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Live At The Isle Of Wight 1970
The Doors
Live At The Isle Of Wight 1970, Eagle Vision, 2018
Jim MorrisonVocals
Ray ManzarekKeyboards
Robby KriegerGuitar
John DensmoreDrums
Produziert von: John albarian, Jeffrey Jampol Länge: 84 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
DVD + CD:
01. Roadhouse Blues05. When The Music's Over
02. Introduction06. Ship Of Fools
03. Back Door Man07. Light My Fire
04. Break On Through (To The Other Side)08. The End (Medley: Acroos The Sea / Away In India / Crossroads Blues / Wake Up)
DVD - Bonus Feature
"This Is The End" featurette

Das Woodstock-Festival überstrahlt nun einmal alles. Die “Mutter aller Festivals“, könnte man es nennen. Lag und liegt das aber vielleicht daran, dass es die Amerikaner wieder einmal schafften, in Sachen Promotion und Nachverwertung die Nase weiter vorne zu haben?
Immerhin gab es 1970 auf der britischen “Isle Of Wight“ auch ein dreitägiges Festival, auf dem unter anderem THE WHO, TEN YEARS AFTER, Jimi Hendrix, Miles Davis, Joan Baez und, womit wir beim Thema wären, THE DOORS auftraten. Unterlegt mit deren Roadhouse Blues werden wir stimmungsvoll in dieses – letzte, der großen – Festivals herangeführt. Die DVD bringt die typischen Bilder anreisender Hippies und Musikfreaks. Sieht alles nicht viel anders als in Woodstock oder Altamont aus. Zu diesem Zeitpunkt. Die Menschenmenge ist riesig und stellenweise kriegt man was davon mit, dass die “Fans“ sich Zugang verschaffen wollten, ohne Eintritt zu bezahlen. Schließlich gehört, so der weit verbreitete Tenor, die Musik allen! Allerdings standen auch die hohen Ticketpreise in der Kritik.
Nun, die DOORS waren froh ihren Heimatkontinent mal verlassen zu können, denn der berühmte “Zwischenfall“ beim Miami's Dinner Key Auditorium hat zur Absage von 20 Konzerten in den Staaten geführt.
Nun also in England und es ist der 30. August, als die Band nachts um 2 Uhr die Bühne betritt. Davon, dass sie ihre eigene Bühnenbeleuchtung mitbringen sollten, wusste die Band nichts und so war es letztlich ein einzelner roter Scheinwerfer, der diesen Auftritt beleuchtete.

So wurde dieser letzte gefilmte Auftritt der DOORS – es sollten nur zwei weitere Konzerte überhaupt noch folgen, bevor Jim Morrison sich nach Paris verabschiedete – zwar optisch eine leicht düstere Angelegenheit, aber musikalisch waren alle beteiligten in hervorragender Form. Wie eine verschworene Gemeinschaft drängen sich die Vier auf relativ kleinem Raum zusammen.und Robby Krieger demonstriert in Back Door Man bereits eine selten gehörte Fingerfertigkeit. Da hört man bereits, wie gut die Band an diesem Abend – ober besser, in dieser Nacht – drauf ist.
Die Körpersprache Morrisons lässt keine großartigen Emotionen erahnen, das schwelende Gerichtsverfahren wird die Band schon etwas bedrückt haben, aber stimmlich ist er in Bestform. Es gibt so gut wie keine Ansagen, hier spricht nur die Musik für sich. Break On Through kommt richtig druckvoll und faszinierend. Ray Manzarek leitet die Stücke teils mit kleinen Improvisationen ein, so auch When The Music's Over, in dem besonders Morrison zu großer Form aufläuft. Man spürt förmlich, wie ihm das Publikum an den Lippen hängt. Zum Glück setzt keiner die Textzeile “turn out the light“ in die Tat um. Trotz, oder vielleicht gerade wegen, der spärlichen Beleuchtung entwickelt sich hier eine besondere Magie.
Wundervolle Improvisationen durchziehen Ship Of Fools (und Aufnahmen von den ankommenden Fährschiffen...), aber sind natürlich die bekannten Töne aus dem Intro zu Light My Fire, die das Publikum mal richtig von sich hören lassen. Auch hier tolle, psychedelische Solo-Parts, vor allem von Manzarek, aber auch Krieger begeistert mit seinem einzigartigen Gitarrenspiel

Zum finalen The End-Medley, spielt sich die Band nochmals in einen regelrechten Rausch. Dieses “Jam-Verständnis“ untereinander ist schon besonders und auch Morrison “katapultiert“ sich hier in seine beste, von Lyrik durchzogene Bühnenpersönlichkeit. Das ist schon ein “Happening“, was hier abgeht. Ich kann jetzt nicht aus Erfahrung sprechen, aber ein LSD-Rausch ist nichts dagegen. Nehme ich an.
Der Wermutstropfen ist, dass, wenn Jim Morrison zum letzten Mal “this is the end“ singt, sein eigenes Ende in nicht allzu ferner Zukunft lag.
Hier kann man nochmal sehen und hören, was das für eine wirklich geniale Band war. Einen Einblick und einiges an Hintergrundinformationen erhält man in dem zusätzlich enthaltenen “Feature“, in dem der damalige Manager der Band, sowie Jims einstige Bandkollegen Manzarek, Krieger und Densmore. Zweifellos ein historischer Mitschnitt, der trotz der schwachen Beleuchtung und eines, was die Show angeht, eher zurückhaltenden Morrison, ob der musikalischen Performance empfehlenswert ist.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 19.02.2018