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Fotos: Jörg Litges
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Oberhausen, KöPi Arena, 11.01.2003

Nach der überaus erfolgreichen "Century Child" World Tour vom letzten Jahr, wollten NIGHTWISH eigentlich für ein Jahr eine Fortbildungspause einlegen, da Frontfrau Tarja ihre Ausbildung zur Opernsängerin in Deutschland vollenden möchte.
Wegen der starken Nachfrage wurden jetzt aber doch noch zwei Zusatzkonzerte in Oberhausen und München nachgelegt.

Die Fans waren sich wohl bewusst, dass sie ihre Lieblinge nunmehr frühestens wieder Anfang Herbst zu sehen bekommen würden und waren somit sehr zahlreich erschienen, so dass die KöPi Arena "Sold Out" vermelden konnte. Für ein Heavy Metal Konzert dieser Tage ein nicht alltägliches Ereignis.
Das rigorose Security Management der Arena war sicherlich nicht jedermanns Sache, bei den Menschenmassen aber durchaus angebracht und effizient. So gab es kaum Staus oder Aufläufe, die Aufgänge und Notfallwege waren stets passierbar und der Innenraum in mehrere Zonen unterteilt, so dass sich auch dort das Gedränge in Grenzen hielt. Unverständlicherweise fielen trotz dieser Maßnahmen und einer optimal eingestellten Klimaanlage reihenweise Fans in Ohnmacht und wurden von Sanitätern und Ordnungsdienst schnellstmöglichst versorgt.
Möglicherweise war die vornehme Blässe, die man überwiegend zu schwarzem Gothic Outfit zu tragen pflegte, nicht geschminkt sondern physischer Natur und damit für die Ausfälle verantwortlich, man weiß es nicht.

Lordi

Gegen 20:00 Uhr, als zwölf unheimliche Glockenschläge den gleichermaßen (unheimlichen? Red.) finnischen Support LORDI ankündigten, hatten es sich jedenfalls schon zahlreiche Männlein wie Weiblein auf den Bahren bequem gemacht.
Ob die weiteren Anfälle nun medizinische Ursachen hatten, oder ob LORDI mit ihrer brachialen Gruselshow diese verursacht haben, wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Das Zeug dazu haben LORDI aber allemal.
Mit einigen hitparadenverdächtigen Hooklines, aber ansonsten einfallslosem 80er Jahre Sleaze Metal mit unterirdischer Stimme, waren sie als Support für NIGHTWISH meines Erachtens gänzlich ungeeignet, obwohl eine nicht unbeträchtliche Zahl der Zuschauer dies offensichtlich anders empfunden hat und LORDI mit wohlwollendem Applaus bedachten.
Wer sich über Outfit und Musik der nordischen Trolle ein Bild machen möchte, findet auf deren offiziellen Homepage sowie bei Drakkar ausführliches Material.

Nach ca. 40 Minuten war der Set von LORDI durch und nach einer unverständlich langen Umbaupause von 50 Minuten ging es gegen 21:30 endlich mit dem Hauptprogramm weiter.

Tarja

Zu den Intro Klängen von Bless The Child, dem Opener ihres aktuellen Albums "Century Child", betraten Tarja Turunen (voc), Tuomas Holopainen (keyb), Emppu Vuorinen (guit), Jukka Nevalainen (drums) und Neubasser Marco Hietala (bass, voc) sichtlich gutgelaunt die Bühne und legten mit eben jenem Track gleich mächtig los, gefolgt von End Of All Hope (auch Track 2 auf "Century Child"), sowie dem "Oceanborn"-Klassiker Gethsemane.
Melodic Metal scandinavian style vom Allerfeinsten mit Folk, Gothic und progressiven Elementen, einer waschechten Opernsirene mit einer sagenhaften Altstimme als Frontfrau, ausgezeichneter Rhythmussektion, virtuoser Leadguitar und einem Keyboarder, der ein komplettes Orchester generieren kann.
Anfänglich schien der Mixer noch nicht ganz Herr seiner Ringe, äh Knöpfe zu sein, aber nach dem nächsten Knaller Come Cover Me vom "Wishmaster" Album, schien er zumindest den Lautstärkeregler gefunden zu haben. Eine Klasse besser war da schon der Effektemischer, die Lightshow war eine der besten die ich seit der GENESIS "Seconds Out" Tour gesehen habe.

