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Bitune
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Jung und langsam, Interview

Die Band BITUNE aus Eschwege fand bei uns mit ihrer aktuellen EP nicht nur Gehör sondern auch so viel Gefallen, dass wir die Band per Mailer zum Interview baten.

Hooked on Music: Es gibt BITUNE bereits seit 1996. Warum gab es bisher einen eher bescheidenen Output mit nur wenigen EPs?

BITUNE: Wir sind keine der Bands, die schnell im Songwriting sind. Bei uns entstehen die Songs zusammen im Proberaum. Jeder hat eine andere Meinung, das dauert seine Zeit bis dann mal ein Song steht. Oft merken wir dann später, dass er doch nicht so gefällt, und dann kommt er ins "Lager". Wir sind da sehr selbstkritisch, deswegen vielleicht der bescheidene Output. Wir probieren viele Songs live aus, wenn es diese Songs alle geben würde, wären es keine EPs sondern Doppel-Alben ;-)

HOM: Ihr habt ursprünglich in anderer Besetzung gespielt. Könnt Ihr mal etwas über Euren Werdegang erzählen, und wie und warum es zu den Umbesetzungen gekommen ist ?

BITUNE: In der aktuellen Besetzung spielen wir seid 2001, hat schon ein paar Jahre gedauert, die richtige Mischung zu finden. Christian ist seit dem als Gitarrist dabei und hat uns abgerundet. Als ich noch Gitarre in Bitune spielte hatten wir einen Drummer, den Paul, man sieht ihn bei Gigs manchmal den Merch machen. Dann hatten wir früher einige Sängerwechsel. Erst von mir zum Lars, der dann später mit Sascha tauschte. Lars spielte dann Gitarre und wurde dann von Peter ersetzt, der dann von Andi ersetzt wurden. Der Staffellauf der Gitarristen hatte dann mit Christian sein Ende erreicht ;-)
Die Umbesetzungen sind teilweise aus persönlichen, manchmal auch rein musikalischen Differenzen gekommen.

HOM: Wie kam der Kontakt mit Ace von SKUNK ANANSIE zustande? Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

BITUNE: Er hat einen unserer Songs auf einer CD gehört, ihm hat das gefallen, daraufhin haben wir mehr Songs aufgenommen und ihm geschickt. Daraufhin meinte er, er möchte uns produzieren auf dem Album, wenn wir einen Deal haben. Wir haben aber keinen im Laufe des Jahres zustande bekommen also haben wir ihn gefragt, ob er Lust hätte trotzdem mit uns ins Studio zu gehen. Ace hatte Lust drauf und hat's getan!! Es ist so gut ihn um dich haben, er ist ein so netter Mensch. Er hat diese Ausstrahlung, dieses Leuchten. Das steckt einen an. Er hat uns viel über Gitarreneffekte beigebracht, das ist natürlich sein Spezialgebiet. Also, er kann einfach objektiv seine Meinung zu den Songs abgeben. Er kann sagen, ja, das klingt gut, das nehmen wir... wir würden aber noch Stunden am richtigen Sound rumpfeilen. Er hat uns da offener gemacht, wir Deutschen sind zu genau und verlieren manchmal den Mut, was ausgefallene Sounds betrifft.

HOM: Wie läuft bei Euch allgemein die Arbeit im Studio ab? Wie werden die Songs entwickelt?

BITUNE: Wir nehmen die Songs bevor es ins Studio geht bei uns im Proberaum auf um zu sehen, ob noch irgendwas seltsam ist, nicht so kommt wie man das denkt. Man kann dann erst sehen, ob man auch gut spielt usw. Im Studio wird dann nur aufgenommen, ist ja auch teuer, so dass man nicht den Luxus hat, da erst den Song zu arrangieren.

HOM: Was war Euch bei der letzten EP besonders wichtig?

BITUNE: Uns war wichtig nicht nach einer typisch deutschen Produktion zu klingen. Es sollte aggressiv und ein wenig dreckig klingen. Ace bringt da, wie er sagt, ein wenig UK Sound bei uns ein. Er hat besonders mich am Schlagzeug ermutigt, lebendig zu spielen, nicht unbedingt immer drauf zu sein, auch mal spontan Fills einzubauen. Die Songs sollten leben. Nicht zu steril werden.

HOM: Gibt es musikalische Einflüsse und wenn ja, welche? Wie funktioniert der Austausch als Musiker in einer eher kleinen Stadt wie Eschwege?

BITUNE: Wir hören alle viel Musik. Es gibt so vieles was beeinflusst, oder was wir hören. Es gibt immer Zeiten, da hören wir alle anderes Zeug oder alle das selbe. Hier mal ein paar Bands, ich vergesse sicher viele: Soundgarden, Nirvana, Red Hot Chilli Peppers, Skunk Anansie, Life, Tool, Perfect Circle, Tim Christensen/Dizzy Mizz Lizzy, Radiohead, Smashing Pumpkins, Deftones, Incubus, Meshuggah, Faith No More, Rage Against the Machine, Refused, Kung Fu, 4Lyn, H-Blockx, Silverchair, Far, Foo Fighters, in den ersten Jahren Bands wie Nofx, Lagwagon, Rich Kids on Lsd.
Wir haben damals unser Ding noch nicht gefunden und versuchten, nach diesen Westcoast Bands zu klingen. Natürlichen haben uns auch Bands wie The Beatles, Queen und Led Zeppelin was auf den Weg gegeben. Unsere Eltern haben uns ja schließlich auch durch ihre Musik beeinflusst.
In letzter Zeit hören wir viel Cave In, Hundred Reasons, Rival Schools, Pedro the Lion, Further Seems Forever, Perfect Circle, Mann... viel mehr, aber die anderen Jungs aus der Band könnten hier auch noch einiges aufzählen.
Hier in Eschwege gibt es nicht viele Musiker, die sich auf das einlassen, was wir vorhaben. Wir proben viel, da kommt nicht jeder klar mit. Wir sind froh, uns gefunden zu haben.

HOM: Wenn Ihr Euch den Soundtrack für einen Film aussuchen könntet, welchen würdet Ihr gerne machen?

BITUNE: Da fragst du genau den richtigen ;-) Ich hab überhaupt kein Erinnerungsvermögen wenn es um Filme geht. Es gab in den letzten Jahr viele gute Soundtracks, zu denen aber einfach die Bands Songs beisteuern. Ich fände es interessant, wie z.B. Dave Grohl zu "Touch" einen kompletten Film mit seiner Musik vollendet. Mit vielen instrumentalen Songs, das wäre was schönes. Einen Film kann ich da nicht nennen.

HOM: Was sind Eure Ziele in musikalischer Hinsicht? Wo kann man Euch in nächster Zeit live erleben?

BITUNE: Im Sommer ein paar Festivals, die stehen alle noch nicht fest. Immer auf der Internetseite www.bitune.de, einfach vorbeischauen.

HOM: Was haltet Ihr als Musiker vom Internet?

BITUNE: Das Internet ist großartig in Sachen Kommunikation/Information. Natürlich ist die Seite der Musikdownloaderei für Musiker, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, nicht so toll. Da muss sich in den Jahren was ändern.

HOM: Was wollt Ihr zum Abschluss den Lesern des Hooked on Music mit auf den Weg geben?

BITUNE: Wir wollen den Leuten danken, die sich für Bands, wie wir es sind, interessieren. Das ist die Unterstützung, die man als Newcomerband braucht.

Wir bedanken uns bei der Band und bei Basti für die schnelle Realisation.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 15.04.2004