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Letters From The Labyrinth
Trans-Siberian Orchestra
Letters From The Labyrinth, UMG, 2015
Jeff Scott SotoVocals (track 3)
Kayla ReevesVocals (tracks 7/12)
Robin BornemanVocals (track 8)
Russell AllenVocals (track 9)
Jennifer CellaVocals (track 10)
Adrienne WarrenVocals (track 11)
Lzzy HaleVocals (track 15)
Paul O'NeillGuitars
Jon OlivaGuitars, Bass, Keyboards
Al PitrelliGuitars
Chris CafferyGuitars
Angus ClarkGuitars
Joel HoekstraGuitars
Roddy ChongViolin
Asha MevlanaViolin
Luci ButlerKeyboards
Mee Eun KimKeyboards
Vitalij KuprijKeyboards
Jane ManginiKeyboards
Derek WielandKeyboards
Johnny Lee MiddletonBass
David ZablidowskyBass
John O'ReillyDrums
Jeff PlateDrums
Dave WittmanDrums, Guitars, Bass
u. a.
Produziert von: Paul O'Neill Länge: 52 Min 23 Sek Medium: CD
01. Time & Distance (The Dash)09. Not Dead Yet
02. Madness Of Men10. Past Tomorrow
03. Prometheus11. Stay
04. Mountain Labyrinth12. Not The Same
05. King Rurik13. Who I Am
06. Prince Igor14. Lulleby Night
07. The Night ConceivesBonus Tracks:
08. Forget About The Blame15. Forget About The Blame
(Sun Version)(Moon Version) feat. Lzzy Hale

Logo Trans-Siberian Orchestra

Nach dem in allen Belangen opulenten 2009er Doppelalbum "Night Castle", welches in mancher Hinsicht an die Spätwerke von SAVATAGE anzuknüpfen, und somit beide Fanlager anzusprechen vermochte, hieß es, dass sich Paul O'Neill und Jon Oliva nun endlich der, seit Anfang der 1990er herumgeisternden Broadway Oper "The Romanovs" (über die russische Oktoberrevolution) widmen wollten.

Dies ist nun bereits sechs Jahre her, in denen sich die Band, oder besser das Orchester, neben einer schmalen EP (2012) und "Best of" (2013) hauptsächlich über Live Shows definiert hat, und das mittlerweile nicht nur in den USA, sondern weltweit.
Seit 2011 tourten TSO auch mehrfach durch Europa und insbesondere Deutschland, darunter das kleine aber feine Silvester Event 2013 am Brandenburger Tor und natürlich das jetzt schon legendäre Doppelkonzert mit SAVATAGE und TSO gleichzeitig auf zwei Bühnen beim diesjährigen W.O.A. Festival.

In Wacken wurden dann auch diverse neue Songs vorgestellt, die sich auf dem aktuellen Album wiederfinden. Die Romanovs müssen dabei leider immer noch auf ihre Würdigung warten, aber zumindest findet schon einmal der Stammvater des Geschlechts, der Wikinger König Rurik auf "Letters From The Labyrinth" Beachtung. Das übergreifende Konzept nimmt jedoch die Story des Vorgängers auf und mündet in TSO's "erstem Hybrid Album", wie es O'Neill nennt:
"Innerhalb der letzten Jahre hatte ich die Gelegenheit, Briefe von Persönlichkeiten, die mich inspirierten und der Geschichte ihren Stempel aufgedrückt haben, zu lesen und zu begutachten. Menschen, wie Mark Twain, Ben Franklin, Thomas Edison, Orville Wright - als ich tatsächlich einen Brief, den Präsident Lincoln geschrieben hat, in der Hand hielt, tauchte ich in seine Welt ein, wie ich es mir nie zu träumen wagte."
Aus diesen Briefen entwickelte O'Neill eine Art Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft, die er je nach Thematik unterschiedlich orchestrierte.

So startet das Album zuerst einmal mit sechs epischen Instrumentalstücken, die mal mehr mal weniger symphonisch oder heavy daherkommen. In der zweiten Hälfte geht es dann kompositorisch erst so richtig zur Sache, was O'Neill vermutlich mit "Hybrid Album" gemeint haben dürfte und wo dann auch die Sänger und Sängerinnen wie Jeff Scott Soto, Russell Allen, Lzzy Hale oder Kayla Reeves zum Tragen kommen.
Dabei wechseln die Songs zwischen Bombast, beinahe minimalistischen Klaviersonaten bis zu metallischen Strömungen und Balladen à la SAVATAGE (Forget About The Blame). Letzterer wird sowohl in der rockigen "Sun Version" wie der balladesken "Moon Version" dargeboten [Die "Sun Version" erinnert mich irgendwie an das "Enterprise Theme" des letzten Serien Ablegers des SciFi Franchise?].

Mit "Letters From The Labyrinth" ist TSO wieder einmal ein außergewöhnliches Konzeptalbum gelungen, welches sich außerhalb jedweder Schubladen und kompositorisch wie musikalisch auf höchstem Niveau bewegt.
Ein solches Werk hätte dabei allerdings auch eine standesgemäße Verpackung verdient. Davon ist der billige Pappschuber und das kaum lesbare Booklet jedoch weit entfernt. Schade.

Ralf Frank, (Artikelliste), 15.11.2015