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Blackfield
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Vielen Dank für die hübschen Mädchen, Interview

Vor dem Konzert im Columbia Club standen mir BLACKFIELD in Person von Steve Wilson (ja, auch von PORCUPINE TREE und als Produzent von FISH, MARILLION oder OPETH bekannt) und Aviv Geffen, der in seiner Heimat Israel Superstarstatus besitzt, zu einem Interview zur Verfügung.

Hooked on Music: Kannst Du mir etwas über das Projekt BLACKFIELD erzählen, wie es entstanden ist und wie alles begonnen hat.

Steve Wilson: BLACKFIELD ist eine Zusammenarbeit zwischen mir und dem israelischen Singer und Songwriter Aviv Geffen. Aviv ist ein großer Star in Israel, seinem Heimatland. Er verkauft dort sehr viele Alben und Singles, aber immer auf Hebräisch. Er singt immer in seiner Muttersprache Hebräisch. Er ist ein großer Fan meiner Band PORCUPINE TREE. Er lud PORCUPINE TREE ein, einige Shows in Israel zu spielen, das war im Jahr 2000. Das taten wir, und um die lange Geschichte abzukürzen: Wir wurden zu sehr guten Freunden, im Ergebnis unserer Reise durch Israel. Ich lernte Israel kennen und lieben... die Leute, das Land und alles. Daher kehrte ich öfter dorthin zurück und wir begannen Songs zu schreiben, im Jahre 2001. Wir setzten das Schreiben fort, nahmen einiges auf und stellten fest, dass wir da etwas ganz Besonderes hatten. Wir fügten das alles zu dem Album zusammen, das dieses Jahr herausgekommen ist... Das ist die ganze Geschichte.

HoM: Der Name BLACKFIELD - ist das ein tatsächlich existierender Ort?

S.W.: Nein, es ist nicht direkt ein Ort, es ist ein poetischer Begriff, ein Ort in meinem Gedächtnis, aus meiner Kindheit. Es heißt aber nicht direkt "Blackfield", das ist nur eine Art Imagination.

HoM: ...aber es passt hervorragend zur Musik...

S.W.: Es passt sehr gut zur Musik, das Schwarze passt zu den melancholischen, dunklen Seiten der Band und "Feld" steht für das Organische, die natürlichen Qualitäten der Band.

HoM: Aviv hat die meisten Songs geschrieben? War es für Dich schwierig, die Songs so kurz zu halten, da Deine Sachen mit PORCUPINE TREE doch meistens sehr episch sind?

S.W.: Nun, bei den meisten Songs haben wir uns das Songwriting geteilt. Es war sehr interessant für mich, die Disziplin aufzubringen, mit jemandem, der gewohnt ist sehr kurze Songs zu schreiben, zusammenzuarbeiten und meine Art zu arbeiten mit seiner Art zu arbeiten in Einklang zu bringen. Und sich dabei auf das kürzere Popsong-Format einzurichten, das war nicht einfach für mich, aber im Ergebnis hat es funktioniert.

HoM: Es gibt auf dem Album einen Song mit dem Titel Cloudy now. Darin kommt hervorgehoben die Textzeile vor: "We are the fucked up generation". (So eine Art Leitmotiv von Aviv Geffen, Anm. d. Red.) Willst Du etwas dazu sagen?

Aviv Geffen: Das war in Israel vor einigen Jahre so etwas wie eine Sensation, als sowas im Radio und im Fernsehen gesendet wurde. Denn bis dahin hatte es niemand gewagt, im Radio zu fluchen oder Schimpfworte zu benutzen. Steven war der Meinung, dass diese Zeile die Stimmung weltweit wiederspiegeln würde, die ich damals für Israel benutzt hatte, für meine Generation. Auf den Konzerten, bei der Tour in Israel, reagierten die Leute fantastisch darauf, weil wir alle irgendwo dasselbe fühlen.

