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NOIS-O-LUTION
Genepool
"Wir sind schon alle Musiker und nicht irgendwelche Hanseln, die gerade mal ein bisschen auf Tour gehen", Interview

Vor dem Konzert im Magnet Club standen mir GENEPOOL, die man ja quasi als deutsche Allternative-Allstar-Band bezeichnen kann (Jack Letten von SMOKE BLOW und Christian von den ROSTOK VAMPIRES am Gesang, Thilo Schenk und Produzentenlegende Guido Lucas, auch von SCUMBUCKET und LES HOMMES QUI WEAR ESPANDRILLOS bekannt, vom BluNoise Studio an Gitarre und Bass, Jan Delgado von DOWNSTROKES an der Gitarre und DRAGSTER-Schlagzeuger Kolja Matzke) alle zusammen, gemeinsam mit Ueli von Nois-O-Lution zu einem Interview zur Verfügung. Da man in dem China-Imbiss neben dem Magnet Club zusammensaß schon mal vorab sorry, falls nicht alle Wortbeiträge korrekt zugeordnet sind, da ich bei der Nachbereitung ja nur noch die Stimmen auf Band zu Verfügung habe.

Hooked on Music: Hallo in Berlin. Zunächst mal die Frage, wie Ihr Euch als GENEPOOL zusammengefunden habt. Doch sicher nicht aus Langeweile?

Thilo : Langeweile? Doch, so ein bißchen Langeweile war wohl auch dabei. Nee, ich habe den Letten irgendwann kennengelernt, da habe ich selber für ein Magazin was gemacht, einen Bericht über SMOKE BLOW gemacht. Wir haben uns ziemlich gut verstanden, der Kontakt ist dann geblieben, die Gruppe hat sich dann ziemlich früh gefunden, mit allen zusammen.

HoM: Und jetzt ist er (Jack Letten, Anm. d. Red.) wieder mit SMOKE BLOW unterwegs, habt ihr jetzt einen anderen Sänger?

Thilo, Kolja : Der Christian war aber schon von Anfang an dabei...

HoM: ... ach so, dann als zweiter Sänger, das war von Anfang an so konzipiert?

Thilo, Kolja: Ja, genau, als zweiter Sänger, von Anfang an.

HoM: Und Jack ist dann zukünftig auch wieder dabei?

Thilo: Ja, sofern er Zeit hat, klar.

HoM: Ihr habt gerade eine neue Scheibe herausgebracht ("Everything Goes In Circles"), bei Nois-O-Lution. Wollt Ihr da ein bisschen was erzählen über die Entstehungsgeschichte?

Ueli: Also draußen ist die noch gar nicht, offizieller Termin ist im Februar. Heute kann man sie exklusiv kaufen, auf dem Konzert. Ja, wie hat sich das entwickelt... eigentlich haben die was geschickt, das hat uns gefallen, dann haben wir uns unterhalten und haben das gemacht. Ganz einfach

Kolja: Ja, so einfach läuft das normalerweise nicht. Da haben wir uns schon gefreut, dass das auch mal so locker läuft. Aber ich denke, das spricht auch für die Platte.

HoM: Ich denke, es ist für Euch vielleicht auch ein Stück weit Ablenkung zu dem was Ihr sonst macht? Auch mal richtig Gas geben und so...

Thilo: Du meinst Ablenkung vom Alltag, oder was? Ja, ein Stück weit ist das schon so, aber eigentlich ist das unser Herzblut, würde ich sagen. Denn das was wir da machen, ist wirklich, das was wir machen wollen. Das kommt schon sehr von innen, das ist schon mehr als nur Ablenkung.

Christian: Dafür machen wir es alle eigentlich auch schon viel zu lang. Ich meine, niemand macht etwas so lang, an die zwanzig Jahre lang, nur weil man gerade Bock drauf hat. Das ist schon ein Teil des Lebens. Also wir sind schon alle auch Musiker und nicht irgendwelche Hanseln, die gerade mal ein bisschen auf Tour gehen oder so...

HoM: So soll es ja wohl auch sein. Wie kamt ihr eigentlich auf den Namen GENEPOOL?

Thilo, Kolja: Tja... Eingebung.

Thilo: ... es ist eine Verschmelzung vieler verschiedener Stile und Charaktere, das war schon immer die Idee, und deswegen heißen wir auch so. Und deswegen gibt es auch zwei verschiedene Sänger.

HoM: Ja, ich habe die Platte vorab schon mal hören können und das gefällt mir auch wirklich gut, da viele verschiedene Elemente darauf sind, es ist ein bisschen punkig, ein bisschen wavig, es gibt Kick Ass Rock und trotzdem ist alles gut miteinander verschmolzen, so dass nichts auseinanderfällt.

