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Van Records
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Sandra Ludewig
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Fotos: Sandra Ludewig
The Thousandfold Epicentre
The Devil's Blood
The Thousandfold Epicentre, Van Records, 2011
SL/TDB/Α-ΩGuitars
F/TDB/MOSVocals
u. a.
Länge: 73 Min 59 Sek Medium: CD
01. Unending Singularity07. The Thousandfold Epicentre
02. On The Wings Of Gloria08. Fire Burning
03. Die The Death09. Everlasting Saturnalia
04. Within The Charnel House Of Love10. The Madness Of Serpents
05. Cruel Lover11. Feverdance
06. She

Logo The Devils Blood

Vorweg, wer sich über die kryptischen Kürzel in der Besetzungsliste wundern sollte, dies rührt daher, dass die Band sich absichtlich zurücknimmt und ihre Personen nicht über die Message setzen möchte, sich eher als okkulten Zirkel versteht, die Musik und die Texte als Prophezeiung und die Auftritte als Rituale.
"Wir versuchen ganz bewusst, uns nicht als 'Band' zu präsentieren, denn wir wollen nicht als Menschen, nicht als Individuen gesehen werden. Während wir unsere Musik spielen, sind wir von Satan besessen" beschreibt Bandleader, Songschreiber und Texter "SL" seine Mission. "SL" steht für Selim Lemouchi und das andere Kürzel für seine ältere Schwester Farida, die sich auch "Mouth Of Satan" nennt.

Beide haben vor THE DEVIL'S BLOOD in verschiedenen holländischen Bands recht erfolgreich debütiert (z. B. POWERVICE, RED KING RISING), aber scheinbar erst jetzt ihre wahre Berufung gefunden.
"SL" tut sich nach eigener Angabe auch schwer damit, als Texter der Band bezeichnet zu werden, denn er sieht sich augenscheinlich als eine Art Medium: "Die Worte scheinen einfach durch mich durch zu fließen. Ich muss sie so schnell aufschreiben wie möglich, sonst verliere ich sie. Ich kann also auch nicht genau sagen, wer oder was mich beim 'Verfassen' der Texte beeinflusst hat, denn der größte Einfluss ist Satan."
Alice Cooper hat ähnliche Erfahrungen gemacht, deshalb hat er immer ein Diktiergerät zur Hand, vor allem nachts kommen ihm die besten Einfälle, die er dann sofort auf Band sprechen muss, da er sie am nächsten Morgen sonst wieder vergessen hat.
Ob dies jedoch übernatürlichen Wesen zugeschrieben werden kann, die sich unseres Bewusstseins bemächtigen, um ihre Botschaften zu vermitteln, sei dahin gestellt, als Rockliebhaber sollte man sich einfach an dem Ergebnis dieses kreativen Prozesses erfreuen, denn da hinterlässt wer auch immer durchaus bleibenden Eindruck.

Seit der Debut Single "The Graveyard Shuffle", der EP "Come, Reap" und dem ersten kompletten Album "The Time Of No Time Evermore" überbieten sich die Anhänger in Superlativen, ob das mit Vorschusslorbeeren überhäufte "The Thousandfold Epicentre" der Erwartungshaltung standhalten kann, hängt vermutlich vom Grad der obsessiven Schwärmerei ab.

Das Album schließt mit seinem psychedelischen Classic Rock mit Nuancen von HAWKWIND und MAHOGANY RUSH an sich nahtlos an den Vorgänger an, beschränkt sich dabei allerdings mehr oder weniger auf Altbewährtem und spart nicht mit Referenzen, was sich besonders in dem zum Teil an BLUE ÖYSTER CULT erinnernden Titelsong manifestiert, der dadurch sogar zum Highlight des Albums avanciert, denn der zusätzliche Pomp kann nicht über einige Schwächen im Songwriting hinwegtäuschen.
Trotz überwältigendem Klangspektrum fehlem dem Album überwiegend die griffigen Hooks, faszinierenden Soli und zündenden Riffs, die "The Time Of No Time Evermore" und mehr noch "Come, Reap" auszeichneten, aber ein Jahrhundertwerk schüttelt man schließlich nicht alle Tage aus dem Ärmel und dafür ist "The Thousandfold Epicentre" zumindest nah dran.