HoM: Sprechen wir über die Setlist. Heute abend und überhaupt auf der ganzen Tour... gibt es auch etwas von Deinen Sachen zu hören oder nur BLACKFIELD-Songs?

A.G.: Nein, keine Sachen von mir, nur BLACKFIELD.
(Natürlich gab es dann aber auch ein bisschen Musik von PORCUPINE TREE, Anm. d. Red.)

HoM: Gibt es schon Pläne für ein neues Album?

A.G.: Ja, irgendwann nächstes Jahr, nach der Tour durch Europa, dann wird es hoffentlich bald etwas werden mit dem Aufnehmen.

HoM: Auf der Bühne habt Ihr eine fünfköpfige Band?

A.G.: Ja, genau, wir sind zu fünft.

HoM: Ich bin sehr gespannt darauf, wie Ihr einen Song wie Scars auf der Bühne umsetzen könnt.

A.G.: Ja, das ist gar nicht so einfach, aber es funktioniert.

HoM: Wie sind Deine persönlichen Erfahrungen auf der Tour?

A.G.: Für mich ist es wie ein großes Abenteuer, als Israeli diese ganzen Plätze zu erreichen, wo wir auftreten werden, im Norden, Süden und in der Mitte, wir spielen sogar im Irak, überall. Wir werden in Amerika, Südamerika, Australien, Asien und in Europa auftreten. Es ist eine große Freude für mich, mit Steven unterwegs sein zu dürfen, der inzwischen mein bester Freund geworden ist.

HoM: Das merkt man Eurer Zusammenarbeit auch an, das passt und harmoniert wirklich wunderbar.

A.G.: Vielen Dank.

HoM: Steven, lass uns ein wenig über PORCUPINE TREE reden. Wann wird das nächste Album veröffentlicht werden?

S.W.: Oh, es ist eigentlich alles fertig, es dürfte noch dauern bis März oder April nächsten Jahres, dann wird es erscheinen.

HoM: Ich habe etwas gehört von ca. 90 Minuten Musik?

S.W.: Ja, wir haben sehr viel Neues geschrieben. Es wird aber nicht alles auf dem Album vorkommen, das wird so etwa 60 Minuten Musik umfassen. Der Rest wird dann später sicherlich auch irgendwann extra auf B-Seiten oder ähnlichem veröffentlicht werden.

HoM: Es gibt hoffentlich auch eine Tour?

S.W.: Ja, wir werden ausgiebig auf Tour gehen im nächsten Jahr, nach der BLACKFIELD Tournee.

HoM: (zu Aviv Geffen) Wenn Du die Chance hättest, den Leuten in England etwas zu sagen, was würdest du ihnen mitteilen wollen?

A.G.: Vielen Dank für die Unterstützung!

S.W.: Vielen Dank für Steven Wilson. Danke, dass Ihr Steven Wilson hervorgebracht habt...

A.G.: Wir können zusammen Musik machen, in Israel, England, in der ganzen Welt, selbst im Irak...

HoM: (zu Steven Wilson) Und was würdest Du zu den Leuten in Israel sagen?

S.W.: Danke, dass Ihr Aviv Geffen hervorgebracht habt...
Vielen Dank für die ganzen hübschen Mädchen in der ganzen Welt, aber speziell in Israel.

HoM: Ich wünsche Euch, dass Eure Musik Eure Freundschaft festigt, genauso wie Freundschaften zwischen Leuten verschiedener Länder und Charaktere, über Grenzen hinweg.

A.G.: Ja, das ist es, was es die Sache wert sein lässt und ihr einen Sinn gibt.

HoM: Vielen Dank für das Gespräch, genießt die Show und habt Spaß.

S.W. & A.G.: Danke, ebenfalls.

An dieser Stelle auch ein besonderer Dank an Martin Bendig von SPV und Tourmanager Ross, die diesen Interviewtermin ermöglicht haben.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 03.12.2004