem fast Leid tun, zumal er sich sichtlich bemühte.
Zwischenzeitlich entschuldigte er sich auch deswegen bei den Fans und erntete dafür anerkennenden Applaus.
Es ist zu vermuten, dass der Gig höchstwahrscheinlich abgesagt worden wäre, wenn es nicht die kostspieligen Vorbereitungen für die DVD-Dreharbeiten gegeben hätte. So aber mussten alle Beteiligten da durch und ganz so schlimm war es letztendlich auch wieder nicht. Auf der DVD wird man davon eh nichts mitbekommen, da die Voicespuren vermutlich overdubbed werden, was soll's.

Rage Nach den beiden nächsten Stücken Set This World On Fire vom 2002er Erfolgsalbum "Unity" und Flesh And Blood wieder von "Soundchaser", durfte Victor Smolski erneut solo vom Leder ziehen, wobei er nachhaltig unter Beweis stellte, dass er sich mit jedem der sogenannten "Gitarrengötter", von Yngwie Malmsteen bis Steve Vai, messen kann.

Es folgte der Titeltrack von "Soundchaser", welches endlich das Geheimnis um die Identität der merkwürdigen Kreaturen, die diversen RAGE-Cover zieren, lüftet. Es handelt sich dabei um biomechanischen Kreaturen, die vor Urzeiten von außerirdischen Intelligenzen, den "Großen Alten" (Great Old Ones), als Verteidigungswaffe geschaffen wurden, die vor allem auf akustische Signale reagieren. Die Idee dazu hat Peavy aus den fantastischen Horror Romanen des amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft entnommen und weiter entwickelt.
Von den "Großen Alten" zu "Der Schuh des Manitu" ist es nur ein kleiner Schritt und wer sich bisher vielleicht gefragt haben sollte, woher der schräge Metal-Riff in der deutschen Westernkomödie stammt, Straight To Hell gab die Antwort.

Nomen est Omen, und so gab es mit Back In Time vom 1999er "Ghost" Album erneut ein Jubiläum zu feiern und Peavy verkündete stolz das fünfjährige Bestehen der Band im aktuellen Line Up, was ja tatsächlich an ein kleines Wunder grenzt, wenn man sich an das eifrige Besetzungskarussell der Zeit davor erinnert.

Rage Mit Refuge und dem quasi philosophischem Metal-Motto From The Cradle To The Grave war der offizielle Teil der Show gegen 21:45 Uhr beendet und Peavy's Stimmbänder hatten eine Pause auch bitter nötig.
Die Band bedankte sich überschwänglich beim begeisterten Publikum, Verbeugungen nach allen Himmelsrichtungen.
Mike Terrana, der während des ganzen Sets bewiesen hatte, dass er nicht zu Unrecht mit dem Tier aus der Muppet Show verglichen wird und deswegen u.a. auch mit entsprechenden Stofftieren beschenkt wurde, hüpfte ausgelassen in einem weißen Cape umher und gab sich als eine Mischung aus Gladiator, Wrestler und Comic Superheld, was vor allem Peavy sichtlich erheiterte.

Rage Man ließ sich danach jedoch nicht lange bitten und versorgte das nach Zugabe heischende Publikum mit einem zehnminütigem Medley aus Black In Mind/Solitary Man und Don't Fear The Winter, wobei der vielstimmige Hallenchor Peavy weitestgehend entlasten konnte.
Wieder verschwand das Trio in den Katakomben, um wie zuvor von den Fans durch lautstarke "Higher Than The Sky" Gesänge zurückbeordert zu werden. Bevor Peavy dem Wunsch jedoch nachkam, wurde erst noch All I Want vorgezogen. Die anschließende Hymne vom 1996er "End Of All Days" Album beendete dann aber endgültig den über 130minütigen Set.

Das "Ende aller Tage" ist aber sicher noch weit, davor steht erst einmal die kommende DVD, zu der Mike Terrana, wie schon erwähnt, abschließend noch einmal sein Drum Solo beisteuerte. Diejenigen, die sich zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Heimweg oder in der Kneipe befanden, müssen sich jedoch nicht grämen. Erstens war auch dieses Solo vergleichsweise unspektakulär und zweitens wird man es wohl auf der DVD wiederfinden.
Auf jeden Fall haben RAGE an diesem Abend genügend hervorragendes Material präsentiert, so dass man auf die DVD durchaus gespannt sein darf.
In diesem Sinne.

Ralf Frank, (Artikelliste), 01.02.2004

Fotos: Jörg Litges, (Artikelliste), 25.01.2004