Ralf Frank, (Artikelliste), 11.11.2011

Vor gerade einmal drei Jahren erschienen die beiden niederländischen Geschwister wie aus dem Nichts und sorgten bei Fans und Kritikern für fast einhellige Begeisterung mit ihrer Mischung aus Classic Rock und mystisch-satanischen Texten. Zwei EPs und ein Album legten einen vielversprechenden Grundstein auf dem THE DEVIL’S BLOOD nun weiter aufbauen wollen.

Und “The Thousandfold Epicentre“ knüpft in jeglicher Hinsicht an “The Time Of No Time Evermore“ an. Musikalisch bieten die Niederländer wieder eine Mischung aus BLACK SABBATH und JETHRO TULL, die sie mit einer elfenhaft-entrückten Stimme versehen. Das Ganze wirkt dieses Mal vielleicht sogar noch einen Tick eingängiger als bisher mit manchem überraschenden (aber aus meiner Sicht eher verzichtbaren) „la-la-la-la“-Chorus. Zumindest wirkt die Musik weder bedrohlich noch düster, sondern eher wie eine Zeitreise in die 1960er und 1970er Jahre.

THE DEVIL’S BLOOD machen genau das, was sie bisher gemacht haben. Das kann einem als Hörer reichen, muss es aber nicht. Denn leider gibt es kaum spannende Entwicklungen auf der neuen CD oder wirklich überragende Songs, so dass eine Anschaffung nur für bereits existierende Fans wirklich eine Pflicht ist. Mir persönlich haben die bisherigen Veröffentlichungen besser gefallen.

Marc Langels, (Artikelliste), 12.11.2011

Mit Kultbands ist es so eine Sache: Eine eingeschworene Fangemeinde lässt nichts, aber auch gar nichts auf den Act kommen während die breite Masse sich eher achselzuckend über die helle Aufregung wundert. Krass wird es dann, wenn wie im Falle von THE DEVIL'S BLOOD sich die Kollegen vom Rock Hard von der Hysterie anstecken lassen und die Band omnipräsent und mit medialem Overkill als die größte Sensation seit getoastetem Weißbrot angepriesen wird.

Was steckt nun dahinter? Das Vorgängeralbum hab ich genau einmal angehört und fühlte mich dabei ziemlich gelangweilt. Dann verschwand das Teil unter einem Haufen anderer CDs und tauchte seitdem nicht wieder auf.

"The Thousandfold Epicentre" ist ein anderes Schicksal vergönnt. Nicht dass ich jetzt zum hingebungsvollen THE DEVIL'S BLOOD-Jünger mutiert wäre, aber die Scheibe versprüht eine schwer zu beschreibende Faszination. Die Band ist so herrlich anders als der Rest der Szene anno 2011 und stilistisch nur schwer zu kategorisieren.

Natürlich gibt es jede Menge Reminiszenzen an den Hard Rock der Siebziger Jahre, eine ganze Kelle Psychedelic, aber auch einen Hauch Prog und Folk, der bisweilen an MOSTLY AUTUMN oder RITUAL erinnert.

Eins muss man THE DEVIL'S BLOOD lassen. Sie sind, obwohl sie nichts wirklich Neues kredenzen, in der aktuellen Musiklandschaft ziemlich einzigartig und originell. Damit ist auch die Zielgruppe schnell ausgemacht: Wer seine Plattensammlung gerne mit obskuren Bands unterschiedlichster Couleur bereichert, wer das Außergewöhnliche und Originelle fernab von Trends und Mainstream sucht, der sollte neben Geheimtipps wie HEIR APPARENT, GYPSY KYSS, ULVER oder WELTENBRAND auch ein Plätzchen für THE DEVIL'S BLOOD frei machen.

Martin Schneider, (Artikelliste), 30.11.2011