What's The Word
The Fabulous Thunderbirds
What's The Word, Repertoire Records, 2013 (1980)
Jimmie VaughanGuitar
Kim WilsonVocals and Harmonica
Keith FergusonBass
Mike BuckDrums
Fran ChristinaDrums
El Mero GueroVocals on Los Fabulosos Thunderbirds
Produziert von: Denny Bruce Länge: 45 Min 32 Sek Medium: CD
01. Runnin' Shoes10. I'm A Good Man
02. You Ain't Nothin' But Fine11. Dirty Work
03. Low-Down Woman12. That's Enough Of That Stuff
04. Extra JimmiesBonus Tracks:
05. Sugar Coated Love13. Los Fabulosos Thunderbirds
06. Last Call For Alcohol14. Look Watcha Done
07. The Crawl15. Please Don't Lie
08. Jumpin' Bad16. Introduction of Band by C-Boy / Bad Boy (live)
09. Learn To Treat Me Right17. The Crawl (live)

Kein Jahr verging, nachdem THE FABULOUS THUNDERBIRDS 1979 ihr erstes Album veröffentlichten und sie legten mit "What's The Word" nach. Laut Booklet gilt die Scheibe bei vielen Fans als ihr bestes Album und auch ich bin von diesem Album sogar noch mehr angetan als vom Debüt.
Dass man, in gewohnt großzügiger Repertoire-Manier, hier sogar noch zwei Songs mehr spendiert hat, als dem schon um drei Lieder erweiterten Re-Issue von 2000 macht noch etwas glücklicher, aber auch das Ursprungsalbum steckt schon voller Knaller.
Liegt's am erhöhten Boogie-Faktor, der Tour mit Dave Edmunds' ROCKPILE oder an der puristischen Aufnahmeweise, sich im Kreis aufzubauen und einfach abzurocken? Jedenfalls kam von Letzterm der "caveman sound", wie Jimmie Vaughan dem "Guitar Player" Magazin erläuterte.

Jedenfalls klingt bereits Runnin' Shoes sehr ursprünglich und leicht bedrohlich mit seinem hypnotischen Jungle-Beat. Rau sind die Sounds von Gitarre und auch die Blues Harp von Kim Wilson und sein Gesang sind weit "schmutziger" als beim Debüt.
Der flotte Rock'n'Roll You Ain't Nothin' But Fine könnte auch von der britischen BLUES BAND stammen und verbreitet gute Laune, die unglaublich ansteckend wirkt. Simpel aber verdammt gut!
Der Live-Charakter ist hier noch größer als beim ersten Album, was zum Beispiel beim Blues-Boogie Low-Down Woman äußerst deutlich wird. Kann man sich richtig gut vorstellen, wie das in einem Rutsch eingespielt wurde. Rau ist der Sound der Gitarre und auch Kim Wilson klingt mit seiner Blues Harp und seinem Gesang hier deutlich "schmutziger" als auf dem Debüt. Er läuft in dieser Nummer bereits zu großer Form auf, was Jimmie Vaughan beim anschließenden Instrumental Extra Jimmies zu kontern weiß. Erst kürzlich hat Jimmie Vaughan bei Eric Claptons "Crossroads Festival" unter Beweis gestellt, welch herausragender Gitarrist er ist, wenn es um Blues und Anverwandtes geht und das kann eben hier auch hören. Die Band swingt hervorragend und Jimmie brilliert darüber.
Mit Sugar Coated Love folgt ein weiterer 'Dirty Boogie' und mit Last Call For Alcohol ein nicht minder anregender Shuffle. Erneut ein Instrumental, aber wenn selbst mir das gefällt, das will schon was heißen!

The Crawl ist ein weiterer Up-Beat Boogie, der einen nicht lange stillsitzen lässt. Etwas mehr Gebläse darin und man könnte ROOMFUL OF BLUES hinter dieser Nummer vermuten. Bei Learn To Treat Me Right könnte man frühe ROLLING STONES als Referenz anführen, wobei ich zugeben muss: So geil konnte Mick Jagger die Blues Harp nie spielen, obwohl ich ihm da durchaus eine gewisse Klasse zugestehe.
Das Originalalbum endet mit That's Enough Of That Stuff, einem weiteren rauen Boogie, so gut, wie es von Anfang war. Doch hier ist nicht Schluss mit dem "Stoff", sondern zunächst gibt es Los Fabulosus Thunderbirds, das eigentlich mehr ein Instrumental ist, über dem der DJ 'El Merco Guero' in Spanisch über die Band parliert, dem zwei Songs folgen, die für mich keinesfalls Outtakes sind, sondern die absolut mit dem restlichen Material mithalten können. War halt damals nicht so viel Platz auf den schwarzen Rillen.
Live-Atmosphäre gibtís dann mit Bad Boy, vor dem die Band von C-Boy in übelstem Texanisch - und anscheinend mit einem Mund voller Kautabak - angekündigt wird. Dafür rockt die Nummer umso formidabler, bevor THE FABULOUS THUNDERBIRDS demonstrieren, wie ein ohnehin schon geiler Song wie The Crawl live noch ein paar Arschtritte mehr verteilen kann.
Wer sich vom Debütalbum angesprochen fühlte, der wird hier begeistert sein.
Schau' wir mal - in Kürze - was da noch nachkam.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.11.2013