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Fotos: Peter Voll, Olaf Falkenberg & Ralf Rischke
Dan Baird
Hey!!!
Dan Baird
Hinter mir: Der Drummer!
Mauro Magellan
Mauro Magellan
Dan Baird
Dan Baird
Dan Baird
Dan Baird
Auch die fressen keine kleinen Kinder
Frankfurt, Sinkkasten, 27.08.2003

Die Artikel im Hooked on Music, bei denen es in irgend einer Form um Dan Baird geht (The Yayhoos, The Dusters etc.), gehören zu den meistgelesenen in unserem Magazin. Ganz offensichtlich treffen Dan & Co. nicht nur unseren eigenen Geschmack, sondern auch den unserer Leser. Als nun die gerade gelaufene Tour von Dan & Friends (a.k.a. THE HEART OF THE GEORGIA SATELLITES) angekündigt wurde, stand die Redaktion unter Strom und so hat es sich ergeben, dass auch dieses Jahr wieder eine Vielzahl von Berichten, Bildern und, als Krönung, ein Interview mit Dan himself gemacht wurde.
Wir wünschen auf den folgenden Seiten viel Spaß und möchten uns herzlich bedanken bei: Dan, Keith, Mauro & Ken, Chris 'JTC' Jaecker, Mick Brown (Jerkin' Crocus), Julian & Ian und natürlich bei unseren fleissigen Autoren und Fotografen.

Liegt's am Wochentag (Mittwoch), daran dass die Temperaturen "konzertfreundlicher" geworden sind, weil sich die Klasse ihrer Konzerte herum gesprochen hat oder weil Frankfurt so schön zentral liegt?
Wie auch immer, der Sinkkasten ist erfreulich gefüllt und die Vorband (Namen hab ich vergessen, irgendwas mit "Space") heizt mit ihrem Punk beeinflussten Rock ganz gut ein.
In der Pause vor dem Hauptact läuft Jason Ringenbergs letzte CD, die ja inzwischen die BOTTLE ROCKETS bei solchen Konzerten im Sinkkasten abgelöst hat, allerdings erzeugt die Masse der Besucher schon genügend Lärm, so dass man schon genau hinhören muss.

Ich bin ja heute schon etwas früher in die ganze Geschichte involviert gewesen und konnte dadurch auch den Soundcheck mit verfolgen. Wenn man die Jungs spätnachmittags in die Hotel-Lobby schlurfen sieht, ist es schwer vorstellbar, zu was für Energiebündeln die werden sobald sie auf der Bühne stehen und anfangen zusammen zu spielen.

Dan Baird Auf den MONKEYS-Hit I'm A Believer müssen die Besucher des regulären Sets später allerdings verzichten. Sie werden's verschmerzt haben...
Unter großem Beifall betreten denn auch gegen 22 Uhr Dan, Ken, Keith und Mauro ihren Arbeitsplatz und schon geht's mit Look At What You Started in die Vollen. Schon in diesem ersten Song ist soviel Fun und Atmosphäre, dass von Anlaufzeit keine Rede sein kann. Mittendrin scheint es zu stoppen - die Band hört auf - Dan stottert und stottert und... "Yeah, we were havin' a party" bringt Song und Band wieder auf Kurs und sorgt für einen dieser Überraschungsmomente die diese Show so einmalig machen.
Red Light donnert hinterher, gefolgt von Don't Open That Door vom "Out Of Mothballs"-Album. Dan Baird und Ken McMahan hatten schon beim Soundcheck viel Spaß mit dieser "hick-chicken-pickin' guitar line", das dehnen sie jetzt noch aus und vor allem Ken zeigt welche Solo-Qualitäten in ihm stecken. Letzterer klingt dann auch mit seiner Telecaster homogener als mit der anfänglichen Gibson Les Paul, die zusammen mit dem "5150"-Verstärker (gehört der Vorband, Ken reist ohne eigenen Amp) doch einen etwas überlauten "Heavy-Sound" hatte.

