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Applause Of A Distant Crowd
Vola
Applause Of A Distant Crowd, Mascot Label Group, 2018
Asger MygindGesang & Gitarre
Martin WernerKeyboards & Programming
Nicolai MorgensenBass
Adam JanziSchlagzeug
Produziert von: Asger Mygind Länge: 42 Min 40 Sek Medium: CD
01. We Are Thin Air06. Vertigo
02. Ghosts07. Still
03. Smartfriend08. Applause Of A Distant Crowd
04. Ruby Pool09. Whaler
05. Alien Shivers10. Green Screen Mother

Das dänische Quartett VOLA macht wieder von sich reden. Vor zwei Jahren veröffentlichte die Band ihr Debüt-Album “Inmazes“. Für ihre mutigen und spannenden Mix aus Progressive Rock der 1970er Jahre mit elektronischen Elementen oder auch mal sehr brachialen Gitarren ernteten VOLA damals vollkommen zu Recht von nahezu allen Seiten großes Lob. Damit verbunden ist natürlich ein recht großer Druck, wenn man dann daran geht, einen Nachfolger zu komponieren und produzieren, den die Band nun mit “Applause Of A Distant Crowd“ endlich vorlegt.

Schon recht schnell wird klar, dass VOLA nichts von ihrem Mut und ihrer musikalischen Vision eingebüßt haben. Die Songs sind so vielschichtig, dass man sie nicht bei nur einem Durchlauf in ihrer Komplexität vollkommen durchdringen kann, was dafür sorgt, dass die Scheibe länger spannend bleibt. Zum anderen sind die Lieder wieder extrem abwechslungsreich, so dass man der Band nicht – wie etwa mittlerweile DREAM THEATER – vorwerfen könnte, dass sie vom kompositorischen und auch klanglichen Ansatz immer irgendwie „gleich“ klingen. Das erfordert vom Hörer natürlich dann etwas mehr Geduld und Flexibilität, die sich aber auch im Hörgenuss auszahlt.

Natürlich ist dabei nicht immer alles unbedingt gelungen (wobei das ja auch auf den jeweiligen Geschmack ankommt). So finde ich zum Beispiel die 80er-Jahre-Keyboards zu Beginn von Ghosts ziemlich nervig, der Song an sich gefällt mir allerdings gut. Am besten gelingt ihnen die Vermischung all der verschiedenen Elemente allerdings in den Songs We Are Thin Air, Alien Shivers und später noch in Still, dem Titel-Song sowie Whaler. Hier greifen die unterschiedlichen Einflüsse dann am stimmigsten und harmonischsten ineinander und verschmelzen zu einem echten Klangerlebnis, wie es sonst nicht viele Bands noch zu bieten habe, vielleicht einmal abgesehen von HAKEN oder auch GAZPACHO (wenn da auf ganz andere Art und Weise). Ebenfalls fantastisch sind das ruhige (fast schon MARILLION-artige) Ruby Pool und die abschließende Piano-Ballade Green Screen Mother.

VOLA bleiben sich und ihrer Linie treu, ohne dabei eine bloße Kopie des Debüts abzuliefern. Gerade im Bezug auf die Gesangsmelodien gelingt es den Dänen auf “Applause Of A Distant Crowd“ sogar, deutlich eingängiger zu agieren, während musikalisch – nun, nicht gerade das Chaos herrscht, aber doch sehr viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig passieren. Zudem bieten die Band in Smartfriend einen echten Brocken von einem Song auf, der in den Gitarren aber so was von nach KORN klingt, dass Jonathan Davies & Co eigentlich dafür Tantiemen bekommen sollten, wenn nicht der Rest des Liedes so komplett eigenständig klingen würde. Dieses Album ist nur für Menschen gedacht, die sich gerne mit der Musik beschäftigen, die sie da gerade hören. Und die, die es tun werden ein weiteres Mal mit abwechslungsreichen, spannenden und faszinierenden Kompositionen dafür belohnt.

Marc Langels, (Artikelliste), 21.10.2018