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Farewell I Tour - Live From Melbourne
The Eagles
Farewell I Tour - Live From Melbourne, Eagles Recording Company, 2013
Don HenleyDrums, Percussion, Vocals, Guitar
Glenn FreyGuitar, Vocals, Keyboards
Joe WalshGuitar, Vocals
Timothy B. SchmitBass, Vocals
Steuart SmithGuitars, Vocals
Michael ThompsonKeyboards, Vocals
Will HollisKeyboards, Vocals
Scott CragoDrums
The Mighty HornsHorns
Produziert von: Glenn Frey Länge: 170 Min 00 Sek Medium: DVD
01. The Long Run16. Hole In The World
02. New Kid In Town17. Take It To The Limit
03. Wasted Time18. You Belong To The City
04. Peaceful Easy Feeling19. Walk Away
05. I Can't Tell You Why20. Sunset Grill
06. One Of These Nights21. Life's Been Good
07. One Day At A Time22. Dirty Laundry
08. Lyin' Eyes23. Funk #49
09. The Boys Of Summer24. Heartache Tonight
10. In The City25. Life In The Fast lane
11. Already Gone26. Hotel California
12. Silent Spring27. Rocky Mountain Way
13. Tequila Sunrise28. All She Wants To Do Is Dance
14. Love Will Keep Us Alive29. Take It Easy
15. No More Cloudy Days30. Desperado

Wahnsinn. Unglaublich. Fast zu schön, um wahr zu sein. Eine derartige Perfektion bei einem Live-Konzert trifft man selten an, so dass man fast geneigt ist, eine nachträgliche tontechnische Manipulation im Studio zu vermuten. Da sitzt aber auch jeder Ton, der Gesamtsound bläst absolut bombastisch und transparent durchs Wohnzimmer und vor allem der legendäre EAGLES-Satzgesang glitzert derartig genial und beeindruckend, dass man fast erschauert.

Die EAGLES, die auf eine lange, ruhmreiche Geschichte, die bis in die frühen Siebziger reicht, zurückblicken, zeigen sich bei ihrer australischen "Farewell I" Abschiedsreise aus dem Jahre 2005 von ihrer allerbesten Seite und blättern fast ausschließlich die bekanntesten und beliebtesten Kapitel ihrer Heldensaga auf. Glenn Frey und Don Henley, die zwei Altvorderen, geben im Bonus-Interviewteil freimütig zu, dem Publikum gefallen zu wollen und dem Volk das zu geben, was sie wünschen: die ollen, aber dollen Kamellen. Hit um Hit, Evergreen auf Evergreen.

Hier fehlt es also an nichts. Dieses nun als BluRay wiederveröffentliche Ereignis geht locker als "Greatest Hits"-Compilation durch. Sage und schreibe 30 Songs, vor allem natürlich die Ohrwürmer aus den 70's: One of these nights, Lyin' eyes,Tequila sunrise, New kid in town, Desperado, Take it easy und, ganz klar, der Jahrhundertsong Hotel California, ein Monument, eine Trademark-Komposition, die strahlend hell in der Phalanx der Pop- und Rockgeschichte leuchtet.

Die gewieften Endfünfziger vertrauen 2005 in der Melbourner Rod Laver Arena auf eine ausgeklügelte Dramaturgie, kreieren publikumswirksame Spannungsbögen, die ein ums andere Mal ein breites Lächeln auf die Gesichter aller Anwesenden zaubert. Vor allen Dingen sind es Tausende hingerissener Frauen aller Altersklassen, die immer wieder in kurzen Kameraschwenks eingefangen werden, die ausgelassen mitsingen und tanzen, ihrer Freude ungehemmt Ausdruck verleihen. Die EAGLES vertrauen ganz selbstbewusst auf ihr breit gefächertes Oeuvre aus lieblichen Schmusesongs, pathetischen Balladen, wogenden Schunkelliedern und arschtretenden Rock-Bonbons und beweisen, gerade auch durch ihre gesangliche Vielfältigkeit, mit vier mehr oder weniger gleichberechtigten Leadsängern, dass sie in ihrem Segment ziemlich einzigartig daherkommen.

"Farewell I Tour - Live From Melbourne" darf man wohl ohne Umschweife große Klasse attestieren. Auch wer die EAGLES gerne mal als weichgespülte Tralala-Truppe mit zeitweiligem BEE GEES infiziertem Kuschelfaktor abqualifiziert, muss anerkennen, dass hier mit Henley, Frey, Joe Walsh, Timothy B. Schmit und vor allen Dingen auch dem grandiosen Gastgitarristen Steuart Smith eine Combo zu Werke geht, die trotz aller durchkalkulierten Perfektion allergrößten Respekt verdient. Für Fans absolut unverzichtbar, für alle anderen sicherlich eine passende Gelegenheit die zielstrebige Bühnenarbeit echter Vollprofis zu bestaunen.

Frank Ipach, (Artikelliste), 02.03.2013

Die EAGLES auf Abschiedstour. Nein, nicht gerade eben, sondern das liegt schon ein paar Jährchen zurück, aber nun gibtís diese Geschichte auch auf BlueRay und da können weder Frankie noch ich so ohne Weiteres vorbeigehen. Man fragt sich ja unwillkürlich, ob sich diese - und andere - altgedienten Recken ein Gefallen mit solchen Veröffentlichungen tun, in der messerscharf sezierenden HD-Gegenwart. Da kommen mitunter manche Fältchen in nahezu 3D-Qualität über den Bildschirm. Aber die Jungs waren gut hergerichtet und mit Schminke hat man da z.T. sicher auch nicht gespart. Die Qualität der Bilder ist jedenfalls beeindruckend und schon beim Intro bin ich versucht, den Player hier und da zu stoppen und mich von der Qualität des Bildes, bzw. des gerade gezeigten Motives berauschen zu lassen.
Natürlich gehtís auch bei der Musik nicht ganz ungeschminkt zu und man hat den Sound doch mit reichlich Zusatzmusikern aufgemotzt. Da sind des Öfteren Bläsersätze mit von der Partie, wo früher eine Gitarre einsam kratzte. Auch die Stimmen haben, verständlicherweise, hier und da von ihrer Fülle eingebüßt, aber das tatsächlich nur an wenigen Punkten und wenn die vier verbliebenen "Adler", unterstützt durch ihrer Mitmusiker/-sänger zum gepflegten Harmonie-Formationsflug ansetzten, dann sind da Bruchlandungen ausgeschlossen.

Um solche auszuschließen, hat man wohl den Großteil der kniffligen Gitarrenparts Steuart (der schreibt sich wirklich so!) Smith übertragen. Jedenfalls immer dann, wenn diese zielgenau und sauber kommen müssen. Da können die Herren Frey und Henley im anhängenden Interviewteil gern erzählen, dass Joe Walsh "ihr Lead-Gitarrist" ist. Im Zweifelsfall lässt man den seine Edel-Gitarren vorzeigen und unterstützende Licks spielen, wobei immer dann mehr Stimmung aufkommt, wenn Walsh mal kräftiger mitmischen darf. Ob mit seinem One Day At A Time, womit er sich seiner jahrzehntelangen Alkoholsucht annimmt, oder mit etwas raueren Soli, wie dem zu Already Gone. Walsh ist mit Sicherheit so ziemlich der einzige Gitarrist auf Erden, bei dem man während seiner Soli nicht auf dessen Finger, sondern ins Gesicht schaut. Die Grimassen und sein, vom ewigen Kaugummikauen und die Artikulation erschwerendes, ausgeleiertes Kinn sind jedes Mal zum Schießen komisch. Außerdem wirkt es bei seiner Beteiligung meist nicht so stromlinienförmig, wie oft im ersten Teil der Show, wenn die Frontleute doch öfter sehr angestrengt blicken und darauf bedacht sind, die Songs für diese Show auch filmgerecht rüberzubringen.
Da ist kein Platz für Spontaneität , aber man wird mit tollen Gesangsleistungen entschädigt. Höhepunkte für mich: Timothy B. Schmit in I Can't Tell You Why und die Harmonien in Lyin' Eyes.

Nach der Pause wirdís - für meine Begriffe - erst etwas arg fad. Tequila Sunrise geht noch an, aber dann reihen sich doch ein paar Füller dahinter, die mich die Fernbedienung ergreifen lassen. Erst mit Take It The Limit kommt wieder etwas Schwung ins dahintrudelnde Boot. Selbst das aber gerade noch am, ähm, ja, "Limit" eben.
Einige Solosongs sind im zweiten Teil untergebracht, was leider etwas zu Häufig in die 1980er Jahre, zu Zeiten von "Beverly Hills Cop" und "Miami Vice", führt. Dann schon lieber wieder Walsh - der sowohl mit etwas eigenartiger Bühnengarderobe, wie mit einem Bauhelm mit eingebauter "Helmet Cam" den Kasper macht - mit seinem "modernisierten" Walk Away - noch aus JAMES GANG-Tagen - oder dem Evergreen Rocky Mountain Way. Immerhin gehtís im zweiten Teil etwas lockerer zu und der Zuseher lässt sich etwas vom Spaß auf der Bühne anstecken. Nach all den Jahren ist Hotel California tatsächlich immer noch ein Höhepunkt, während ich mir Heartache Tonight nicht so swingend, sondern etwas rockiger gewünscht hätte.
Nun ja, dem Publikum war's offenbar gerade recht und nachdem die ersten Reihen wohlweißlich überwiegend mit hübschen Mädels besetzt sind, macht mancher Kameraschwenk auch Sinn. Am Sound gibtís so wenig zu kritisieren, wie am Bild, und für ein Peaceful Easy Feeling reicht dieser Abschiedsblick allemal.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.03.2013