Thilo: Ja, das schlägt eigentlich wieder die Brücke zu dem was wir vorhin gesagt haben, es kommt halt von innen... alle am Ende der Achtziger (und mit dieser Musik groß geworden, Anm. d Red.) ...das steckt halt irgendwie drin. Wir wollten aber trotzdem keine Hau-Drauf-Trash-Platte machen, sondern eine Platte, die mehr Leute anspricht. Deshalb auch betont melodiös, das Ganze.

HoM: Guido, um mal zu Dir zu kommen, demnächst kommt ja auch von JELLY PLANET eine Platte heraus, von Dir produziert. Das ist ja schon ein bisschen eine andere Richtung, als das, was Du sonst produzierst...

Guido: Ja? Siehst Du das so?

HoM: Na, es klingt schon anders als SCUMBUCKET oder so...

Guido: Ja, ich bin ja eigentlich Hippie... (Gelächter). Die neue Platte von JELLY PLANET wird auch schon ein bisschen anders werden als die alten... Sie kommt auch im Februar raus und wird wirklich schön.
(es folgt ein kurzes Gespräch über JELLY PLANET, die leider so selten auf Tour sind)

HoM: ... zurück zu GENEPOOL... das ist ein kurze Vorab-Tour und dann geht es im Frühjahr richtig weiter?

Christian: Ja, genau. Wir haben etwa für März eine Tour angesetzt, da wissen wir aber noch nicht mit wem... für uns ist einfach klar, dass wir nach der VÖ eben auf Tour gehen, aber wie genau das aussehen wird, steht noch in den Sternen. Wir haben jetzt angefangen, einzelne Gigs zu spielen, um sich live auch mit den Songs zu finden und so weiter, und das live auch schon mal ein bisschen publik zu machen, schon vorher. Was sehr gut funktioniert hat, war zum Beispiel jetzt der Gig mit den BEATSTEAKS, im Vorprogramm, das war eine gute Sache für uns. Da hat man schon gesehen, dass die Musik auf jeden Fall funktioniert.

HoM: Das war dann sicherlich auch in einem größeren Rahmen...?

Christian: Ja, das war eine große Halle, 3.500 Leute und, ja, kam auch glaube ich ganz gut an.

Guido: ... ja, weil die gedacht haben, wir wären die BEATSTEAKS...
Thilo: Das hat aber recht lange gedauert, bis sie es gemerkt haben... (Gelächter)
Kolja: Das lag an dem Typ mit dem Vollbart (Bassist Guido, Anm. d. Red.)...
Guido: Also während wir gespielt haben, haben sich 12-15 Mädchen ausgezogen. Das war ok... (Gelächter)

HoM: Ich glaube, die Gefahr besteht heute abend nicht...

Kolja: Ach, das schaffen wir schon, wir kriegen 3.500 Leute hier rein...

HoM: Habt Ihr OJO ROJO (die zweite Band des Abends, Anm. d. Red.) schon kenngelernt?

Thilo: Ja, kurz mit ihnen gesprochen.

Guido: Kennst Du die? Sind die gut oder was?

HoM: Ja, die machen so eine Art beschleunigten Stonerrock.

Guido : Ok, sind die aus Berlin oder aus Hannover?

HoM: Das Label ist aus Hannover, also Swell Creek, aber die Band ist aus Berlin.

Guido: Ja, das ist doch der Käsekopp... (Gelächter)

HoM: Bauke...

Guido: Genau, der Bauke...
Ueli: Entschuldige mal... der Käsekopp... (Gelächter)
Guido: Aber er hat sofort gewusst, wen ich meine... der ist schon gut, der Bauke.
Verdauungsbedingte Pause.

Thilo: Willste noch was wissen?

HoM: Wollt Ihr noch was sagen... der Welt da draußen?

Thilo: Was wir dann auch noch angedacht haben ist dann bald auch nochmal eine Single, Mitte des Jahres dann eventuell... aber wie gesagt, jetzt erstmal VÖ, dann die Tour, das ist so das Nahziel und ich denke, dass wir damit erstmal ganz weit kommen werden.

HoM: ... und dann Video und Klingelton...

Kolja: Ja, ja, gibt es alles... Unterhosen, Würstchen, alles...

HoM: Danke, dann viel Spaß heute abend und viel Erfolg.

An dieser Stelle auch ein besonderer Dank an Arne Gesemann und Ueli Häfliger von NOIS-O-LUTION, die diesen Interviewtermin ermöglicht haben.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 13.01.2005