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Original Human Music
Ultraphonix
Original Human Music, earMusic, 2018
Corey GloverGesang
George LynchGitarre
Pancho TomaselliBass
Chris MooreSchlagzeug
Produziert von: ULTRAHONIX & Bob Daspit Länge: 53 Min 43 Sek Medium: CD
01. Batism07. Wasteland
02. Another Day08. Take A Stand
03. Walk Run Crawl09. Aint Too Late
04. Counter Culture10. Soul Control
05. Heart Full Of Rain11. What You Say
06. Free12. Power Trip

Ihre Namen stehen für beeindruckende Rock-Musik: George Lynch, Gitarrist bei den 80er-Jahre-Hard-Rock-Heroen DOKKEN und seitdem mit seinem LYNCH MOB unterwegs, der aber immer auch wieder nach musikalischen Nebenbeschäftigungen schaut, wie er sie bei SWEET & LYNCH mit STRYPER-Chef Michael Sweet und bei KXM mit KORN-Drummer Ray Luzier sowie KING’S X-Bassist und Sänger Doug Pinnick bereits gefunden hat. Und daneben Corey Glover, der Sänger der Funk-Metal-Könige LIVING COLOUR, der sich auch bei der Jam-Band GALACTIC und den Theater-Aufführungen von “Jesus Christ Superstar“ und “Fallen Angel“ engagierte. In der Band ULTRAPHONIX verbinden diese beiden Musiker nun ihre Talente und liefern eine begeisternde und manchmal unvorhersehbare Rock-Musik ab. Unterstützung finden die beiden „Stars“ in den wohl eher nicht ganz so bekannten Talenten Chris Moore (PROJECT NFIDELIKAH, am Schlagzeug) und Pancho Tomaselli (PHILM, am Bass).

Dabei lebt die Musik auf dem Debüt, “Original Human Music“, zwar in erster Linie von der einzigartigen Stimme Glovers und dem extrem wandelbaren Spiel von Lynch, aber das treibende Rhythmus-Fundament – das immer wieder Parallelen zu LIVING COLOUR auftauchen lässt – trägt einen gehörigen Teil dazu bei, dass die Stücke monstermäßig grooven. Der akustische Eindruck entsteht auch dadurch, dass Lynch sich hier wandelbar wie selten sonst zeigt, sowohl was seinen Stil als auch seinen Sound betrifft. Denn das hier klingt nicht nach LYNCH MOB sondern geht klanglich schon eher in die Richtung von KXM (also rein wenn man Lynch betrachtet). Stillsitzen ist hier auf Grund der infektiösen Basslinien und Drum Patterns wahrlich eine Kunst, oder Qual (je nach Betrachtungsweise), wenn die Band durch Nummern wie Walk Run Crawl oder Take A Stand fegt. Dabei ist es beeindruckend, wie natürlich sich die Stücke anhören. Bei manchen anderen Kollaborationen wirkt das manchmal ja schon etwas forciert.

Kein Wunder also, dass Lynch ganz besonders viel Spaß an den Aufnahmen hatte. Er beschreibt den Sound als Mischung aus den frühen RED HOT CHILI PEPPERS, die auf KING CRIMSON und JUDAS PRIEST treffen. Letztere mag ich zwar nicht wirklich irgendwo auf “Original Human Music“ heraushören, aber die PEPPERS haben auf Take A Stand wahrlich einen hörbaren Einfluss hinterlassen. Nur, dass die Kalifornier solche Klasse-Songs schon seit vielen Jahren (oder gar Jahrzehnten) nicht mehr hinbekommen. Und wer sich die Zeit nimmt, einmal genauer auf die Lyrics von Glover zu hören, der wird wieder einmal feststellen, dass sich großartige Rocksongs und ein gesellschaftliches Bewusstsein nicht ausschließend sondern ganz hervorragend zusammenpassen, wie ja auch schon bei AUDIOSLAVE (die hier vielleicht manchmal ein wenig klangliches Vorbild waren), BAD RELIGION oder RAGE AGAINST THE MACHINE, um mal nur einige zu nennen.

ULTRAPHONIX sind – um sich mal einen Begriff aus der Jugendsprache zu borgen – wirklich „hot shit“. Das Debüt der Band ist abwechslungsreich, spieltechnisch exzellent und hochansteckend. Insbesondere Freunde und Anhänger von LIVING COLOUR werden an der Scheibe ihre helle Freude haben, nicht nur wegen des grandiosen Gesangs sondern auch weil Lynch seinen inneren Vernon Reid auspackt und musikalische Seiten zeigt, die er sonst nur auf seinen instrumentalen Solo-Alben angedeutet hat. Momentan kann ich von dieser CD einfach nicht genug bekommen. Hoffentlich finden sich die vier Musiker bald wieder zusammen, um einen ebenbürtigen Nachfolger einzuspielen (was ohnehin schwer genug wird).

Marc Langels, (Artikelliste), 02.08.2018