Keith Christopher Auch bei Julie & Lucky darf sich Ken im "Solo-Rampenlicht" sonnen und er hat ganz offensichtlich auf gehörigen Spaß an diesen Country-Licks.
I Love You Period wird natürlich begeistert mitgesungen. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Gehörigen Anteil daran hat Bassist Keith Christopher, diesmal mit Wodka statt Jägermeister-Reserve, der mit seiner guten Laune, seinen Grimassen, Gesangseinwürfen und Späßen die Band zusätzlich pusht. Die erste Coverversion, Twistin' The Night Away, macht zusätzlich Laune.
Dan tritt etwas auf die Bremse für Any Little Thing und weißt gleich das männliche Publikum über diesen "Lovesong" zurecht: "If you don't like it - fuck yourself. Your girlfriend will like it". Alle anwesenden werden mir zustimmen - heute ist eine jener Nights Of Mystery! Dann folgt der Long Black Veil und mich beeindruckt der tolle Harmonie-Gesang der drei Frontleute.
Mit Open All Night und erst recht mit Wake Up Jake knallt's dann wieder gehörig, was Drummer Mauro Magellan diesmal aber "nur" den einen oder anderen Drumstick kostet und nicht Teile seines Drum-Sets.

Eine Setlist gibt es bei dieser Tour ja nicht und wenn, wird sich nicht daran gehalten. So wird's manchmal etwas knapp, wenn Mauro schon einzählt und Keith noch trinkt oder sich gerade 'ne Zigarette anzündet, aber gerade das macht einen Teil dieser Shows aus - du weißt nie was als nächstes passiert. Diesmal wird bei All Over But The Cryin' (übrigens genial gespielt) der Gitarren/Bass-Tausch zwischen Dan und Keith vorgenommen. Gegenüber Nürnberg ist Keith hier zwar nicht so "exzessiv", dafür fehlt allerdings auch das Duell mit Ken.
Ein Schwanken oder gar Absinken der Stimmung ist nicht zu verzeichnen. Wie auch, wenn solche Knaller wie Dixie Beauxderaunt und Picture On The Wall folgen. Zwischendurch geht Dan auf Mauros brasilianische Abstammung ein und sofort beginnt Ken mit entsprechendem Akkorden, Mauro steigt mit einem Samba (oder was ähnlichem) ein und Dan singt zur Melodie von Rhytmo de la Noche: "Maurooo". Göttlich!
Den Blues Baby What You Want Me To Do spielen sie in einem, naja, sehr geringen Tempo. Doch der Gesang kommt gut und etwas Verschnaufpause ist für alle nicht schlecht. Schließlich ist gleich darauf mit Sheila wieder Höchstleistung gefragt. Ich schau mich ja nicht dauernd um, aber dass im Sinkkasten keiner mehr stillsteht, kann man spüren. Hüpft der ganze Club mit auf und ab? I don't know!

Keith Christopher Mit Railroad Steel wird nochmal g'scheit Gas gegeben und dann ist die reguläre Show beendet.
Zur Zugabe betritt Dan Baird zunächst allein die Bühne und spielt, für Manfred (?) Another Chance, jene Country-Nummer vom dritten SATELLITES-Album.
Zum Glück ist kein Platz dafür, sonst müsste man sich vor Lachen am Boden kugeln, als Ken, Keith und Mauro Handtücher um den Kopf gewickelt, Ägypter-mäßig, sich hinter Dan aufbauen. Selbst jetzt noch, beim Schreiben, muss ich lachen. Den größten Teil von Gloria hält diese Kopfbedeckung dann auch noch durch. Außer bei Mauro, versteht sich.
Für das brachiale, lange mit Solos ausufernde Hush steht mittlerweile ja auch die Road-Crew Ian und Julian [Thanks for the shirts, Julian! Fred] mit auf der Bühne um dem Refrain noch mehr Power zu verleihen und das kommt auch richtig gut. Sollten sie beibehalten. Auffallend ist, für mich, welche selten gesehenen, langen Solo-Aktivitäten Dan hier entwickelt.
So, erste Zugabe rum. Aber obwohl die Vier auf der Bühne und ein Großteil des Publikums entsprechend abgeschwitzt ist, muss eine zweite folgen. Klar! Aber von wegen "cool down" und "langsam runter bringen" - nix da! Eine furiose Version von dem Opener der "Salvation"-LP I Dunno fegt durch den Sinkkasten. Good Times, Bad Times? - ich hab keine Ahnung mehr - "Pick up the dice and baby let 'em roll!!!".
Nicht, dass man es vermisst hätte, aber Keep Your Hands To Yourself fehlt ja noch und damit setzt die Band dann auch einen ebenso würdigen wie perfekten Abschluss hinter einen perfekten Live-Gig.

Ich mag mich wiederholen, aber wer das verpasst hat - der hat was verpasst!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.08.2003

Hier geht es zum Interview mit Dan