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Protector
The Bullhounds
Protector, Rockbastard, 2014
Erling DaellVocals
Rick RichardsGuitar
Peter StroudGuitar
Mauro MagellanDrums
Keith ChristopherBass
Special Guests:
Tom GrayLap Steel on Mean Mean Girl, Hammond Organ on Moments
Matt WachopePiano on Drunk, Tired & Mean, Hammond Organ on Red Kroovy
Produziert von: Peter Stroud, Mauro Magellan, Jell Bakos and Erling Daell Länge: 45 Min 56 Sek Medium: CD
01. Fugitive07. If You Got No One
02. Make It08. What Makes A Man
03. Little Lady09. Moments
04. Mean Mean Girl10. Star Treatment
05. Cruel11. Drunk, Tired & Mean
06. Born With Nothin'12. Red Kroovy

Klingt doch eigentlich wie der absolute Rock’n’Roll-Traum: 3 x ehemalige GEORGIA SATELLITES plus Peter Stroud, der schon bei Grazien wie Stevie Nicks und Sheryl Crow für die Rauheit an der Sechssaitigen gesorgt hat und dazu eine dänische Plärre, die ins Mikrofon kräht. Aufgenommen innerhalb einer Woche in – ja , wo wohl? – Atlanta, Georgia. Und dann hat auch noch Mr. Rock’n’Roll, Dan Baird, seinen Beitrag geliefert, wenn auch nur als Songschreiber bei einer Nummer. Das geschah bereits um den Jahreswechsel 2011/12 und warum uns so eine Scheibe bisher vorenthalten wurde, ist mir nicht klar, aber nun isse ja da.
“Protector“ nennen die Typen ihr Album, als wären sie die Beschützer und Bewahrer des unverfälschten Rock’n’Roll und so klingt es ja dann auch.

Wenn etwas “so klingt“, dann ist meist eine bekannte australische Band mit vier Buchstaben an der Patenschaft beteiligt und so strotz die Scheibe vor kerniger Riffs, die Rick Richards (Ex-GEORGIA SATELLITES, Izzy Stradlin) und Peter Stroud aus Handgelenk und Gitarrenhals schütteln. Bereits im Fugitive erinnert das Solo stark an den frühen Angus.
Es sei aber auch gleich erwähnt, wo das Manko dieser Scheibe liegt: Der dänische Sänger Erlling Daell ist halt stimmlich recht limitiert und ohne eigene Note. Entsprechend erinnert das dann oft an “Halb-Sänger“ wie genannten Ex-GUNNER Izzy Stradlin - Make It könnte problemlos auf einem von dessen Soloalben vertreten sein – oder AEROSMITH’ Joe Perry.
Rocken tut es trotzdem. