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Electric Eel Shock
"St.Pauli ist zu klein...", Interview

Am Rande des Auftritts als Support für die BLOODHOUND GANG im Kreuzberger SO 36 hatte ich Gelegenheit mit den selbsternannten japanischen Rock'n'Roll Monstern von ELECTRIC EEL SHOCK, namentlich Gitarrist, Sänger, Strahlemann und Wirbelwind Akihito Morimoto und Bassist Kazuto Maekawa ein kurzes Interview zu führen. Wie sich herausstellte (und zu erwarten war) haben sie nichts monströses an sich, es kommen keine Gedanken an Godzilla auf, sondern es sind lustige, leicht durchgeknallte Jungs, die für ihre Musik leben.

Hooked on Music: Ihr tourt die ganze Zeit. Habt Ihr nicht ab und zu ein wenig Heimweh?

Akihito: Nein, eigentlich nicht. Manchmal vermisse ich meine Freunde aus Japan, aber wir haben hier in Europa neue Freunde kennen gelernt, auch in Deutschland, so dass wir jetzt eine Menge Freunde überall haben. Es ist schon ok so.

HoM: Wann wart Ihr zuletzt in Japan?

Akihito: Ich bin im Mai für eine Woche nach Japan zurückgekehrt, aber es war eine ziemlich stressige Zeit...

HoM: ... keine Zeit zum Ausspannen?

Akihito: ... nur ganz wenig.

HoM: Ihr habt zuerst "Go America" veröffentlicht, danach "Go Europe". Was kommt als nächstes dran?

Akihito: Ab September werden wir zu Aufnahmen im Studio sein...

HoM: ...zusammen mit Attie Bauw...

Akihito: ... ja, genau mit Attie Bauw. Die Veröffentlichung wird so gegen Anfang des nächsten Jahres sein. Es wird ein legendäres Album werden.

HoM: Gibt es schon einen Titel dafür?

Akihito & Kazuto: Nein, noch nicht.

HoM: Es gibt Gerüchte über "EES go St. Pauli"?

(beide lachen lauthals)
Akihito: Nein, ich glaube nicht.

Kazuto: Das ist nur ein Gerücht.

Akihito: St. Pauli ist ein gutes Pflaster, aber das wäre zu klein. Vielleicht "EES go Universe". (lacht)

HoM: Ihr tourt schon über so eine lange Zeit. Was war für Euch bisher der bemerkenswerteste Auftritt, quasi das Highlight?

Akihito: (überlegt) ... in dieser Zeit... hatten wir eine Menge guter Festivals, z.B. das Rock Hard Festival, das war ziemlich toll.
Ein echtes Highlight... das ist sehr schwer, denn jede Stadt hat ihre eigene Ausstrahlung, ländliche Auftrittsorte haben ihren Reiz, aber natürlich auch Großstädte. Es ist sehr schwer, sich auf ein Highlight festzulegen.

HoM: Habt Ihr überhaupt noch die Zeit, irgend etwas der Länder und Städte zu sehen, wo ihr auftretet?

Kazuto: Eigentlich eher nicht. Nur ganz oberflächlich können wir etwas anschauen. im Vorbeifahren.

Akihito: Gestern haben wir in Budapest gespielt, eine sehr schöne Stadt, aber wir hatten nicht viel Zeit zum Anschauen...

HoM: ... ja, es sind doch einige Kilometer von dort hierher nach Berlin.

Akihito: Ja, es ist wirklich sehr weit.

HoM: Im September werdet Ihr für dieses Jahr Euer viertes Konzert in Berlin spielen.

Akihito: Ich weiß nicht...

HOM: Zusammen mit PETER PAN SPEEDROCK, PUNKLES, ZSK...

Akihito: Das ist noch nicht entschieden, weil wir im September aufnehmen wollen...

Kazuto: (hilft seinem etwas verwirrten Kollegen) Nein, nein das ist die Show während der Popkomm...

HoM: ... genau, zur Popkomm...

Kazuto: Ja, das ist bestätigt, mit den PUNKLES und PETER PAN SPEEDROCK.

HoM: ... am 29. September...

Kazuto: Ja, genau.

HoM: (Um darauf zurückzukommen) Was haltet Ihr von Berlin als Stadt?

Kazuto: Eine richtig große Stadt, große Stadt für Rock'n'Roll... (beide lachen)

HoM: Da wir ein Onlinemagazin sind muss ich Euch fragen, was für Euch als Musiker das Internet bedeutet?

Kazuto: Das ist wirklich sehr nützlich für uns.

Akihito: Ja, eindeutig. Wir haben unsere eigene Website, über die wir unsere T-Shirts verkaufen können, unsere Songs vorstellen können mit MP3, wir haben ein Gästebuch, über das wir mit unseren Fans kommunizieren können.

Kazuto: Ohne diese Möglichkeit könnten wir nicht in verschieden Länder reisen, so können wir doch Kontakt per E-Mail mit unseren Freunden aufrechterhalten. Es ist wirklich sehr nützlich.

HoM: Seid Ihr in Kontakt mit anderen japanischen Bands?

Akihito: Ja, über das Internet. Nahezu 90% der Bands haben eine eigene Website.

HoM: Trefft Ihr sie auch, wenn ihr auf Tour seid?

Akihito: Eher nicht, wir hatten noch kein gemeinsames Konzert mit einer japanischen Band, höchstens mal auf einem Festival. In Hamburg, während den Aufnahmen hatten wir einmal Kontakt mit einer japanischen Band.

HoM: Was sind die Einflüsse auf Eure Musik, abgesehen von BLACK SABBATH?

Akihito: (Freudengeheul bei der Erwähnung von BLACK SABBATH) Ja, das sind meine Götter. In Zukunft wollen wir einmal auf dem Ozzfest spielen, ich hoffe jedenfalls darauf.

HoM: Falls Ozzy gesund bleibt und nicht so viel Motorrad fährt.

(beide lachen)
HoM: Und Du, Kazuto, bist ein Fan von britischem Hevy Metal?

Kazuto: Ja, habe ich schon immer gemocht. Früher haben Aki und ich IRON MAIDEN, Ozzy Osbourne, JUDAS PRIEST in der Highschool gecovert.

Akihito: Kazuto's Highlight war die MICHAEL SCHENKER GROUP in Japan...

Kazuto: (mit glänzenden Augen) Ja, genau.

HoM: Ich denke, diese Art von Musik ist auch geradezu zeitlos...

Akihito & Kazuto: (Freudengebrüll) Ja, ja!

Kazuto: Wir haben in Wacken gespielt dieses Jahr und haben dort DIO gesehen... einfach großartig, derselbe Sänger wie vor zwanzig Jahren und immer noch... whooa!!

HoM: Ich wünsche Euch viel Glück für das heutige Konzert und den Rest der Tour. Wollt Ihr zum Abschluss noch etwas zu unseren Lesern sagen?

(kurze japanische Konversation)
(man einigt sich noch auf das korrekte Datum des Popkomm-Auftritts, immer wieder unterbrochen von freudigem Gebrüll)

Akihito: Kommt zu unseren Shows, besucht unsere Website, habt Spaß mit unserer Musik und wartet auf unser brandneues Album. Es wird ein legendäres Album werden (lacht), das Rock'n'Roll-Geschichte schreiben wird.
(alle lachen)

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Sabine und Stefan von Bizzy Bee, die das Interview ermöglicht haben.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 10.08.2004