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Sinkkasten, Frankfurt
Fotos: Epi Schmidt
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Ticket Frankfurt 2006
Ken McMahan
Ken McMahan
Ken McMahan
Frankfurt, Sinkkasten, 08.10.2006

Der Dan Baird muss doch schon einen Schlüssel für den 'Sinkkasten' in Frankfurt am Main haben, so oft wie der schon hier gespielt hat. Dem Zulauf des Publikums tut das kaum einen Abbruch. Es waren zwar schon mehr Besucher, gerade bei Dan Baird, in dem Club, aber auch schon bedeutend weniger und etliche Gesichter sind einem sehr vertraut.
So eine gute Vorgruppe wie an diesem Abend war allerdings selten. Ich erinnere mich vage an die LOCAL HEROES und recht gut an die SPACEBRAINS, die mir beide sehr gut gefielen. Heute Abend übernimmt Dans Schlagzeuger Mauro Magellan mit seiner Band THE CRASHERS den Support-Job. Wenn man weiß, was der Mauro für ein Haudrauf ist, ein beachtliches Unterfangen.
Bei den CRASHERS geht es allerdings nicht so vehement rockend wie beim Hauptact zu, sondern hier ist schon etwas subtiler, bluesiger, souliger auch mal jazzig. Das kommt der Sängerin Jennifer Deprez natürlich entgegen, die nicht nur auf der CD "Love School" zu überzeugen weiß, sondern auch heute Abend. Wie Fred schon in seinem Review schrieb, kommen da wirklich Gedanken an große Bluessängerinnen auf. Die Band agiert nicht überspektakulär, aber gekonnt, und präsentiert auch Stücke vom kommenden, zweiten, CRASHERS-Album. Dass sich schon relativ viel Leute auf der Tanzfläche vor Bühne aufhalten spricht ein deutliches Zeichen für den hohen Unterhaltungswert dieser Band.

