The Wild Sounds Of The Lords Of Altamont
The Lords Of Altamont
The Wild Sounds Of The Lords Of Altamont, Heavy Psych Sounds, 2017
Jake CavalliereGesang & Orgel
Dani SindacoGitarre & Gesang
Rob ZimmermannBass & Gesang
Steven Van Der WerffSchlagzeug, Tambourine & Gesang
Gastmusiker
Paul RoesslerOrgel & Gesang
Produziert von: Paul Roessler Länge: 32 Min 36 Sek Medium: CD
01. Like A Bird07. Death On The Highway
02. Been Broken08. Fever Fix
03. Going Downtown09. I Said "Hey"
04. Take A Walk (On A Short Pier)10. Can't Lose
05. Evil11. Where Did You Sleep
06. (Ain't No) Revolution

Altamont – selbst als Spätgeborener kennt man den Ort, an dem die Hippie-Bewegung der 1960er Jahre nach Ansicht einiger Musik-Kritiker am 6. Dezember 1969 seine symbolische „Unschuld“ verlor. Denn bei dem als Westküsten-Gegenstück zum Woodstock-Festival veranstalteten Musik-Festival unter anderem mit Ike & Tina Turner, THE GRATEFUL DEAD und JEFFERSON AIRPLANE kamen gleich mehrere Menschen ums Leben, unter ihnen auch Meredith Hunter, der während des Auftritts der ROLLING STONES von einem als Ordner angeheuerten Mitglied der Hells Angels erstochen wurde. An dieses tragische Ereignis erinnern die LORDS OF ALTAMONT in ihrem Namen – zumindest indirekt.

Aber auch musikalisch ist das Quartett mit einer ganzen Menge 60er Jahre Rock-Vibes gesegnet. In ihrem Sound vermischen sich Anteile von Garagen Rock, Punk Rock, ein rockiger Rhythm ‚n‘ Blues und auch Elemente des Glam Rock zu einer hoch-energetischen, eingängigen Musik-Melange, die den Hörer – sofern er sich für treibende Rock-Musik begeistern kann, schon beim ersten Hören mitnehmen auf eine spannende Reise. Und das tun die Amerikaner auf “The Wild Sounds Of The Lords Of Altamont“ nun bereits zum sechsten Mal in voller Albumlänge. Und die beträgt bei elf Liedern immerhin etwas mehr als 32 Minuten.

Damit ist auch klar, dass dieser Rock hier ohne Schnörkel oder Ballast daherkommt, im Songwriting ebenso wenig wie im Sound. Denn dieser Rock hat Dreck unter den Nägeln und daher auch in den Rillen dieser Scheibe. Der Opener Like A Bird und das folgende Been Broken haben dank der eingesetzten Hammond-Sounds etwas von einer punkigen Variante von DEEP PURPLE. Aber aus meiner Sicht geht das Album erst ab Take A Walk (On A Short Pier) (mit Slide-Gitarre und Gang-Vocals) sowie Evil (mit seinem knalligen Rhythmus) erst so richtig ab. Dann lässt die Band dem Hörer eigentlich nur bei Can’t Lose ein wenig Luft zum Durchschnaufen – und auch da eher kurzfristig und kurz vor Toresschluss.

Kurzum: den LORDS OF ALTAMONT ist mit ihrem sechsten Streich, “The Wild Sounds Of The Lords Of Altamont“, ein feines High-Energy-Rock-Album gelungen. Das Werk wird – wie in der Vergangenheit die vorherigen Scheiben auch – die Fans von Bands wie den BACKYARD BABIES bis hin zu den RAMONES ansprechen. Und mit ihrer Musik, die niemals böse oder aggressiv machend wirkt, tragen die LORDS OF ALTAMONT zudem dazu bei, dass Rock-Fans mit dem Namen des Ortes im US-Bundesstaat Kalifornien auch positive Erfahrungen verknüpfen.

Marc Langels, (Artikelliste), 29.09.2017