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Born Ugly
The Muggs
Born Ugly, Eigenproduktion, 2011
Danny MethricVocals, Guitars
Tony DeNardoFender Rhodes, Vocals
Todd GlassDrums
Produziert von: Jim Diamond & The Muggs Länge: 49 Min 10 Sek Medium: CD
01. Born Ugly08. 6 To Midnite
02. Blood Meridian09. Sturm und Drang
03. Home Free10. Hats Off To Mr. Beardsley
04. Clean Break Blues11. World Around
05. Notes From Underground12. Kitchen Sink Blues
06. Dear Theo13. Last Words
07. Losing End Blues

Wer es bis jetzt noch nicht geglaubt hat: Die "Ugliest Band In The World" hat sich mit ihrem nunmehr dritten (erstklassigen) Album endgültig etabliert. Ich erwähne dies explizit, denn sieht man die Jungens auf deren Website oder einem der zahlreichen youtube-Streifchen, dann liegt, auf den ersten, unbedarften Blick, die Vermutung nahe, die drei würden abends um Acht eher alte Omas erschrecken, denn einer der großartigsten Blues Rock Bands der Yankees angehören. Jedoch brüten diese drei Köpfe, ich werfe das einfach mal so in den Ring, die Zukunft jenes so herrlich vorlauten und übergewichtigen Motown Rock aus. Ihren etwas überstrapazierten "Ugly-Spleen" mag man den MUGGS vergeben, denn wer von uns ohne Eigenarten ist, der werfe die erste CD...!
Zuletzt soll auch noch vermeldet werden, dass sich Drummer Matt Rost von der Band getrennt hat. Seine Stelle nimmt nun Todd Glass ein (und tut dies auch überaus mannschaftsdienlich).

Gemäß dem Kollektiv-Spleen nennt sich die dritte Langrille der MUGGS "Born Ugly" und sie setzt nahtlos dort an, wo das Hammer-Album "On With The Show" endete. Gleichsam, könnte man etwas boshaft meinen, bewegen sich die MUGGS auch hier wieder auf einem Niveau, das die SUEDE BROTHERS, ein weiterer Motown-Act dieser Tage, gerne erreichen würden. Dabei gibt es eigentlich nichts Böses gegen die Letztgenannten zu sagen, denn deren energiegeladenen, unendlich rauen Alben stellen jedes für sich ein regelrechtes Höllenspektakel dar - zeigen im Vergleich zu den MUGGS jedoch ziemlich schnell auf, wie eingleisig, ja simpel die SUEDE BROTHERS zu Werke gehen. Die MUGGS dagegen agieren ein ganzes Stück raffinierter, ausgefeilter und songdienlicher; stehen mit ihrem komplexeren Songwriting (und vor allem ihrem Blues) schlichtweg ein Treppchen höher.

"Born Ugly" eröffnet mit dem Titelsong und die Jungens ballern uns damit gleich mal ihre gesamte Bandbreite um die Ohren. Der schwere Detroit-Sound bohrt sich hintergründig und nachhaltig durchs Trommelfell und macht sofort Lust auf mehr! Und das Trio lässt sich nicht lange lumpen; zieht auf knapp 50 Minuten alle Register seines Könnens. Herrlich schleppend auf Home Free oder 6 To Midnite (mit fantastischem Psychedelic Part), geradezu doomig auf Sturm Und Drang (eine ganz herausragende Nummer) und Last Words. Eigensinnig zeigen sich Methric und Co. mit Blood Meridian und Hats Off To Mr. Beardsley; überaus zurückhaltend mit World Around (der einzigen Ballade, wenn man so will). Ihre ganze Brillanz spielt die Band aber mit ihrem "Blues" aus. Krachende, sympathisch-vorlaute Nummern wie das bissige Dear Theo (nein, hier steht nicht George Thorogood an der Klampfe), dass dreckige Notes From Underground, dem ZZ Top/RUBETTES Verschnitt Losing End Blues (mit wunderbar verspieltem Intermezzo) oder dem begeisternden Kitchen Sink Blues. Am meisten jedoch mit dem genialen Clean Break Blues. Unaufhaltsam drängt die Musik nach vorne, der gnadenlose Groove von DeNardo und Rust/Glass liefert ein eisernes Fundament für Danny Methric's Slide-Einlagen, die, gerade in Verbindung mit seiner meist schwer angefuzzten Gitarre, eine enormen Schärfe bekommen - der Begriff "Audiophiles Zwiebelschneiden" trifft diesen Mördersound wohl am besten...!

Auch wenn die MUGGS ihren Blues immer mehr mit jener harten, schweren Musik verweben, die der Hörer gemeinhin unter Detroit oder Motown Rock kennt und diesen bewusst mehr in den Vordergrund stellen, verleugnen sie keinesfalls ihre Wurzeln. Die Energie, die Methric, DeNardo und Rust/Glass auf "Born Ugly" freisetzen reicht nicht nur für viele berauschend laute Hördurchgänge, sondern auch für mindestens zwei winterliche Heizperioden. Ich hätte, zwecks Auflockerung, zwar gerne noch eine zweite, ruhigere Nummer gesehen bzw. gehört, aber nehmen wir's mal wie es ist...
Dem Vorgängeralbum "On With The Show" kann "Born Ugly" zwar nicht ganz das Wasser reichen, aber unter dem Strich darf man mit diesem 2011er Silberling eine weitere hervorragende Scheibe der MUGGS vermelden, der reicher Zugang in die CD Sammlungen möglichst vieler Musikfreunde zu vergönnen wäre. Gut Acht von Zehn Pünktchen!

Christian "Grisu" Gerecht, (Artikelliste), 23.05.2011