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Hirsch, Nürnberg
Fotos: Epi Schmidt
Setlist
Nürnberg, Hirsch, 18.04.2002Bildergalerie

So, hier sind wir also wieder mal: Im Hirsch in Nürnberg. Gehört für mich zu den besten Live-Clubs in meiner Reichweite. Da scheut man auch unter der Woche die 150 km Anreise (und 150 km Rückreise nachts auf der öden A 3) nicht. Immerhin gibt's hier kostenfreie Parkplätze in unmittelbarer Nähe, annehmbare Eintrittspreise, keine Einweg-Plastikbecher und die PA liefert einen guten Sound.
Bei der heutigen Vorgruppe SUBURBAN TRIBE genügt mir das allerdings nicht. Ihr "Industrial Rock" spricht mich nicht so an und auch der Rest des Publikums hält sich noch zurück.

Was sich bei D-A-D schnell ändert. Mittlerweile hat sich der Club doch (für einen Donnerstagabend) gut gefüllt und "aus dem Off" kündigen Urwald/Indianer-Schreie den Auftritt der vier Dänen an. Jesper Binzer stolziert in einem schwarz/rot gestreiften Anzug auf die Bühne und schon rockt die Band mit Hey Little Airplane vom neuen Album "Soft Dogs" los.
Der Sound ist gut und offensichtlich kennen auch schon einige die neue D-A-D Scheibe. Ich noch nicht, aber zumindest live sind die neuen Songs lange nicht so "soft" wie befürchtet.
Evil Twin, vom Vorgänger-Album "Everything Glows", ist der nächste Song und wie nebenstehende Songliste zeigt, liegt heute der Schwerpunkt tatsächlich auf den neueren Liedern: Insgesamt sieben (!) Songs der aktuellen CD werden gespielt. Für mich fast zuviel, aber ich bin ja selbst schuld, dass ich die Neue noch nicht habe. Wie gesagt, aller Befürchtungen und Berichte zum Trotz, klasse Songs!

Gitarrist Jacob Arild Binzer, der sein "Flotter Adam sucht liebe Eva"-T-Shirt wohl auf einem deutschen Volksfest erworben hat, spielt wie gewohnt eine hervorragende Solo- ebenso wie Rhythmusgitarre. Heutzutage spielt er relativ häufig eine Stratocaster während sein Bruder eine Gibson-SG bevorzugt.
Der Bass-Sound von Stig Pedersen ist etwas ganz Eigenartiges: Irgendwie hört man ihn nicht bewusst, aber er ist doch unverkennbar präsent. Ich weiß, klingt komisch...
Vielleicht liegt's ja an den 2-Saiten Bässen? Deren zwei hat er heute im Wechsel im Einsatz. Von dem "Raketen-Bass" oder dem "Kürbis-Bass" der letzten Tour nichts zu sehen. Natürlich nimmt Stig öfters wieder seinen Platz auf der Bass-Drum ein, genauso wie auf den PA-Boxen rechts und links der Bühne.
Sänger Jesper gibt sich Mühe das Nürnberger Publikum anzuheizen, wirft ein paar deutsche Worte in seine Ansagen ein, schneidet Grimassen, stolziert über die Bühne, ist aber offenbar nicht ganz mit dem Zuspruch zufrieden.
Sind es doch zuviel neue Songs? Bei bewährten Partyknallern wie Rim Of Hell oder Bad Craziness scheint denn auch die Stimmung mehr zu steigen.
Trotzdem, obwohl der Stil von D-A-D nicht derselbe ist wie zu Zeiten von "No Fuel Left For The Pilgrims", sind auch die letzten Scheiben durchaus sehr gute CDs (oder, Achim?).

Mit Simpatico wird der reguläre Teil nach bereits knapp über einer Stunde beendet.
Beim ersten Song der Zugabe, What's The Matter, macht Sänger Jesper den Fehler, seinen Schlagzeuger Laust Sonne durch das Publikum zu Drum-Soli ansticheln zu lassen. Dieser steigert sich auch immer weiter, doch die fordernden Gesänge treiben ihn fast bis zu Erschöpfung. Schließlich wirft er entkräftet seine Sticks auf die Bühne. Tolle Leistung!!
Zum Schluss knallt's noch mal richtig mit Sleeping My Day Away. Fast schon zu laut inzwischen, aber wir sind ja fast am Ende der Show.
Die Zugabe-Rufe holen die Band noch ein zweites Mal heraus, zu dem ruhigen, mit Akustikgitarre gespielten Human Kind.

Fazit: Ein klasse Konzert im Hirsch! Lediglich etwas mehr Publikum hätte erscheinen können, und... na ja, vielleicht doch ein I won't cut my Hair?
Beim nächstenmal wieder...

Epi Schmidt, (Artikelliste), 19.04.2002