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Mr. Mojo Risin': The Story Of L.A. Woman
The Doors
Mr. Mojo Risin': The Story Of L.A. Woman, Eagle Vision, 2011
Jim MorrisonVocals
Robby KriegerGuitar
Ray ManzarekOrgan, Piano
John DensmoreDrums
Jerry SchellBass
Marc BennoRhythm Guitar
Produziert von: Jeffrey Jampol Länge: 103 Min 00 Sek Medium: DVD
IntroCars Hiss By My Window
Early DoorsHaycinth House
The ChangelingClosing Doors
Been Down So Long / The Miami EffectBonus Features:
The Doors WorkshopJohn Densmore on L.A. Woman
Crawling King SnakeRay Manzarek discusses Riders On The Storm
Love Her MadlyThe Doors Guide to L.A.
L.A. WomanThought On Perfoming Live
The WASP (Texas Radio and the Big Beat)Crawling King Snake
Riders On The StormShe Smells So Nice

Erst vor wenigen Tagen hab ich mich mit der Neuauflage von L.A. Woman, dem ebenso genialen wie finalen DOORS-Werk befasst, aber wer hören will, der will auch sehen und schon flattert die DVD "Mr. Mojo Risin': The Story Of L:A. Woman" auf den Bildschirm.
Das ist also die visuelle Untermeldung zu jenem Album, bei dem THE DOORS wieder den Weg zu ihren Blues-, Jazz- und R&B-Wurzeln fanden. Gezwungenermaßen, sozusagen, da Paul Rothchild (Produzent aller vorherigen Alben) keine Lust auf diese Songs verspürte, aber auch weil der Band - insbesondere Sänger Jim Morrison - der Sinn nach den Anfängen ihrer gemeinsamen Laufbahn stand.
Hier wird die Entstehung des Albums und die Umstände drumherum noch einmal wunderschön präsentiert. Man sollte nicht verpassen sich die Bonus Features - oft genug Beiwerk von zweifelhaftem Wert - anzusehen. Wo im Hauptfilm oft nur Platz für ein kurzes Statement bleibt, oder Ausschnitte aus einem Interview, einer Demonstration, kann sich da längeren Ausführungen von, u. a., Ray Manzarek und John Densmore widmen.
Man erlebt regelrecht musikhistorische Situationen mit. Etwa wenn Manazarek. erzählt, wie er dem Bassisten Jerry Schell (seines Zeichens immerhin schon Bassist für Elvis Presley gewesen) den Basslauf von Riders On The Storm beibringen wollte. Was sich mit der linken Hand locker auf den schwarzen und weißen Tasten spielen lässt, wurde für den Presley-Bassisten zur Herausforderung. Die er – wie wir wissen – dennoch mit Bravour meisterte.
Fürderhin ist es faszinierend, wenn Manzarek verdeutlicht, dass und wie sich dieser Song aus Ghostriders In The Sky entwickelt hat.

Auch John Densmore hat zahlreiche Informationen parat und im Laufe der DVD wird vielleicht ein bisschen deutlicher, wie wichtig Densmore für den Stil und die Performance der DOORS war.
Viel dreht sich natürlich um Jim Morrison und die Probleme, die es mit ihm gab, werden nicht ausgespart. Längst war Alkohol zur "Droge" für Morrison geworden und die aufgeschwemmte Erscheinung Morrisons lässt einen kaum vermuten, dass er dennoch mit Disziplin, Ideen und Engagement bei dieser Scheibe dabei war. Sein Betragen auf der Bühne hingegen war immer mehr zur Belastung für die Band geworden. Der "berühmte Miami Effekt", führte denn auch dazu, dass die Band über Monate dazu verdonnert war, nicht touren zu können. Vielleicht zum Vorteil für dieses Album.
Eine ganze Anzahl von Zeit- und Weggenossen kommt zu Worte und verdeutlicht dem Zuschauer sowohl die Umstände zum Album, als auch einiges zum Zeitgeschehen, was einen die Band und insbesondere ihren Lead-Sänger hilft zu verstehen. Es war 1970 und die Rassenunruhen waren auf einem neuen Höhepunkt. Der Krieg in Vietnam war noch brandaktuell und weitere Kriegsschauplätze taten sich auf, etwa in Kambodscha. Dass Morrison da schon mal die Zügel durchgingen und er sein Publikum als "Sklaven", ausgerechnet in seinem Heimatstaat Florida, beschimpfte, die sich endlich ihrer Fesseln entledigen sollten, kann man vor diesem Hintergrund leichter nachvollziehen.

Aber in erster Linie geht’s natürlich um Musik und was sie für die Fans bedeutete, bekommt man am besten aus der Hand - bzw. dem Mund - von Freunden wie Frank Lisciandro, dem Co-Produzenten Bruce Botnick (der einem am Mischpult immer wieder tolle Eindrücke vermittelt!), dem Radio DJ Jim Ladd oder dem DOORS Manager Bill Siddons.
Dazu immer wieder kleine, aktuelle, "Demonstrationen" der Bandmitglieder, wie manches Lick gespielt oder mancher Groove entwickelt wurde. Das macht richtig Spaß und die Spielzeit vergeht in nu. Dazu gibt’s zu den Songausschnitten Bilder aus L.A. Mal bei nächtlichen Autofahrten - es gibt Stimmen die sagen, das wäre die beste Art das Album zu genießen - und historische Bild- und Filmaufnahmen.
Und natürlich wird auch der Titel der DVD beleuchtet: "Mr. Mojo Risin'" ist im Endeffekt nichts anderes als ein Anagramm von Jim Morrison. Der lieferte hier noch einmal eine beeindruckende und mitreißende Leistung ab. Die Suche nach einem neuen Leben endete alsbald mit seinem Tod in der französischen Hauptstadt, aber mit "L.A. Woman" hinterließen er und seine Band ein echtes Meisterwerk. Nach dem Genuss dieser DVD weiß man das noch ein wenig mehr zu würdigen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 26.01.2012