Fotos: Jörg Litges
Tour Flyer
Tour Flyer
Setlist:
Steel Engraved
Setlist Steel Engraved
Setlist:
Circle II Circle
Setlist Circle II Circle
Circle II Circle, Steel Engraved,
Essen, Turock, 23.10.2010

Auftakt zur zweiten Runde der SAVATAGE Wochen im Turock, Essen. Nachdem bereits vor drei Wochen der "Mountain King" mit seiner Band hier zu Gast war, geben sich nun CIRCLE II CIRCLE die Ehre.
Die Tour tingelt eigentlich im Dreierpack zusammen mit STEEL ENGRAVED und VICIOUS RUMOURS durch die Lande, doch Letztere nehmen sich am heutigen Abend leider eine Auszeit. Eigentlich Schade, aber STEEL ENGRAVED sind durchaus in der Lage die Halle alleine anzuheizen, und dies nicht zu knapp.

Logo Steel Engraved

STEEL ENGRAVED wurde ursprünglich unter dem Namen STAINLESS STEEL von Andi Straehler (guitars), Marco Schober (vocals), Chris Wende (guitars), Thorsten Zirpner (bass) und Anton Weber (drums) 2006 in Passau gegründet.
2007 konnte man mit der 4-Track-Demo-Cd "Fuel For Life" bereits erste Achtungserfolge einheimsen.
Mit neuem Drummer (Daniel Kieslinger) und dem Debutalbum "State Of Siege" im Gepäck haben die Bajuwaren mit dem Essener Metalvolk leichtes Spiel, ihr klassischer 80er Jahre Old School Heavy Metal, eine agile Performance, Double Leads und besonders ihr stimmgewaltiger Frontman wissen zu überzeugen.

Das Set bestand überwiegend aus Tracks des neuen Albums sowie einigen unveröffentlichten Stücken, die durchaus noch auf das Album gepasst hätten, bei einem Umfang von 7 Tracks wäre ausreichend Platz gewesen. The Martyr von der Demo EP wurde kurzerhand auch noch eingebaut. Nach dem gelungenen Set wurde sogar Zugabe gefordert, aber wegen des engen Zeitplans musste man leider darauf verzichten, aber Gemach, noch war ja nicht aller Tage Abend.

Logo Circle II Circle

Anfangs hatte ich ja noch gedacht, der recht spärlich besuchte Klub würde sich zum Hauptakt noch füllen, denn normalerweise sollte man meinen, dass die paarhundert Leute die bei JON OLIVA'S PAIN da waren, auch zu CIRCLE II CIRCLE wieder kommen würden, immerhin handelt es sich hierbei nicht minder um einen legitimen Erben der Power Metal Legende SAVATAGE, aber Satz mit X, mehr als hundert Leutchen werden es wohl nicht gewesen sein.

Selber Schuld, denn die Band um Ex-SAVA Sänger Zak Stevens legte sich mächtig ins Zeug und war glänzend aufgelegt. Keine Ahnung, ob es daran lag, dass es das Tourabschlusskonzert war oder ob die Truppe immer so drauf ist, in meiner persönlichen Punktewertung liegen sie im Vergleich zum etwas behäbigen "Mountain King" klar vorne. Zak Stevens ist und war ohne Frage der bessere Sänger von beiden und daran lässt er auch keinen Zweifel aufkommen, der Mann ist schlichtweg phänomenal. Andrew Lee ist für die genialen Licks und Riffs an dem Abend zuständig, wuselt dabei wie ein Derwisch über die Bühne und hat sogar den Angus Young Gedächtnis Hopser auf einem Bein drauf, obwohl eigentlich stammt der ja von Chuck Berry und wurde von Rory Gallagher perfektioniert. Sein technisches Können steht dem von Matt LaPorte sicher in nichts nach, dabei bangt er aber wie die wilde Sau und frickelt sich gleichzeitig noch grinsend den Arsch ab. Die Backline aus Paul Michael Stewart (bass) und Johnny Osborn (drums) ist eine Wand und falls sie mal einen neuen Job benötigen, können sie problemlos als sog. "Gods Of Thunder" bei Uncle Ted anheuern, wieso? Dazu kommen wir gleich.

C2C bestreiten den Set hauptsächlich mit neuen Songs aus ihrem aktuellen Album, gleich sieben Tracks stammen von "Consequence Of Power", dazu zwei Songs vom letzten Album "Delusions Of Grandeur" und einer vom Vorgänger "Burden Of Truth", die beiden ersten Alben werden leider komplett ausgeklammert. Allerdings wurde die Setlist auf der Tour auch variiert und durchaus anders gewichtet. Mit den neuen Songs scheinen sich C2C von ihrem überlebensgroßen Idol abnabeln zu wollen, aber auch an diesem Abend geht es natürlich nicht ohne SAVATAGE und so besteht die Zugabe aus drei handverlesenen Klassikern der Band. Die symphonischen Effekte und das Piano werden zwar Playback eingespielt, aber der ein oder andere wohlige Schauer wird wohl so Manchem über den Rücken gelaufen sein, insbesondere beim überragenden Edge Of Thorns.

Das Highlight des Abends stand der aufrechten Fanschar (wir sind zwar nur Hundert aber machen Krach wie Tausend) jedoch erst noch bevor und so gab es als Abschluss eine kleine Jamsession mit dem Ted Nugent Klassiker Stranglehold in einer Hammer Version. Zak Stevens klemmte sich dabei hinter die Schießbude und wen dies überraschen sollte, den Job hat er bereits auf dem C2C Debut "Watching In Silence" übernommen und im Übrigen von der Pike auf gelernt. Paul Michael Stewart gab gesangstechnisch einen prima Derek St. Holmes ab, aber das Gitarrenduo bestehend aus Andy und Chris Wende von STEEL ENGRAVED war der Knaller. Laut Chris wurde dieses Special außer in Ingolstadt sonst nicht zelebriert, insofern war es allein das Eintrittsgeld wert. Danach war Schluss und beide Bands mischten sich zwanglos unters Volk.
Als Bonus zum Tourabschluss wurde zu jedem gekauften Tourshirt noch ein weiteres gratis dazu gegeben,
Chapeau!

Ralf Frank, (Artikelliste), 23.10.2010