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Mascot-Provogue Records
Fotos:
Joachim Domrath
Jay Hooks
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Jay Hooks
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Jay Hooks und Joachim
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Jay Hooks
"Blues Ain't Dead", Interview

Hooked on Music: Jay, wie unterscheiden sich das deutsche und das amerikanische Publikum?

Jay Hooks: Mir fiel auf, dass die deutschen Fans es lieben, wenn ich so richtig losrocke.
Ich war jetzt 5 Wochen auf Tour in Germany, und bis auf wenige Ausnahmen fast täglich auf einer anderen Bühne. Es sind teilweise kleine, aber tolle Clubs mit guter Stimmung. Ich habe es genossen hier zu spielen, da das Feedback stimmte.

HOM: Du spielst nicht nur Gitarre. Dein ganzer Körper wird zur Gitarre, wenn man Dich, vollkommen in der Musik aufgehend, auf der Bühne sieht.

J.H.: (lacht). Oh ja. Musik ist mein Leben. Und auf der Bühne gebe ich alles.

HOM: Deine Band ist eine perfekte Musikmaschine. Die Harmonie stimmt.

J.H.: Ja. Mit Marie (Bass) und Little Joe (Drums) spiele ich jetzt seit fünf Jahren ununterbrochen zusammen. Wir sind wie eine Familie.
Joe ist der perfekte Drummer für mich schlechthin. Beide sind genauso leidenschaftlich wie ich, wenn es um die Umsetzung der Songs geht.

HOM: Der Song AM I SUPPOSED TO CRY hat starke Southern Einflüsse.
Wie stehst Du zum Southern Rock und den Musikern?

J.H.: Oh Yeah (!). Alles fing bei mir vor Jahren mit Southern Rock an.
Ich sah Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet und die Outlaws. Ich liebe ihre Musik und die Ansammlung von Gitarren.
Erst als ich Stevie Ray Vaughan über den Weg lief, bin ich zum Bluesrock gewechselt. Stevie ist nach Jimi Hendrix und Johnny Winter "das" musikalische Vorbild für mich. Danach gab es für mich persönlich nur noch den Blues. Die andere Musik höre ich immer noch gern, spiele sie aber selbst nicht mehr.

HOM: Provogue hat ja außer Dir noch einige andere hochkarätige Gitarristen unter Vertrag.
Ich nenne da nur Rob Tognoni und Dave Hole. Habt ihr Kontakt untereinander?

J.H.: Leider nein. Ich hatte Rob persönlich getroffen, aber von Dave kenne ich z.Zt. nur seine geilen Platten, die ich zu Hause gerne höre. Bis wir uns persönlich kennen lernen ist es nur eine Frage der Zeit, da alle viel auf Tour in unterschiedlichen Ländern sind.

HOM: Wie stehst Du zur gegenwärtigen Chartmusik mit Rap, Techno usw.?

J.H.: Frag mich nicht. Ich höre grundsätzlich kein Radio. Mich nervt diese Musik nicht, weil ich sie einfach ignoriere. Da wäre jede Minute vertane Zeit.
Mit dem Computer arbeitet man, macht aber keine Musik damit. Ich hasse das. Ich höre nur einmal wöchentlich eine Bluesshow im Radio, das war's.

HOM: Deine Live Acts mit klassischer Trio-Besetzung kommen mühelos ohne den Einsatz von Keyboards aus. Das fällt mir angenehm auf.

J.H.: Oh, das will ich auch meinen. Wie schon gesagt, bleib mir vom Hals mit den Computer-Samples. Das zerstört den Sound. Das Einzige, was ich stark finde, ist eine waschechte Hammond B-3.

HOM: Das Internet ist aus der heutigen Musik ja nicht mehr wegzudenken. Vielen Bands und Musikern ist es ja nur möglich, über ihre eigene Website CD's zu verkaufen, weil die Record Companies oftmals auf beiden Ohren taub sind. Was hältst Du vom Internet-Zeitalter? Du hast ja selbst eine gute Site.

J.H.: Du hast Recht, dass viele Bands ihre Musik nur im Web absetzen können. Das ist die schöne Seite. Nicht so schön finde ich all diese Napsters und Konsorten, die uns Musikern das Leben immer schwerer machen.
Die Downloads gehen dank moderner Technik immer schneller und die Musik könnte eines Tages auf der Strecke bleiben.
Ich finde, da müsste eine Lösung gefunden werden, mit der alle Leben können.

HOM: Bei Deiner herausragenden VOODOO CHILD Version, legst Du Deine ansonsten so geliebte Gibson beiseite, um zur Fender zu wechseln. Was bedeutet Jimi Hendrix für Dich im Besonderen?

J.H.: Er ist einer meiner großen Inspirationen. Meine Mutter sagt oft, ich wäre mit 30 im falschen Alter, für die Musik die ich höre. Classic Rock der 60er und 70er sind meine absoluten Favoriten. Jimi Hendrix, Billy Gibbons, Johnny Winter usw.
Mama sagt, (Jay lacht) ich müßte eigentlich in den 50er geboren sein, wenn sie es nicht besser wüsste.
Das wirst Du sicher gemerkt haben bei meiner Version von GOING HOME. Ich geniesse es, solche Musik zu spielen. Das ist einfach wunderbar. Und ich versuche mich selbst einzubringen. Ich spiele die Songs nicht einfach nach, ich lebe mich in Ihnen aus.

HOM: Das war in jedem Akkord zu spüren. Ich habe selten solche tollen Versionen von VOODOO CHILD und GOING HOME gehört.

HOM: Johnny Winter soll ja sehr krank sein, wie man hören konnte.

J.H.: Ja, das ist schade. Aber 40 Jahre Musikbusiness gehen wohl an keinem spurlos vorüber.

HOM: Jay, das Hooked on Music dankt Dir für das Interview und wünscht Dir für die weitere Tour durch Europa alles Gute. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr wieder.

J.H.: Das will ich doch hoffen. Danke.

Joachim Domrath, (Artikelliste) 21.09.2001