Changing Colours
The Sheepdogs
Changing Colours, Dine Alone Records, 2018
Ewan CurrieVocals, Guitars, Elecric Piano, Organ, Clarinet, Ukulele, Synth
Ryan GullenBass, Vibes, Acoustic Bass, Vibes
Sam CorbettDrums, Percussion, Glockenspiel
Shamus CurrieOrgan, Piano, Trombone, Mellotron, Omnichord, Backing Vocals
Jim BowskillGuitars, Pedal Steel, Viola, Fiddle, Mandolin, Backing Vocals
Produziert von: Thomas D'Arccy Länge: 49 Min 40 Sek Medium: CD
01. Nobody10. Cherries Jubilee
02. I've Got A Hole Where My Heart Is11. I'm Just Waiting For My Time
03. Saturday Night12. Born A Restless Man
04. Let It Roll13. The Bailieboro Turnaround
05. The Big Nowhere14. Up In Canada
06. I Ain't Cool15. H.M.S. Buffalo
07. You Got To Be A Man16. Esprit Des Corps
08. Cool Down17. Run Baby Run
09. Kiss The Brass Ring

THE SHEEPDOGS aus Kanada sind natürlich nicht die Erneuerer des Rock. Wie sollte das auch funktionieren? Im Grunde wurde bereits alles gesagt. Dennoch agieren THE SHEEPDOGS nicht langweilig oder miefig oder altbacken. Es geht ihnen, wie bei vielen jüngeren Bands, nur noch noch um geschickte Umdeutung und die persönliche, mit frischen Impulsen versehene Interpretation des Vergangenen.

Retro-Rock sagen viele. Na und? Und wenn schon. Solange es so geil und mitreißend klingt wie bei diesen Jungspunden aus Sasketchewan, soll es dem Liebhaber stimmiger Frühsiebziger Rocksounds recht sein. Kurzweilig und unterhaltsam muss es sein. Hier sammeln die langmähnigen Rock-Verfechter reichlich Pluspunkte, denn sie vermengen wie schon auf ihrer letzten - ebenfalls guten - Platte "Future Nostalgia", den Stoff, mit dem sich die Rockmusik Ende der Sechziger bis Mitte der Siebziger Jahre zu einem echten Massenphänomen entwickelte.

Klang die letzte Scheibe aus 2016 noch etwas gebündelter, straffer und rockiger, genauer gesagt gitarrenlastiger, kommen auf dem Neuling einige weitere rockmusikalische Facetten und mehr Piano hinzu. Ja, es wird mitunter sogar recht country-rockig (The Bailieboro Turnaround und Up In Canada bzw auch bluegrassig (Born A Restless Man) und driftet bei The Big Nowhere arg in Richtung SANTANA und deren Latin-Rock zur "Abraxas"-Ära. Netter Versuch, aber die echte SANTANA Band hatte einige glühende Kohlen mehr im Ofen.

Im Laufe der CD offenbaren sich einige kleine und auch allerkleinste Querverweise auf die alten Helden-Bands, so dass man das Credo des neuen SHEEPDOGS-Albums "Changing Colours" absolut nachvollziehen kann. Ein herrliches Sammelsurium, mit dem man sich wohlfühlen kann. Wer möchte nicht gelegentlich an Gruppen wie TEN CC, WINGS, ALLMAN BROTHERS, SANTANA, WISHBONE ASH, MANASSAS (Stephen Stills), oder BACHMAN TURNER OVERDRIVE erinnert werden. Und auch wenn bereits alles gesagt wurde, klingen die richtigen Worte aus berufenem Munde immer noch wahrhaftig und gut.

Frank Ipach, (Artikelliste), 01.05.2018