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Ruf Records

Young Girl Blues
"Young Girl Blues", 1992
Without A Warning
"Without A Warning", 1994
Big City Blues
"Big City Blues", 1995
Walk In The Sun
"Walk In The Sun", 1996
Ten Days In November
"Ten Days In November", 1998
Love Comin' Down
"Love Comin' Down", 2000
Back To The Blues
"Back To The Blues", 2000
Where The Action Is
"Where The Action Is", 2002
Change
"Change", 2004
Sue Foley
"...in der Blues Karawane", Interview

In kurzer Zeit ein zweites Interview mit der kanadischen Blueskünstlerin Sue Foley im Hooked on Music? Warum nicht, schließlich ist sie ja schon wieder auf einer neuen Tournee. Diesmal im Rahmen der Blues Caravan Tour, zusammen mit Ana Popovic und Candye Kane.
Am Nachmittag vor dem Aschaffenburger Konzert hatte ich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit der 36-jährigen.

Hooked on Music: Hallo Sue, ich freue mich sehr mit Dir reden zu können. Wie läuft denn die Tour bisher?

Sue Foley: Ich denke, sie ist recht erfolgreich, wir spielen vor gut gefüllten Sälen und verkaufen auch viele CDs. Wir haben Spaß, es läuft also ziemlich gut.

HOM: Wessen Idee war die Blues Caravan Tour?

S.F.: Das war Thomas Rufs Idee, der Inhaber von Ruf Records.

HOM: Kanntest du Candye und Ana vorher?

S.F.: Ich kannte Candye, mit ihr habe ich schon getourt. Ana kannte ich nicht nicht persönlich, aber ich hatte schon von ihr gehört.
(Information am Rande: Sowohl Sue Foley als auch Candye Kane veröffentlichten ihr Debüt-Album beim kleinen texanischen Plattenlabel von Clifford Antone)

HOM: Wie habt Ihr denn die Reihenfolge Eurer Auftritte festgelegt?

S.F.: Ach, das hat Thomas wohl so entschieden und wir haben damit kein Problem.

HOM: Für Dein letztes Album "Change" hast du verschiedene Auszeichnungen erhalten wie "Acoustic Act Of The Year" und "Female Vocalist Of The Year" (von der "Toronto Blues Society").
.und auch dein Schlagzeuger, Tom Bona, wurde "Drummer of The Year". Was bedeuten Dir diese Preise? Ist das eine Art von Befriedigung?

S.F.: Richtig. Nun, es ist immer schön, wenn man die Aufmerksamkeit bekommt und das was man "the approval your peers" nennt (in etwa: Die Anerkennung dazu zu gehören). Das ist schon gut, tut ja nicht weh und auch wenn wir Musik nicht aus diesen Gründen machen, so hilft es doch definitiv, wenn einen die Leute wahrnehmen und man in der Presse vorkommt.

HOM: Wie würdest Du dich beschreiben? Siehst Du dich mehr als Sängerin oder als Gitarristin?

S.F.: Ähm, ich bin beides. Ich fing zwar hauptsächlich mit der Gitarre an, ich denke, weil ich damit eher erwartete ein Publikum in Stimmung zu bringen, aber ich fühle mich auch als Sängerin wohl und auch als Songschreiberin.

HOM: Wie hast Du denn angefangen. Was waren Deine Einflüsse?

S.F.: Meine Einflüsse? Nun, mein Vater spielte Gitarre und meine älteren Brüder auch. Und natürlich bin ich mit 70's Rock'n'Roll aufgewachsen, mit den ROLLING STONES und solchen Bands. Meinen Weg zum Blues habe ich so mit etwa 15 Jahren gefunden.

HOM: Wie ist es mit dem Singen? Wer hat Dich da beeinflußt?

S.F.: Das waren Leute wie Bessie Smith, Memphis Minnie, Billie Holiday, T-Bone Walker.
Das sind so meine Favoriten als Blues-Sänger.

HOM: Du magst Memphis Minnie, richtig?

S.F.: Oh ja, ich liebe sie.

HOM: Sie war ja eine der ersten weiblichen Blueskünstler die eine elektrische Gitarre benutzten. War sie insofern auch ein Einfluß?

S.F.: Ja, auf jeden Fall.

HOM: Außerdem war sie natürlich auch eine der Sängerinnen, die gerne doppeldeutige Texte verwendeten, wie etwa in Bumble Bee Blues. Wenn ich mir Deinen Song Sugar In My Bowl, von Deiner letzten CD anhöre, denke ich Du magst diese Art von "Risqué-Blues" auch ganz gerne, richtig?

