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Suburban Records
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K 17, Berlin
Fotos: Peter Tenzler

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Astrosoniq
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Berlin, K 17, 19.05.2006

Das K 17 in Berlin-Friedrichshain ist ja eigentlich mehr ein Tummelplatz für die Gothic- und Dark Wave-Szene. Schön abgelegen und über drei Etagen sowie einer Halle und dem Innenhof verteilt, gibt es dort aber natürlich auch Konzerte, die nicht (nur) für schwarz gewandete Gestalten interessant sind. So gab es am 19.05. ein Rockpaket der heftigeren Sorte mit dem Auftritt der holländischen ASTROSONIQ als Höhepunkt, die mich schon auf der Pre-Party des diesjährigen Roadburn-Festivals in Tilburg nachhaltig beeindruckt hatten.
Insgesamt spielten an diesem Abend vier Bands, von denen wir jedoch die Lokalmatadoren PANDEMIC BREW gänzlich verpassten und von KANPUR auch nur noch ein paar Takte mitbekamen. Aber es stand ja noch genügend Livemusic aus.
Als nächstes kamen die Stuttgarter GASCOINE, um ordentlichen Hardcore-Doom-Stoner-Rock'nRoll unter das zu diesem Zeitpunkt noch vorwiegend aus sehr jungen, tendenziell den oben genannten Schwarzkitteln zugehörigen Zuschauer zu brettern. Leider war die Abmischung alles andere als zufriedenstellend, die Gitarre konnte man streckenweise nur erahnen, so dass die Stimmung bei den bewusst dreckig angelegten Songs nicht so hundertprozentig rüberkam. Immerhin, einige vom Jungvolk bewegten sich im Takt, viele waren aber mit sich, ihren Hormonen und/oder dem anderen Geschlecht beschäftigt. Erst bei den in der zweiten Hälfte des Gigs platzierten Midtempo-Stücken kam ein wenig mehr des durchaus erkennbaren Potentials der Band zur Geltung.

Astrosoniq Als dann die fünf Jungs aus Oss von ASTROSONIQ endlich auf der Bühne standen, war die Zeit schon reichlich vorgerückt, das Publikum deutlich gelichtet und der Altersdurchschnitt bei den Verbliebenen dramatisch angestiegen. Gut so, denn jetzt härteren Stoff, nix für Milchbärte der Generation Klingelton. ASTROSONIQ ließen ihr Raumschiff abheben, an dessen Bord sich aber so irdische Dinge wie saftiger Metal, erdiger Blues, groovender Funk oder auch knarziger Garagenrock befinden. Mehr als nur eine reine Stonerband mischen sie aus diesen bodenständigen harten Sounds zwischen BLACK SABBATH, MONSTER MAGNET oder BLACK LABEL SOCIETY und spacigen Klängen im Stile von HAWKWIND einen fulminanten, äußerst anregenden Zaubertrank (man nennt sie ja auch die "Wizards of Oss").

Astrosoniq Zugegeben, Sänger Fred van Bergen sieht mit seinem Käppi, der hochgeschobenen Sonnenbrille, Jeans und dem sportiven Sweater mit sich Freiheit verschaffendem weißem Unterhemd ziemlich prollig aus. Aber er ist ein klasse Shouter in sämtlichen (musikalischen) Lebenslagen. Drummer Marcel van de Vondervoort beherrscht nicht nur das donnernde Rockfundament, sondern auch subtilere Spielweisen und Bassist Erik de Vocht ist sowieso ein Hansdampf in allen Groove-Gassen. Durchaus herausragend sind aber die solistischen Ausritte von Saitenmeister Ron van Herpen, bandintern auch Baron genannt, die den Songs die Sahnehäubchen aufsetzen.

Astrosoniq Natürlich hatten die Brabanter vorwiegend Material aus ihrem aktuellen Release "Speeder People" im Gepäck. Los ging es mit dem fulminanten Red Unz Go Fasta, gefolgt von Six Pack und dem Turbo-Stoner Grifter. Mächtig auf die Socken gab es dann mit dem sich im Titel (mit einer gewissen Selbstinronie) erklärenden Cold Hearted Guys, Like Us, Like It Loud und dem gleichermaßen epischen wie wuchtigen Lipstick Traces. Danach gab es auch noch ein bisschen älteres Material, den Anfang machte des schwere, doomige Afterlife Rulers vom Erstling "Son Of A.P.Lady". Übrigens: da diese Scheibe nicht mehr erhältlich ist, steht sie auf der Homepage von ASTROSONIQ komplett zum freien Download zur Verfügung. Ein klasse Service. Ihr wisst, was ihr jetzt, nachdem ihr mit dem Lesen dieses Artikels fertig seid, zu tun habt.

Astrosoniq Schließlich gab es noch das Riffmonster Sod Off! von "Soundgrenade", mit mir leider unbekanntem Gastvokalist, und zum Abschluss den psychedelischen Bandklassiker You Loose, auch wieder vom Debüt "Son Of A.P.Lady". Wer bei diesem gewaltigen Spacerockungeheuer nicht wegfliegt, muss festzementiert sein.
Der inzwischen beschämend leere Laden (der große Rest tummelte sich auf der Party zwei Etagen tiefer) genoss noch eine Zugabe und trollte sich dann in der Gewissheit, eine der besten (und vielseitigsten) Livebands im Bereich härterer Stonerock gesehen zu haben. Schade, dass sich das immer noch nicht so richtig rumgesprochen hat (die Holländer sind schließlich schon ein Weilchen im Geschäft). Und schade, dass sie nicht von ihrer ebenso phänomenalen Spacerock-EP "Made In Oss" gespielt haben. Aber so kann man sich wenigsten noch etwas für ihren nächsten Auftritt wünschen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 24.05.2006

Bilder: Peter Tenzler, (Artikelliste), 19.05.2006