Logo Kamary
Essen, Zeche Carl, 05.12.2001Bildergalerie

Eigentlich ist dem Stimmungsbericht von Krefeld wenig hinzu zufügen, deswegen hier nur ein paar generelle Anmerkungen im Allgemeinen und zum Gig Essen im Speziellen, von dem auch die Bildergalerie stammt.

Der Gig musste ein wenig später beginnen, da die Bands es irgendwie nicht früher geschafft hatten, rechtzeitig von Köln nach Essen zu kommen.
Alle Beteiligten sahen auch relativ geschafft aus, der Gig in Köln muss ziemlich stressig gewesen sein, weswegen Ezio dem Essener Publikum auch entsprechendes Lob aussprach, sehr viel netter und sympathischer zu sein, als die Kölner.
Was allerdings genau gelaufen ist, wollte er nicht Preis geben, also Schwamm drüber.

Laut dem Tourtagebuch (http://www.ezio.de/tagebuch.html) war die Tour bisher überhaupt ziemlich anstrengend, obwohl Band und Crew sich, im Gegensatz zu früher, viel professioneller verhalten würden, nach dem 'Lautern Gig jedoch alle ziemlich fertig wären und Erholung bräuchten.

Neben den bekannten Kultklassikern wie z.B. Alex, Diesel Vanilla, Deeper, Angel Song, The Further we stretch, Cancel Today, Thousand Years, Saxon Street u.a., wurden auch mehrere neue Stücke vorgestellt, Songtitel ohne Gewähr, da vom Refrain her geraten. Hunters Live (erinnert ein wenig an Stings Fragilidad), Waiting for too long oder Hold back the fire?

Booga wurde auch mehrfach ans Mikrofon gebeten und ließ sich zu einigen R'n'R Variationen inspirieren, denen er mit seinem rauen Timbre eine eigene Note verlieh, u.a. Stay with me als 2. Zugabe.
Nett war auch die Bühnenpräsentation des Merchandising zu Bossa Nova Klängen des Klassikers The Girl from Ipanema, lt. Ezio die sog. Spring/Summer Collection mit Poloshirts in der Trendfarbe "Grün" (!!!), von denen er gleich einige Exemplare in die Menge gab.

"Wie du mir, so ich dir" dachte sich Fan "Buko" und schenkte Ezio und Booga zwei Shirts mit dem Aufdruck: "Fuck you you fuckin' fuck", was die beiden sichtlich erheiterte (Buko hatte das Shirt auf dem Krefeld Gig an und die Beiden waren davon ganz begeistert, so dass er ihnen die Dinger besorgt hat).
Schimpfworte sind anscheinend ein Steckenpferd von Ezio, denn kurz darauf überraschte er das Publikum mit dezidierten Kenntnissen deutscher Umgangssprache und deren tieferen Bedeutung anhand des wohl kürzlich erlernten Begriffes "Wichser", die Umstände des Lernprozesses verschwieg er jedoch geflissentlich.
Ansonsten zeigten sich Ezio, wie immer, in Spiellaune, kamen nach dem erwähnten, anfänglichen "Jet-Lag" nach und nach richtig in Fahrt und brachten es am Ende und zwei längeren Zugaben auf gut 2 ½ Stunden Spielzeit und wenn es nach dem Publikum gegangen wäre, hätte es auch noch länger gehen dürfen. Am nächsten Tag stand jedoch der weite Weg nach Heidelberg auf dem Plan und da muss man halt mit den Kräften haushalten. "Forty and confused" eben.

Ein Wort noch zu Kamary Phillips.
Der sympathische Singer/Songwriter aus Baltimore, USA mit Wohnsitz in Deutschland, kam mit seinem Ezio ähnlichem Akustikprogramm gut an und hatte mit 5 seconds sogar einen waschechten Top 100 Single Charts Hit aus seinem aktuellen Album "Kamary" im Gepäck.
Hier muss ich der Review aus Krefeld positiv wiedersprechen, von Hip Hop oder Jazz keine Spur.

Im Gegensatz zu seinen "plugged in" Shows, u.a. im Vorprogramm von Lisa Stansfield und div. TV Auftritten, wo Kamary mit vollem Set inkl. Keyboards agiert, beschränkte er sich in Essen als "unplugged" Trio auf Akustik Gitarre, Stehbass und einer geheimnisvollen Holzkiste als Percussioninstrument, deren Innenleben noch auf den Grund zu gehen ist.
Man darf gespannt sein.

Vielen Dank an ass-concerts und die Zeche Carl für eine wunderbar lockere Atmosphäre.

Ralf Frank, (Artikelliste), 07.12.2001