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Nocturnes Of Hellfire & Damnation
Virgin Steele
Nocturnes Of Hellfire & Damnation, SPV, 2015
David DeFeisGesang, Keyboards, Gitarre, Bass, Drums, Effects & Orchestration
Edward PursinoGitarre
Joshua BlockGitarre, Bass
Frank Gilchriest (?*) (s.u.)Drums
Produziert von: Virgin Steele Länge: 79 Min 28 Sek Medium: CD
01. Lucifer's Hammer08. The Plague And The Fire
02. Queen Of The Dead09. We Disappear
03. To Darkness Eternal10. A Damned Apparition
04. Black Sun - Black Mass11. Glamour
05. Persephone12. Delirium
06. Devilhead13. Hymns To Damnation
07. Demolition Queen14. Fallen Angels

Sie gehören seit Mitte der 1980er Jahre zur Beletage des amerikanischen Heavy Metal. Mit Alben wie “Noble Savage“, den zwei “The Marriage Of Heaven And Hell“-Werken oder aber “Invictus“ etablierte die Gruppe um den kreativen Frontmann David DeFeis neben einer Band wie SAVATAGE als eine der führenden progressiv ausgerichteten Vertreterinnen des US-Power Metal. Leider gehörten auch immer wieder Probleme innerhalb und um die Band herum zu ihrer Geschichte. Vielleicht blieb auch deswegen die ganz große Karriere verwehrt.

Aber das hat DeFeis nie davon abgehalten, unerschrocken und unbeirrt immer weiter zu machen und all seine Kreativität und Herzblut in neue Musik zu stecken – auch wenn das heutzutage leider kaum mehr honoriert wird. Das neueste Werk hört auf den Titel “Nocturnes Of Hellfire & Damnation“ und auch wenn es sich nicht um ein Konzept-Album (wie so oft in der Vergangenheit der Band) handelt, so gibt es doch einen roten Faden, denn es geht laut DeFeis um Beziehungen. Und zwar nicht nur zwischenmenschliche sondern auch zwischen den Elementen, Gottheiten etc. Ohne übergeordnete „Story“ geht es eben nicht so recht in der Welt von VIRGIN STEELE.

Musikalisch gibt es hier wieder einmal die VIRGIN STEELE-Vollbedienung. DeFeis und seine beiden Mitstreiter Edward Pursino sowie Joshua Block an den Gitarren liefern ein wirklich gelungenes Power Metal-Album der US-amerikanischen Prägung ab. Die Anspieltipps sind hier der Opener Lucifer’s Hammer, Queen Of The Dead (das Letztere mit herrlichen Old-School-QUEENSRŸCHE-Vibes) sowie The Plague And The Fire.

Kritik kann man hier – wie eigentlich schon an den letzten Scheiben – an den klanglichen Aspekten der stellenweise doch etwas schwachbrüstigen Produktion üben. Manches Mal klingt DeFeis Stimme äußerst merkwürdig, so als würde er in einer kleinen schlecht isolierten Kammer (um nicht zu sage auf dem Klo) seine Vocals einsingen. Und zudem könnten Tasten- und Streicher-Sounds schon etwas organischer klingen – und nicht zu offensichtlich aus einem Synthesizer stammen. Und auch die Idee, dem Album in den drei verschiedenen Veröffentlichungen jeweils ein unterschiedliches Cover zu bescheren, könnte bei dem ein oder anderen Fan dazu führen, dass er versehentlich das Album zwei Mal kauft – zumindest wenn er nicht genau auf den Titel achtet.

Trotz der Kritik bleibt aber “Nocturnes Of Hellfire & Damnation“ ein überzeugendes Werk der Band um David DeFeis. Natürlich kommen VIRGIN STEELE damit nicht an die Großtaten ihrer eigenen Vergangenheit heran – aber das gelang SAVATAGE am Ende ihrer Karriere auch nicht mehr. Die fast 80 Minuten präsentieren eine moderne Version der Klasse-Band und dürften einem Großteil der alten Fans sicherlich sehr gut gefallen. Und vielleicht finden sich ja auch ein paar neue Anhänger für VIRGIN STEELE – verdient hätten sie es allemal.

Marc Langels, (Artikelliste), 16.06.2015

Update:
(?*) Die uns vorliegenden Presseinformationen der Plattenfirma nennen Frank Gilchriest als Drummer, auch auf anderen normalerweise gut informierten Internetseiten (Wikipedia, Metal Archives) und selbst auf der VIRGIN STEELE Homepage ist das der letzte Stand.
Frank Gilchriest hat dies in einem Kommentar auf unserer Facebook Seite am Samstag den 20.06.2015 um 05:09 Uhr dementiert. Er hätte seit 2010 nicht mehr mit der Band aufgenommen und stünde auch nicht in den Credits. Letzteres können wir nicht nachprüfen, da uns das Booklet nicht vorliegt.
Bis zur endgültigen Klärung lassen wir den Eintrag mit Fragezeichen jedoch erst mal stehen.
(Die Red.)

Nachtrag:
(?*) Laut Frank Gilchriest hat Dave (DeFeis?) einen Track über eine alte Drumspur von ihm computerisiert und die restlichen Drums selbst eingespielt, analog oder digital. Der betr. Track befände sich angeblich auch nur auf dem Digipak. Damit ist die Nennung im Line Up also theoretisch korrekt, egal was man von der Art und Weise hält. Unsere Anfrage beim Label blieb bislang unbeantwortet, insofern wurde unserer Journalistenpflicht hiermit Genüge getan. (Die Red.)

Ralf Frank, (Artikelliste), 22.06.2015