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Thunderpussy
Thunderpussy
Thunderpussy, Stardog Records, 2018
Molly SidesGesang
Whitney PettyGitarre
Leah JuliusBass
Ruby DunphySchlagzeug
Gastmusiker
Mike McCreadyStreicher
Produziert von: Sylvia Massy Länge: 47 Min 46 Sek Medium: CD
01. Speed Queen07. The Cloud
02. Fever08. Pick It Up
03. Torpedo Love09. Utero Tango
04. Velvet Noose10. Thunderpussy
05. Gentle Frame11. Young & Pure
06. All In

Seattle im Nordwesten der Vereinigten Staaten ist die Geburtsstadt vieler großartiger Bands: ALICE IN CHAINS, PEARL JAM und SOUNDGARDEN machten die Stadt weltweit berühmt (NIRVANA stammen ja bekanntlich aus dem benachbarten Kleinstädtchen Aberdeen), aber daneben stammen ja auch noch QUEENSRŸCHE sowie HEART aus der Stadt, in der es angeblich so oft regnet. Aber in Zukunft könnte Seattle auch die Stadt sein, aus der THUNDERPUSSY stammen, eine Gruppe, die sich anschickt, der dort ansässigen Szene einen dringend benötigten Schuss Old Time Hard Rock zu verpassen.

Denn THUNDERPUSSY steht nicht nur für Frauen-Power sondern für eine Rückbesinnung auf die Urphase der Rockmusik Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre. Diese vier Damen scheinen die Atmosphäre und den Spirit der frühen Werke von LED ZEPPELIN mit der Muttermilch eingesogen zu haben, um ihn nun wieder auf die Hörer loszulassen. Dabei hat die Band in Sängerin Molly Sides und Gitarristin Whitney Petty das ideale Gespann, um nicht als bloße Kopisten betrachtet zu werden. Denn da, wo manch andere Band manches Mal einfach nur die Riffs in anderen Tonlagen nachgespielt hat, wird man das wohl von THUNDERPUSSY nicht serviert bekommen.

Die Band startet mit der Speed Queen, quasi ihrer Replik auf den DEEP PURPLE-Klassiker Speed King. Dabei ist die Nummer rein tempotechnisch betrachtet gar kein Burner sondern ein echter Groover, für den Schlagzeugerin Ruby Dunphy der Motor ist, über dem sich natürlich in erster Linie Sides und Petty aber auch Bassistin Leah Julius - zumeist leicht tänzelnd – bewegen. Zum Beispiel bei Torpedo Love, in dem sich die folkige Seite von LED ZEPPELIN voll niederschlägt. Aber was für ein Hammer-Gänsehaut-Song dabei herausgekommen ist, mit einem fantastischen Gespür für eine unwiderstehliche Nummer, für die PEARL JAM-Gitarrist Mike McCready die Streicher-Sounds beigetragen hat. Aber das ist keine Solitüde hier, sondern eher ein Trend, den die Band zeigt, denn die elf enthaltenen Lieder haben allesamt ein extrem hohes Suchtpotenzial.

Dabei erinnert die Band klanglich an solche Gruppen wie die BLUES PILLS aber insbesondere auch an die Norweger PRISTINE, was unter anderem an einer stimmlichen Ähnlichkeit von Sides zu deren Frontfrau Heidi Solheim liegt aber auch generell an den verwendeten Sounds, wie etwa bei Fever oder Velvet Noose, die genau so auch ganz wunderbar auf eines der Alben von PRISTINE gepasst hätten. Blues-basierter Rock at it‘s best, sozusagen. In den Aufnahmesessions hatte die Band aber auch die Qual der Wahl. Produzentin Sylvia Massy, die auch schon für SYSTEM OF A DOWN, Tom Petty, TOOL oder auch PRINCE gearbeitet hat, hatte von der Band gefordert, doppelt so viele Songs zu schreiben, wie nachher auf dem Album landen sollten.

THUNDERPUSSY sind eine der Bands, auf die man tunlichst auch künftig ein Auge haben sollte. Das Quartett beweist auf seinem Debüt ein bemerkenswertes Gespür für griffige Rock-Songs und zugleich zugänglichen Melodien. Sie bereichern die mittlerweile stetig wachsende Szene an exzellenten Blues Rock-Bands mit weiblichen Mitgliedern, die ja neben den bereits aufgeführten auch noch Samantha Fish, Dana Fuchs, Ana Popovic, Sari Schorr, Joanne Shaw Taylor und Susan Tedeschi (um hier mal nur einige zu nennen) umfasst. Allerdings gilt ab sofort natürlich die Herausforderung, diesem starken Debüt, in nur ein oder zwei Jahren einen ebenbürtigen Nachfolger zur Seite zu stellen. Seattle ist auf jeden Fall wieder um eine musikalische Attraktion reicher.

Marc Langels, (Artikelliste), 06.08.2018