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Unser "Plan", etwas anderes zu machen, ist aufgegangen., Interview

Eigentlich sind sie ja schon ein Weilchen im Geschäft, die schwedischen Rocker von DEVILLE. Aber dennoch stellt man mit dem neuen Album einiges um, alle Schalter auf “on“ und schaut entsprechend optimistisch in die Zukunft, da man sich jetzt doch von der Masse der althergebrachten Stonerbands abheben kann, wie mir Frontmann Andreas Bengtsson im Interview verriet.

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Könntest Du mir zu Beginn etwas über DEVILLE erzählen – wie Ihr zusammengefunden habt, was Eure Einflüsse waren und schließlich wie Ihr mit dem Label Small Stone Records in Kontakt gekommen seid?

Wir haben seit Anfang 2000 in verschiedenen Konstellationen zusammengespielt, aber erst 2008 fanden wir etwas, auf das wir aufbauen konnten, einen gemeinsamen Sound und ein gemeinsames Gefühl. Mit schweren Gitarren und groovendem Schlagzeug, vielen Melodien und einer Heaviness, die von Bands der Alternative Rock und Metal-Szene ab den 90ern beeinflusst wurde. Janne, unser neuer Gitarrist, stieß 2012 zu uns. Mit Small Stone kamen wir über einen deutschen typen in Kontakt, der uns zunächst für sein eigenes Label haben wollte, aber nach einer Weile der Zusammenarbeit und im Hinblick auf unsere Pläne für das Album meinte, wir sollten mit seinem Freund Scott Hamilton, dem Boss des Labels Small Stone, Verbindung aufnehmen.

Kannst Du etwas über die Aufnahmen zu Eurer neuen Scheibe “Hydra“ berichten – über das Komponieren, die Aufnahmesessions und die Produktion des Albums. Was war anders im Vergleich zum vorherigen Album?

So ziemlich alles war anders. Ein neues, professionell eingerichtetes Studio, mehr Erfahrung, effizientere Songs. Wir kamen überein, dass wir ein Album einspielen sollten, dass abbildet, was wir am besten können und das auch live funktioniert. Das Ganze nahm ziemlich viel Zeit in Anspruch, da wir fast ausschließlich an den Wochenenden und nachts aufnahmen. Wir hatten auch kein Zeitlimit, was durchaus ein Problem sein kann, aber nach nahezu zwei Jahren schien uns das Album bereit fürs Abmischen. Es klingt verrückt, aber es ist richtig schwierig, dies zuzulassen. Das Abmischen selbst war ebenfalls ein wilder Ritt und endete damit, dass unser Schlagzeuger Markus, der seine Parts nachträglich einspielte, zu diesem Zweck mehrfach die Welt umrundet hat.

Was denkst Du über die Reviews zu “Hydra“? Viele erwähnen ja lediglich KYUSS und SOUNDGARDEN um dann das Etikett “gewöhnliche Stonerband“ draufzukleben. We würdest Du einen jungen Mann überzeugen, Euer Album zu kaufen?

Er muss nur das Album anhören und wird feststellen, dass es definitiv nicht nur irgendeine durchschnittliche Stonerband ist. Und wenn diese ganzen Vergleiche mit den anderen Bands gezogen werden, geschieht dies weil unsere Wurzeln im Bereich dieser Bands liegen, trotzdem klingt unser Album überhaupt nicht nach diesen Bands, allenfalls vielleicht ein klein wenig nach SOUNDGARDEN. Wir wusstenn, dass wir damit möglicherweise einige konservative alte Fans verlieren würden, aber letztlich war es gar nicht so schlimm, dafür haben wir jede Mange neuer Fans hinzugewonnen. Dazu sind 90% der Reviews sehr positiv, im oberen Bereich der Bewertungsskala, so dass man sagen kann, unser “Plan“, etwas anderes zu machen, ist aufgegangen.

Sprechen wir einmal über Stonerrock im Allgemeinen – was denkst Du über den Zustand der Szene? Gibt es Deiner Meinung nach irgendwelche Trends, neue spektakuläre Acts?

Eigentlich müsste gerade die letzte Welle der Retrobands unterwegs sein, da dieser Trend nun doch schon eine ganze Weile andauert, aber so sehr kenn ich mich damit auch nicht aus. Andere Bands machen das typische Stonerding weiter, aber für uns als Band ist es wichtig, sich weiterzuentwickeln, da wir auch schon eine ganze Weile dabei sind. Aber die Szene insgesamt fühlt sich sehr gesund an, mit vielen Unterkategorien. Es sieht in jedem Falle so aus, das genügend neue Bands die Stellung halten, wenn die ersten Bands wieder weg sind. Leider kann ich keine aktuellen Favoriten benennen, auf die ich komplett abfahre. Die neuesten in dieser Kategorie dürften KVERTELAK sein, aber die gehören eigentlich nicht so richtig zur (Stoner-)Szene.

Der Albumtitel “Hydra“ könnte auch eine Metapher für schwedische Bands sein. Wenn eine weg ist, sind auf der Stelle wieder zwei neue da. Was meinst Du ist der Grund für die Vielzahl schwedischer Rockmusiker?

Man hört diese Frage immer wieder, aber ich glaube nicht, dass es eine allgemeingültige Antwort darauf gibt. Es muss etwas mit unserem reichhaltigen musikalischen Erbe zu tun haben und dass wir ein Land sind, das in Bezug auf äußere Einflüsse und itnernationale Musik sehr empfänglich und aufnahmefähig ist.

Wenn Ihr auf Tour seid, welche Musik hört Ihr in Eurer Freizeit oder dann auch im Tourbus?

Wir verwenden dann etwas, das wir “Drivers Choice“ nennen, um lästige Wünsche während der ganzen Busfahrt zu vermeiden. Auf der letzten Tour ließ unser Busfahrer Jonas sehr viel STEELY DAN laufen.

Mit wem würdest Du gerne die Bühne teilen, wenn Du die freie Wahl hättest?

Da gibt es so viele Bands und auch Freunde, mit denen man eine tolle Nacht hätte. Aber für mich wäre es, ob Du es glaubst oder nicht, SOUNDGARDEN.

Was sind Eure Pläne für die nähere Zukunft aus musikalischer Sicht?

Ich weiß es wirklich noch nicht. Derzeit sind wir sehr mit live spielen beschäftigt, aber das Songwriting ist auch ein ständiger Prozeß. Ganz sicher werden wir keine Wendung um 180 Grad machen. Bei unserer Releaseparty in Malmö hatten wir zwei Drumkits auf der Bühne, das war cool und ziemlich heavy, vielleicht könnte es in diese Richtung gehen, wer weiß…

Ihr werdet auch einige Festivals spielen, insbesondere das famose STONED FROM THE UNDERGROUND. Was sind Eure Pläne hinsichtlich der Tour in Europa diesen Sommer und was wird voraussichtlich der Höhepunkt für Euch werden?

STONED FROM THE UNDERGROUND ist natürlich eines der Highlights, aber wir freuen uns auch auf einige Clubshows in Schweden, da wir solche Konzert sonst nicht so häufig dort spielen. Aber ein schönes festival ist natürlich immer kaum zuschlagen, egal wo es stattfindet

Zum Abschluss: Was ist Euer ganz persönliches Motto, das hinter Eurer Arbeit und der Musik von DEVILLE steht?

Play heavy music and be nice!

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Änne von Gordeon Music, die dieses Interview ermöglicht hat!

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 03.06.2013