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Fotos: Ralf Stierlen

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Bettie Ford
Bettie Ford
Cosmic Ballroom
Cosmic Ballroom (ganz rechts ein Herr vom Gewerbeaufsichtsamt)
Berlin, Wild At Heart, 26.03.2004
The Mobile Mob Freakshow

Das Label mit dem bezeichnenden Namen "Punk'n'Drunk" präsentierte die Tour der drei Bands für Freunde der heftigeren Gangart.
Entsprechend den Gepflogenheiten des Durchschnittberliners war das Wild at Heart am Freitagabend zunächst noch mäßig gefüllt, als die schwedische THE MOBILE MOB FREAKSHOW gegen 22.30 Uhr die Bühne betrat. Das knappe 2 Meter messende Fronttier namens Commander Reinhagen war standesgemäß als Kreuzung aus Lemmy und Al Jourgensen gekleidet und brüllte seine Botschaften der Sorte Criminality is art, Violate me, Alcomotorman oder Get out of my life in das zu diesem Zeitpunkt nicht sehr zahlreiche Publikum (6 bis 7 Gestalten lungerten vor der Bühne rum, die restlichen 20 hielten sich im Barbereich an ihrem Haake Beck fest).
The Mobile Mob Freakshow Die Band um Gitarrist Bengtsson und den fast komplett vermummten Bassisten Jimmy Zaar holte munter den Knüppel aus dem Sack und prügelte ihren Schwergewichts-Punkrock in den Staub. Drummer Bert Haley war für die Special Effects zuständig, die darin bestanden entweder mit der Wasserflasche ein anderes Bandmitglied zu bespritzen oder einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche zu nehmen und in Richtung eines anderen Bandmitglieds zu spucken... also ganz große Show. Da auch das heftige Gerumpel (in mäßiger Soundqualität) allmählich etwas langweilte, war niemand ernsthaft böse, als die verwegenen Gestalten aus Malmö nach circa 40 Minuten die Bühne verliessen.

Bettie Ford

Nach erträglich gehaltener Umbaupause kamen dann BETTIE FORD aus Köln um ihren Brillantine-Rock zu zelebrieren.
Die Jungs haben natürlich mit Here we are einen Song, der als Liveopener geradezu prädestiniert ist. In der Folgezeit gab es reichlich druckvollen, durchaus harmonischen Greaser-PunknRoll der Marke THE BONES oder TURBO AC'S, wobei die Stücke des Debüts "League of fools" wie Bored, drunk and destructive, No Italian job, Little girl, Betty Page (das im Pin-up-geschwängerten Wild at Heart natürlich besonders gut passte) oder Der Antichrist auf der Bühne erwartungsgemäß noch einen Zacken verschärfter rüberkommen. Dazu erwies sich Frontmann Don Ford als recht passabler Entertainer, so dass man eine dreiviertel Stunde doch recht prächtig unterhalten wurde.

Cosmic Ballroom

Schließlich folgte mit COSMIC BALLROOM tatsächlich der Höhepunkt des Abends. Die selbsternannten "Sleaze Punks from hell" aus Schweden gefielen mir live deutlich besser als auf ihrer letzten Scheibe "Stoned, broke and ready to rumble" und heizten dem mittlerweile doch ziemlich zahlreich vor der Bühne versammeltem Publikum (darunter auch einige Mitglieder der vorherigen Bands) tüchtig ein.
Cosmic Ballroom Als punkgewordene Re-Inkarnation der L.A. GUNS fügten sie dem PunknRoll noch die Glam- und Sleaze-Komponente bei. Gitarrist und Sänger Nille sieht nicht nur so aus, als wäre er einer 80er Jahre HardRock-Band entflohen, er gibt auch das eine oder andere für den Punk ja eher untypische Gitarrensolo zu Gehör. Leadsänger und Gitarrist Johnny John John hat eine durchaus bemerkenswerte Bühnenpräsenz, während Bassist Nilz Vicious an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feiert und natürlich sein Ständchen bekommt.
Die Stücke L.A. heroes (sic!), Gotta go my way, Tumbleweed, Killing me, Crash & burn und insbesondere Faster than me werden begeistert aufgenommen und sorgen für die entsprechende Stimmung, obwohl mittlerweile einige Zuhörer nicht nur in Sachen Punk versorgt sondern auch reichlich drunk(en) sind.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 06.04.2004