Marco

Weiter ging's mit dem nächsten "Century Child" Doppelpack Dead To The World mit Marco on vocals und der in Finnland mittlerweile platinveredelten Singleauskopplung Ever Dream, bevor es die von den Fans bereits per Internet geforderten 10th Man Down vom "Over The Hills And Far Away" Album und die Ballade Walking In The Air, wieder von "Oceanborn", zu bejubeln gab.
Mittlerweile hatte auch der Soundmixer alle seine Regler im Griff und so stand dem Gelingen des Konzertes nichts mehr im Wege.
Die Stimmbänder von Tarja benötigten eine kleine Erholungspause und so wurde zwischenzeitlich DIO's Don't Talk to Strangers eingeschoben, bei dem Marco Hietala einmal mehr seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen konnte, dem "kleinen Mann mit der großen Stimme" konnte er dann aber doch nicht das Wasser reichen.

Ausgeruht und mit frisch geölter Kehle stürzte Tarja sich dann in das heavy riffige Slaying the Dreamer um danach mit Beauty And The Beast vom 1997er "Angels Fall First" Debut eine Brücke über eine halbe Dekade in das verwandte Beauty Of The Beast Opus von "Century Child" zu schlagen.

Den offiziellen Teil des Konzertes beendete gegen 22:55 Uhr Sleeping Sun in der extra getragenen Version, was das Publikum zu stürmischen Ovationen und Zugabeforderungen bewog, die selbstverständlich auch erfüllt wurden.

Tarja

Nach kurzer Pause kehrten NIGHTWISH dann mit dem frenetisch gefeierten GARY MOORE Cover Over The Hills And Far Away zurück, um danach noch zwei absolute Highlights nachzulegen.
The Kinslayer und Wishmaster, beide vom gleichnamigen 2000er Erfolgsalbum, waren natürlich nicht dazu angetan, das Publikum befriedigt in die kalte Winternacht zu entlassen, sondern erzielten im Gegenteil noch heftigere Zugabenwünsche.
Aber das Outro vom Band (Lisa Gerrard und Hans Zimmer's: Now we are free vom "Gladiator" Soundtrack) ließ alle Hoffnungen versiegen, die anrührende Melodie, viele Verbeugungen, Handküsschen, Plektrons, Tracklists und was sonst noch ins Publikum geworfen wurde, ließ den Abend dann doch schiedlich friedlich ausklingen.

Eine rundherum gelungene Show, die Lust auf mehr macht, aber aus besagten Gründen eine Weile auf sich warten lassen wird.
Ersatzweise kann der geneigte Fan zu alten und demnächst neuen DVDs greifen, oder aber sich völlig kostenlos im Internet bedienen (bei Fabchannel gibt's das komplette Amsterdam Konzert vom letzten Jahr gratis als Videostream).

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei den Mitgliedern des NIGHTWISH Forums, die mir bei der Zusammenstellung der Setlist behilflich waren, Contra Promotions für den wie immer freundlichen Support und der Arena Oberhausen, für eine wirklich perfekte Organisation, wobei besondere Erwähnung die mobilen Bierlieferanten im Halleninnenraum verdienen, die einem weite Wege und steile Treppen ersparen. Wir sehen uns demnächst beim TuSEM.
In diesem Sinne.

Ralf Frank, (Artikelliste), 14.01.2003

Fotos: Jörg Litges, (Artikelliste), 11.01.2003