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Seven Deadly
UFO
Seven Deadly, Steamhammer/SPV, 2012
Phil Moggvocals
Paul Raymondkeyboards, guitars
Vinnie Mooreguitars
Andy Parkerdrums
Produziert von: Tommy Newton Länge: 47 Min 54 Sek Medium: CD
01. Fight Night 4:3506. The Last Stone Rider 3:54
02. Wonderland 5:0807. Steal Yourself" 4:46
03. Mojo Town 3:5808. Burn Your House Down 5:15
04. Angel Station 6:2509. The Fear 3:31
05. Year Of The Gun 4:0710. Waving good bye 5:24

Logo UFO

Über 40 Jahre in der Bundesliga des Hard Rocks zu spielen, dazu gehört neben einem ordentlichen Durchhaltevermögen doch schon einiges an Talent und Klasse. Zwar trieb man mit besagtem Talent auch schon ordentlich Schindluder und der Abstieg in die zweite Liga war oft gefährlich nahe, doch muss man UFO schon zugutehalten, dass sie fast durchgängig ein hörens- und besuchswerter Act waren.
Und sind? Ich persönlich trauere der Mannschaft mit Michael Schenker immer noch hinterher. Michael mag ein teutonischer Querschädel sein, aber Melodien für die Ewigkeit zauberte er ein ums andere Mal aus seiner Flying V. Das kann man von seinem Nachfolger, Vinnie Moore, nicht erwarten. Dazu hat der einfach zu viel Oberklassentechnik drauf und viel zu flinke - gar unruhige - Finger. Zumindest kam das live oft so und die alten Klassiker der Band vertragen das nur schwer.
Auf dem neuen Album der Band nimmt er sich merklich und erfreulich zurück und nur selten bricht er aus, umkreist einen zwei bis fünf Mal und biegt vor einem wieder ein. Kaum dass man es gemerkt hätte. Den Songs auf diesem Album tut das sehr gut, da auch Phil Mogg noch immer bei beachtlicher Stimme ist - ja, sich hier und da zu hohen Tönen aufschwingt, die seines Alters gar nicht mehr würdig sind - geht das überwiegend gut ab.

Fight Night pusht und powert gleich mächtig los. Hat den Druck der Neuzeit und gleichzeitig den Flair der späten 70er und frühen 80er. Kann man sich richtig gut im Konzert vorstellen.
Gleich darauf wird bei Wonderland das Pedal bis zum Metall durchgedrückt und rasant und heftig gerockt. Könnte man fast PRIEST um 1980 herum zuordnen, wäre nicht die für die untypische Slide-Gitarre mit im Spiel. Das Köpfchen zuckt hier schon leicht und beginnt mit vorsichtigem Headbanging. Auch der mittelschwere Stampfer Mojo Town lässt einen gut mitwippen. Das hat die richtige Schwere um auch härtere Fraktionen zu begeistern, wären nicht die etwas "laueren" Mittelteile.
Bei Songs wie Angel Station gehtís auch mal ruhiger zu, aber soundmäßig passt das trotzdem und Moores Gitarrenarbeit gefällt mir das sogar richtig gut: Ideenreich und am Puls des Songs.
Year Of The Gun kann mit leichten Ohrwurm-Qualitäten und einigen typischen UFO-Elementen überzeugen, wozu Paul Raymonds Hammondorgel natürlich gehört. Guter Song.