The Crashers
The Crashers

Dan Baird Die anschließende Pause ist, wie eigentlich immer im Sinkkasten, relativ kurz und schon bald kommt Dan Baird auf die Bühne gestapft, auf dem Kopf eine Art blauer Pfannkuchen, der seine schwarz gefärbten Haare bändigen soll - und nicht um irgendwelche kahlen Stellen zu verbergen, wie er zwischenzeitlich betont und demonstriert.
Mit Oh no, there she goes legen DAN BAIRD & HOMEMADE SIN, wie er seine Truppe zur Zeit nennt, gewohnt rockig los und im gesamten Club ist automatisch Partystimmung angesagt. Scheint sich um eine neue Nummer zu handeln, der recht bald, mit Running All The Time eine weitere folgen soll. Beide Titel rocken in bestem Baird-Stil und machen Hoffnung auf ein neues Album, denn die Resteverwertung "Out Of Mothballs" liegt ja auch schon drei Jahre zurück und davor...
Zwischendurch wird mit dem alten SATELLITES-Rocker Red Light ordentlich Zunder gegeben, so dass sich Gitarrist Ken McMahan schon mal mit der Aufforderung "Stop it" an Dan wendet. Bezieht sich ganz offensichtlich auf dessen Verstärker, aber Dans lakonische Antwort "No, I like that sound" zeigt wo es lang geht. Wie gewohnt hat sich die Lautstärke schon um einiges angehoben und wird auch im Laufe des Abends noch steigen.
Aber das hier ist nix für empfindliche Ohren, das ist Rock'n'Roll und Dixie Beauxderaunt macht das stampfenden Fußes klar. Das ist auch nix für empfindliche Mägen, denn der Bums aus Mauros Schießbude und der Druck vom Thunderbird-Bass von Keith Christopher kommen gewaltig aus der PA. Letzterer wackelt wie gewohnt über die Bühne, erinnert in seiner Art etwas an eine Ente, und glänzt neben seinem Bass-Spiel durch wahllos/planlos eingeworfene Sprüche, so dass Dan schon mal den Mann am Mischpult bittet, doch dessen Mikro zwischen den Song auszuschalten.
Wenn nach dem Publikumswunsch Julie & Lucky I Love You Period in ein gejammtes All You Need Is Love übergeht, macht Keith da kurzerhand ein "all you need is porn" draus, was zur sowieso immer mehr steigenden Heiterkeit beiträgt.
All Over But The Cryin' kommt für mich überraschend früh, aber geil wie immer. An dessen Ende schließt Keith gleich mal ein Basssolo an. Die Band hat sich über die Jahre ganz offensichtlich noch besser eingespielt und hat mittlerweile so eine musikalische Qualität und einen Unterhaltungswert, dass man den GEORGIA SATELLITES nicht mehr nachtrauern muss.
Mit I'll Be The Last To Know folgt ein weiteres neues Lied, ebenfalls bester Rock'n'Roll. An dessen Schluss rockt Ken einfach in Chuck Berry-Manier weiter, übernimmt die Vocals und es entsteht der alte STONES-Titel It's Not Easy daraus. Ja, an solchen Überraschungen mangelt es bei HOMEMADE SIN nicht. Man hat den Eindruck, sie könnten nahezu jeden Song irgendwo einflechten. So ist T. REX' Get It On im Medley mit Nights Of Mystery schon geläufig, aber wenn dann einfach noch Nowhere Man von den BEATLES eingeflochten wird, ist das Sonderklasse.
Dan gewährt seinen Kumpanen eine Pause, nimmt Another Chance war und geht über in Oh La La von den FACES.
Da sind auch schon die anderen drei zurück um ein heftiges Younger Face vom Stapel zu lassen. Wenn eine Band so viel Spaß auf der Bühne hat, wird das Publikum einfach angesteckt. Die Kerle rempeln sich an, machen Späße untereinander und mit den Gästen und spielen dabei noch den geilsten Live-Rock, den man sich vorstellen kann.
Dan Baird Dan und Ken ergänzen sich in ihrem Gitarrenspiel mit Sicherheit genauso gut wie Keith und Ron. Dan hat überwiegend die Keith-/Rhythmus-Rolle während Ken ein Rock/Rock'n'Roll/Country-Rock-Solo nach dem anderen aus seiner Gibson Les Paul wringt. Die Rollen wechseln aber mitunter. Manchmal scheuert man hart am Kabarett entlang, zumal wenn der "Coup" ausgerufen wird...
In The Land Of Salvation And Sind, wow, wie der Song rockt und abgeht, dass einem der Schweiß in neuen Strömen entrinnt. Schon sind die Jungs wieder in Jam-Laune, so dass Dan kurzerhand Folsom Prison Blues von Johnny Cash anstimmt. Er merkt denn auch, als Ken die zweite Strophe singt, dass er die erste falsch zusammengewürfelt hat. Das ist aber der guten Laune auf der Bühne nur förderlich.
Dan Baird Nach einem ebenfalls hammermäßigen Look At What You Started liefern sich Ken und Dan ein längeres Gitarrenduell, das offensichtlich für Dans Verstärker der Tod wird. Kurz darauf steigt sein kleiner Fender-Amp aus und ist auch nicht wiederzubeleben. Bis alle Versuche und der schließliche Umbau auf einen Marshall-Verstärker vonstatten gegangen sind, behilft sich die Band mit einem langen Solo von Ken, der Anstimmung von I Feel So Good etc. Aber so gut fühlt sich Dan langsam nicht mehr. Es geht ihm sichtlich auf die Nerven und dann versagt auch noch seine geliebte alte Telecaster.
Ersatz steht natürlich parat und mit Twistin The Night Away kommt auch wieder ein Grinsen zum Vorschein, aber es passt alles nicht mehr so sehr. Der Sound ist jetzt deutlich anders und das spürt natürlich auch die Band. Trotzdem knallen sie uns ein fulminantes Railroad Steel, als langsamer Boogie beginnend, an die Stirn um sich dann umjubelt zu verabschieden.
Natürlich gibt es noch eine Zugabe, wenn auch nur einen Song. Aber der hat es in sich: Beerdrinkers & Hellraisers von ZZ TOP. Wahnsinn! Wenn man die Texaner live kennt, sind Zweifel angebracht, ob sie den Song je in dieser Qualität von der Bühne geblasen haben. Hier liefert er jedenfalls einen Höhepunkt und beendet diesen Abend würdig. Dan bedankt sich beim Publikum, entschuldigt sich für seinen Verstärker und für den Bruch in der Show, aber dazu gibt's eigentlich keinen Grund, denn über zwei Stunden lang hat er sich die Seele aus dem Leib gesungen und geschwitzt und uns erneut einen perfekten Rock'n'Roll-Abend beschert.

Die Live-CD "Feels So Good - Live" ist schon ein Knaller, aber nur im Konzert kriegt man das wahre Feeling und deswegen bin auch das nächste Mal wieder dabei, wenn Dan Baird den Sinkkasten (oder welchen Saal auch immer) zum kochen bringt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 10.10.2006

Auf meiner eigenen Page DrPank.de geht es ja um alles was für mich mit Rock n Roll im weitesten Sinne zu tun hat. Und wenn ich hier von Dan Baird rede, dann hat das NICHT im "weitesten Sinne" mit Rock n Roll zu tun, nein - Dan Baird und seine Mannen SIND der Rock n Roll schlechthin!
Ich erwähnte das ja auch schon mehrfach an anderer Stelle, aber es gibt für mich wirklich keine andere Band die den Chuck-Berry-mäßigen Rock n Roll heute noch so dermaßen FRISCH spielt, dass es einem in allen (ja, in allen) Gliedern juckt!
Gut, AC/DC waren in ihren Anfangstagen dem Berry Getöse sehr nahe (logo!) und ein Herr Thorogood weiß auch wo der Rock n Roll Hammer hängt, aber live sind die Herrn Baird, Magellan, Christopher und McMahan die Asse der Asse.

