We The People Of The Soil
The Inspector Cluzo
We The People Of The Soil, Fuckthebassplayer Records, 2018
Laurent LacroutsGuitar, Dobro & Vocals
Mathieu JourdainDrums, Percussion, Piano % Backing Vocals
Gäste:
Charles TreadwayOrgan
Marianne DissardVocals (Track 8)
Tyler BryantGuitar (Track 9)
Eleonore DeningViolin (Tracks 7 & 11)
Cara FoxCello (Tracks 7 & 11)
Produziert von: Vance Powell & The Inspector Cluzo Länge: 39 Min 16 Sek Medium: CD
01. A Man Outstanding In His Fields07. No Deal At The Crossroads
02. The Sand Precher08. The Best
03. Cultural Misunderstanding09. Pressure On Mada Lands
04. Ideologies10. The Globalisation Blues
05. Little Girl & The Whislin' Train11. The Brothers In Ideals
06. We The People Of The Soil

10 Jahre gibt es nun auch schon die selbsternannten „Rockfarmer“ aus der Gascogne im Südwesten Frankreichs. So etwas muss natürlich gebührend gefeiert werden, also haben es sich THE INSPECTOR CLUZO nicht nehmen lassen, auch ihr neuestes Werk „We The People Of The Soil“ in Buchform herauszugeben. Dabei war ihnen wiederum der Comiczeichner Abu behilflich, der für jeden Songtitel eine Illustration beigesteuert hat. Außerdem ist in Frankreich auch eine Biographie namens „Rockfarmers“ erschienen, verfasst von dem bekannten Kulturjournalisten Romain Lejaune. Dort gab es auch dieses Album bereits im Mai, nun kommt die ganze restliche Welt auch in den Genuss.

Und ein Genuss ist es wirklich, wie die beiden Protagonisten Laurent Lacrouts und Mathieu Jourdain Musikalität, Kreativität und aufrechte Haltung unter einen Hut bringen. Der Albumtitel ist in der Formulierung eine Anlehnung an die amerikanische Verfassung und damit in sich ein Statement – gewidmet allen Leuten, die auf den Boden schauen, auf dem sie stehen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, und im Einklang mit der Erde leben. Sie wenden sich gegen die – vor allem in der Landwirtschaft – praktizierte Globalisierung und rufen dem Hörer zu „act locally, think globally“. Sprich: was man bei sich im Kleinen bewirken kann, beeinflusst am Ende auch das große Ganze.

Entsprechend sind die beiden ja auch Meister des Do-It-Yourself, nicht nur Selbstversorger, sondern auch musikalisch autark – und ein Bassist bleibt natürlich weiterhin außen vor. Diesmal haben sie sich allerdings erstmals – quasi auch zum Jubiläum – Vance Powell als Produzenten hinzugezogen, was dem Sound auch spürbar guttut. Alles klingt noch eine Spur direkter, fetter und ausbalancierter, der großzügige Einsatz der Hammondorgel sorgt für eine ordentliche Klangfülle.

Vielleicht ist es auch der Einfluss von Powell oder der Aufnahmeort – nämlich dessen Nashville Studios - der dafür sorgt, dass hier einiges nach etwas düsterem Americana klingt (Little Girl & The Whislin‘ Train, The Best). In andere Momenten lässt man es dafür dann wieder ordentlich scheppern (A Man Outstanding In His Fields, The Sand Preacher oder Pressure On Mada Lands), so dass das Gleichgewicht zwischen Countryklängen und kernigem, hartem Rock gewahrt bleibt. So ist „We The People Of The Soil“ vielleicht das bislang ausgereifteste Album einer fantastischen Band, die sich nicht nur durch ihre Biografie heraushebt, sondern auch musikalisch wie textlich was zu sagen hat.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 13.11.2018