Das funkig angehauchte The Last Stone Rider groovt dann zwar ganz nett, aber hier fehlt mir der Druck. Vielleicht lässt sich der im Konzert entwickeln, aber hier plätschert es mir zu sehr. Auch Steal Yourself kommt ganz nett "old-fashioned" daher und frisst sich auch ganz gut im Ohr fest, aber ist mir letztlich auch etwas zu schwach. Und bei Burn Your House Down wird mir der Bruch zu den Songs am Beginn dieser Scheibe zu groß. Könnte vielleicht im Radio gespielt aber mit diesen "Huh-huh"-Chören im Hintergrund ist mir der poppige Ansatz zu groß. Auch wenn es prinzipiell nicht schlecht klingt.
Da kommt doch bei dem "Heavy-Blues" von The Fear deutlich mehr Stimmung auf. Also wenn sie das live spielen sollten, das dürfte richtig geil kommen. Stampft, drückt und powert. Das abschließende Waving Good Bye ist dann eine stadiontaugliche Halb-Ballade mit einem BON JOVI-Solo von Vinnie Moore. Macht aber als "Rausschmeißer" einen guten Job. Phil Mogg ist immer noch ein Sänger, dem man gern zuhört und UFO eine Band die - in guter Form - einen Konzertbesuch allemal wert ist. "Seven Deadly" liefert ihr eine weitere Legimitation, um auf Tour zu gehen und auch mit einigen der neuen Songs zu überzeugen.
Warum es allerdings im Digi-Pack zwei Songs mehr gibt, als im Jewel-Case, würde mich mal interessieren. Da kommt man sich dann als Käufer leicht verarscht vor.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 16.02.2012

Seit mehr als drei Dekaden touren UFO mehr oder weniger ausschließlich mit dem "Strangers In The Night"-Programm. "Seven Deadly" ist nun die jüngste Alibiveröffentlichung um unter einem neuen Tourmotto durch die Hallen ziehen zu können. Nicht mehr, nicht weniger, bedauerlicherweise jedoch erschreckend durchschnittlich.

Erreicht der Opener Fright Night noch "No Place To Run"-Niveau, so klingt das ordentliche Wonderland schon verdächtig nach THIN LIZZYs Are You Ready.

Die restlichen acht Tracks sind ein einziger kreativer Offenbarungseid. Ob beim Versuch einer Ballade (Angel Station) oder mit drögem Bluesrock (Year Of The Gun, Steal Yourself, The Fear), die Band wirkt ideenlos und uninspiriert. Bei The Last Stone Rider riskiert man gar eine saftige Plagiatsklage von Gregg Allman.

Martin Schneider, (Artikelliste), 13.02.2012

Ist das wirklich die Band, die uns zeitlose Klassiker wie Doctor, Doctor oder Rock Bottom brachte?
Die Musik auf "Seven Deadly" klingt wenig spannend oder gar spontan sondern sehr "ausgedacht" und dadurch vorhersehbar. Der Gesang passt sich dem an und setzt auch keine Akzente, sondern klingt vielmehr ausgelaugt und flach.
Was mich persönlich aber am meisten enttäuscht ist die uninspirierte Gitarren-Arbeit. Vinnie Moore war früher mal (zu seinen Shrapnel-Zeiten) einer meiner Gitarren-Helden. Aber das ist anscheinend schon so lange her, dass er sich selber kaum mehr daran erinnern kann, wie ein knackiges Riff oder ein mitreißendes Solo klingen sollte.
Die ehemalige Rock-Legende UFO hat mit ihrem jüngsten Werk ziemlich abgewirtschaftet und sollte ganz schnell ihren Renten-Antrag einreichen.

Marc Langels, (Artikelliste), 19.02.2012

Sobald man die Stimme hört, hat man unweigerlich die alten Klassiker im Ohr. Davon sind UFO 2012 leider Lichtjahre entfernt. "Seven Deadly" rockt zwar eingangs gut los und mit Wonderland hätten sie mich auch beinahe überzeugt, wenn, ja wenn ich danach abgeschaltet hätte.
Von da an plätschert das Album mehr schlecht als recht und vor allem nichtssagend daher. Den ein oder anderen Riff hat man dabei durchaus schon mal gehört, z. B. klingt Year Of The Gun verdächtig nach Glenn Freys Smugglers Blues und Burn Your House Down musikalisch wie inhaltlich nach DEEP PURPLE, aber auch Bruce Springsteen, AC/DC, DR. FEELGOOD oder LED ZEPPELIN lassen grüßen.

Am Ende sind knapp fünfzig Minuten rum und man ist froh, die Scheibe aus dem Player nehmen zu können, ich zumindest werde sie wohl auch nie mehr hineinlegen, denn sollte es mich demnächst mal wieder nach UFO gelüsten, wird es vermutlich ein Album sein, wo Boogie For George oder Prince Kajuku drauf sind.

Ralf Frank, (Artikelliste), 18.02.2012