Ich kann immer noch nicht verstehen, dass außer mir und meiner holden Gemahlin am gestrigen Abend keiner meiner Bandgenossen mit uns war. Lediglich (nein, das klingt abwertend) die beiden Rock n Roll geprüften Schwäbinnen Uli und Andrea waren headbangend vor Ort - yes, Girls got Rhythm.
Männer, ein Mal mehr bin ich euch rock- & rolltechnisch voraus und dem Rock'n'Roll-Devil begegnet. Und ihr hättet außerdem gelernt (und das auch für unsere upcoming CD), dass es nicht viel bedarf mit Bridge, Strophe, Refrain, Schnick Schnack Solo, Bridge, B Part, blablabla... Hier geht es straight nach vorne, dutz datz, pläng pläng und auch ein teildefekter Amp ist kein Grund zum verzweifeln (so geschehen bei Railroad Steel am gestrigen Abend), Dan blieb cool, die Band zockte weiter und dann entschied man sich für eine kurze Pause. Amp wieder fit (was weiß ich, Wackelkontakt oder so) und schwupps weiter gehts.
Doch zurück. Da fahre ich doch mit Miss Elli in Mainz auf der Autobahn und ein gar wunderschöner Vollmond geht gerade auf und strahlt uns orangefarben an, das es eine wahre Pracht ist. Bin ich nun romantisch oder was?
Wir kommen in Frankfurt am Sinkkasten an und denken uns, dass ein Kaffee gar nicht schlecht wäre. Man(n) kennt sich ja aus und weiß, dass ein STARBUCKs mit dem besten Caramel Macciato nur 100 m um die Ecke wartet. Also relaxt in die bequeme Kaffee-Filiale gesetzt und eine SMS an einen Kumpel verschickt, dass er auch ja ein bissle neidisch wird. Ätsch.
Und dann ging es los. Wir betreten den Sinkkasten, eine echt coole kleine Location (in der ich übrigens auch schon Carl Carlton live gesehen habe) und die CRASHERS mit Dans Drummer Mauro Magellan verbreiten mit ihrem Country Rock n Roll gute Laune. Speziell Sängerin Jennifer verbreitet davon recht viel und zeigt mir, dass der Unterschied von Country zu fettem RnR doch nicht so groß ist.
Nach einer Stunde beschließt die Band mit Hippie Hippie Shake ihr Set.
Ab jetzt geht es ganz schnell.

Dan Baird Kurzer Linecheck des Roadies und dann steht er mal wieder da: Dan mit schräger Mütze und es gibt kein Halten mehr. Die Tele im Anschlag. Sehr, sehr geil!
Ich bin ja jetzt nicht der "ach ich schreib mir die Reihenfolge der Songs auf" Typ, ich freu mich einfach des Lebens und ergötze mich an der Spiellaune der vier Herren. Manche der Songs gehen wie auf der letzten Live-Scheibe "Feels So Good" einfach ineinander über, andere werden mit witzigen Sprüchen als Ankündigung versehen und wieder andere Songs fliegen einfach so ins Programm, weil einer der vier Herren wohl gerade den Geistesblitz hatte mal eben All You Need Is Love anzuspielen. Keith Christopher verlachte sich hierbei total.
Auf die Erklärung hin, man sei ja nur eine einfache Hillbilly Kapelle, ist dann auch mal eine Johnny Cash Nummer in originalem Gitarrenanschlag dabei. Ich freu mich. Und so geht das Konzert munter weiter, bis zur beschriebenen Amp-Pannen-Pause. Egal.
Ach ja, es war auch wieder "TOI, TOI Time" für Keith, Mauro und Ken. Das heißt, die drei durften pinkeln gehen und Dan spielte solo und akustisch Another Chance. Mir geht das Herz auf und nach dem schönen Mond glaube ich so langsam wirklich: Ich bin ein hoffnungsloser Romantiker! Scheiß drauf, it's Rock n Roll Time und nach den üblichen rock n rolligen Zugaben fahren wir (mehr ich als Elli) äußerst happy nach Hause.

Alle die es verpaßt haben - Pech gehabt! Und das sage ich nicht nur einfach so, weil ich dort war. Ihr habt definetly etwas verpasst. DAN BAIRD and HOMEMADE SIN sind eine Bank. Basta, Aus und Schluss!
Der Rock n Roll Devil hat mal wieder zugeschlagen.

Dan Baird
Dan Baird And Homemade Sin

Lars Lunova (Sin City), (Artikelliste), 09.10.2006