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Commencing Countdown
Travelin Jack
Commencing Countdown, SPV, 2017
Alia SpacefaceGesang & Gitarre
Flo The FlyGitarre & Gesang
Steve BurnerBass & Orgel
Montgomery ShellSchlagzeug
Produziert von: Richard Behrens Länge: 42 Min 28 Sek Medium: CD
01. Land On The River06. Time
02. Metropolis07. Miracles
03. Keep On Running08. What Have I Done
04. Cold Blood09. Fire
05. Galactic Blue10. Journey To The Moon

In den vergangenen Jahren haben einige Bands mit sehr charismatischen Frontfrauen die traditionelle Rock-Szene ordentlich aufgemischt. Zunächst einmal fallen einem da natürlich die schwedisch-französisch-amerikanische Band BLUES PILLS ein, aber auch PRISTINE aus Norwegen oder WOLVESPIRIT aus Würzburg. Und nun gesellt sich noch eine Band aus Berlin hinzu, die das Niveau der genannten hervorragenden Bands scheinbar mühelos halten kann. Das Quartett hört auf den Namen TRAVELIN JACK, hat mit Alia Spaceface eine stimmgewaltige Frontfrau und legt nun mit “Commencing Countdown“ eine Hammer-Scheibe vor.

Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Oktober Promotion

Dabei werden wieder viele ob des Auftretens mit Glitter und Facepaint panikartig „Retro“ rufen und sich dann nicht mehr mit der Band auseinandersetzen – und ja, die Band bevorzugt einen warmen, analogen Sound, wie er in den 1970er Jahren gang und gäbe war. Und natürlich hört man hier auch immer mal wieder Einflüsse von Bands und Künstlern wie David Bowie, THIN LIZZY, RUSH oder auch den SCORPIONS (alle jeweils in ihrer Frühphase) heraus. Aber das sagt ja nichts über die Qualität der Songs aus. Und es reicht ja nicht, altes Vintage-Equipment zu benutzen und dann sind alle Kompositionen gleich Hits. Ein gewisses Talent und Händchen für Melodien sollte man auch mitbringen. Und diese Begabung hat das Quartett scheinbar im Überfluss.

Denn anders ist ja nicht zu erklären, dass TRAVELIN JACK hier direkt mal mit den ersten vier, fünf Stücken den Hörer gnadenlos in Grund und Boden rocken. Dabei legt aber nicht nur Alia Spaceface mit ihren Vokal-Künsten eine Sternstunde hin, sondern auch Gitarrist Flo The Fly, der neben starken Riffs auch ein paar sehr gelungene Soli auf diese Scheibe zaubert. Aber das sind ja nur die beiden vordergründigen Elemente, die einen guten Song ausmachen. Hinzu kommt eine wirklich hervorragend groovende und manches Mal auch swingende Rhythmus-Gruppe, die den Songs das nötige Leben einhaucht. Und darüber geht Alia Spaceface bei nahezu jedem Lied dermaßen aus sich heraus, dass man befürchtet muss, dass sie es auf Dauer nicht überleben wird. Aber nicht nur hat Alia Spaceface dieses Album überlebt, sondern sie hat es veredelt, mit ihrer Inbrunst, mit ihrem Timbre und ihrer ausdrucksstarken Art des Vortrages.

Insgesamt liefern TRAVELIN JACK ein Album ohne Fehl und Tadel, dafür mit viel Herzblut und großartigen Songs ab. Freunde des 70er Sounds kommen hier vollends auf ihre Kosten, ebenso wie jeder andere, der auf authentischen Hard Rock mit jeder Menge Feuer und Leidenschaft steht (und wer tut das nicht, der diese Zeilen hier noch liest?). “Commencing Countdown“ müsste eigentlich zum endgültigen lift-off für die Karriere der Berliner werden. Verdient wäre es mit Granaten wie Land Of The River, Metropolis, Keep On Running, Cold Blood oder Galactic Blue alle mal.

Marc Langels, (Artikelliste), 03.09.2017