S.F.: Mmh, ja. Ich hab den Song von einem alten Bessie Smith Album, aber ich denke, der Blues ist sowieso grundsätzlich voller Doppeldeutigkeiten und solcher Sachen. Das ist es, was ihn zu etwas besonderem Macht.

HOM: Wie wählst Du denn die Stücke aus, die Du von anderen coverst?

S.F.: Aah, hauptsächlich gehe ich danach, ob ich sie genug liebe und ob ich denke, daß ich sie singen kann. Auch ob ich eine Beziehung zu dem Song oder der Erfahrung die damit verknüpft ist aufbauen kann und schließlich ob ich ihn überhaupt gut genug hinkriege.
An eine Menge Sachen, die ich liebe, würde ich mich nicht heran wagen, wie an irgendwas von Aretha Franklin oder was ähnlichem. Im Endeffekt muß ich das Gefühl haben, ich kann was eigenes daraus machen.

HOM: Was hörst Du dir denn zur Zeit so an, eher alte Sachen oder...?

S.F.: Ja eigentlich mehr alte Platten, im Rahmen meiner Studien zu weiblichen Gitarrespielern.

HOM: Legst Du heutzutage mehr Wert auf Deinen Gesang oder Dein Gitarrespiel? Was übst Du?

S.F.: Eigentlich über ich gar nicht sonderlich viel. Wenn überhaupt, dann arbeite ich etwas an meiner Spieltechnik und an meinem Songwriting.

HOM: Hast Du eine bevorzugte Zeit des Tages um zu arbeiten, Songs zu schreiben?

S.F.: Der Morgen, definitiv. Ich mag es aufzustehen, einen Spaziergang zu machen, einen Kaffee oder Tee zu trinken und dann bin ich bereit. Ich mag es früh zu beginnen, das ist meine beste Zeit.

HOM: Als Du in München mit Fred gesprochen hast, hast Du erwähnt, Du hättest bereits ein komplettes neues Album geschrieben seit den Aufnahmen zu "Change". Was machst Du jetzt mit diesen neuen Songs? Liegen die erst mal in der Schublade, oder spielst Du schon was von ihnen?

S.F.: Nun, ich denke, die werden mein nächstes Album für Ruf Records geben. Ich werde die Anfang Juni fertig machen und wenn sie Thomas - hoffentlich - mag, wird das mein neues Album. Zunächst konzentriere ich mich immer darauf, die Songs aus dem aktuellen Album zu spielen. Vielleicht mal einen neuen Song. Wenn dann das neue Album rauskommt, fliegt einiges alte raus und es kommen neue Songs dazu. So ändert sich praktisch alle 1 ½ Jahre mein komplettes Programm und das ist auch gut so, so bleibt es interessant, wird nicht langweilig.
(Anm.: Da kenn ich auch andere Einstellungen dazu...)

HOM: Hörst Du Dir eigentlich deine Alben noch an, nachdem sie veröffentlicht wurden?

S.F.: Nein, meine alten Scheiben hör ich mir eigentlich nicht mehr an. Ich höre das Album an dem ich arbeite während des Mixens und der Produktion ausschließlich. Aber meine alten Sachen höre ich nicht mehr an.

HOM: Gibt es irgendwas von dem Du träumst, etwas was Du gerne hättest oder erreichen würdest?

S.F.: Ich möchte das Buch an dem ich arbeite fertig bekommen. Es geht um die weiblichen Gitarrenspieler und heißt "Guitar Woman". Wenn Du auf die Seite www.guitarwoman.com schaust, siehst Du was ich bis jetzt fertig habe. Ich mach dafür eine Serie von Interviews mit Gitarristinnen. So eben von Gitarristin zu Gitarristin - über das Leben, die Musik, alle verschiedenen Arten von Musik, Klassik, Blues, Jazz, Rock...
Das ist so mein Hauptprojekt im Moment und ich lerne auch eine Menge dabei, über Leute wie Elizabeth Cotten etwa und sehr vieles, das heute niemand mehr spielt.
Thomas Ruf möchte eine Zusammenstellung von diesen weiblichen Gitarrenspielern herausbringen und wird so wohl auch mit an diesem Projekt arbeiten. Alles was ich im Moment mache, dreht sich also mehr oder weniger um dieses Buch.

HOM: Macht Ihr eigentlich irgendwelche Live-Aufnahmen auf dieser Tour?

S.F.: Nein, wir nehmen nicht auf. Ich glaube Thomas macht eine Live-DVD von Ana Popovic am Ende der Tour und er macht ein paar Aufnahmen von uns, um halt was zu haben, aber richtig aufnehmen tun wir nichts.

HOM: Gut, dann bedanke ich mich für das Gespräch und wünsche Dir einen guten Auftritt heute Abend.

S.F.: War es in Ordnung, ja? Vielen Dank auch.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 25.01.2005