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Unhinged - Live From Milan
Unruly Child
Unhinged - Live From Milan, Frontiers Records, 2018
Marcie FreeGesang
Bruce GowdyGitarre, Keyboards & Gesang
Guy AllisonKeyboards, Percussions & Gesang
Larry AtoninoBass & Gesang
Jay SchellenSchlagzeug
Produziert von: Guy Allison & Bruce Gowdy Länge: 76 Min 56 Sek Medium: CD & DVD
CD & DVD (außer *)
01. Wind Me Up08. To Be Your Everything
02. Lay Down Your Arms09. Long Hair Woman
03. Rock Me Down Nasty10. Forever
04. Let's Talk About Love11. This Is Who I Am (* - nur auf DVD)
05. Is It Over12. When Love Is Gone
06. On The Rise13. Who Cries Now
07. Tunnel Of Love

Die nordamerikanische Band UNRULY CHILD war mit ihrem ultramelodischen Hard Rock à la SURVIVOR bei ihrer Gründung 1991 etwas zu spät dran. Der musikalische Zeitgeist hatte sich gedreht und kaum noch Verwendung für diese und andere Bands, die eine Dekade zuvor noch das Radio-Airplay mit ihrer Mischung aus rockiger Musik und eingängigen, gerne auch mehrstimmigen Gesangsmelodien dominiert hätten. Aber ebenso wie etwa HOUSE OF LORDS oder auch TYKETTO und andere Vertreter dieser Musik-Gattung fanden sie in Frontiers Records eine Plattenfirma, die ihnen eine Chance bot, die immer noch vorhandenen Fans weltweit mit neuer Musik zu beliefern. Und zudem bieten die Italiener ein Mal im Jahr die Chance, sich live zu präsentieren, beim Frontiers Rock Festival. Im vergangenen Jahr gaben UNRULY CHILD bei diesem Event einen Auftritt, dessen Mitschnitt nun unter dem Titel “Unhinged – Live From Milan“ veröffentlicht wurde.

Knapp 80 Minuten lang bot die Band um Frontfrau Marcie Free einen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. 13 Titel, von denen auf der beiliegenden CD allerdings nur zwölf enthalten sind, die die Bandbreite vom etwas flotteren Rocker bis zur emotionalen Ballade abdecken. Angesichts der Tatsache, dass die Musiker Mitte bis Ende 50 sind, darf man natürlich keine wilde Bühnenshow erwarten, aber die Band hat sichtlich ihre Freude an dem Auftritt und macht ihre Sache gut.

Dabei klingt der Mitschnitt aber merkwürdig „perfekt“. Die Chöre klingen immer gleich kraftvoll, ganz egal, ob einer der Musiker seinen Einsatz verpasst oder gerade gar nicht mitsingt. Auch die Vocals von Free erscheinen recht „studiotypisch“ gleichbleibend in der Lautstärke. Und auch die Instrumente erscheinen mir nahezu zu fehlerfrei – ebenso wie die Publikumsreaktionen stellenweise etwas zu frenetisch erscheinen, insbesondere wenn man das Video dazu sieht.

Insofern fällt es ein wenig schwer, wirklich von einem Live-Album der Band zu sprechen, denn der Eindruck drängt sich wirklich auf, dass hier noch einmal ordentlich Hand im Studio angelegt wurde. Aber das Produkt klingt natürlich prima und bietet die Gelegenheit, eine Band, die man sonst kaum mehr live zu Gesicht bekommt, doch noch einmal sehen zu können. Aber ein etwas fader Beigeschmack bleibt da schon zurück.

Marc Langels, (Artikelliste), 17.03.2018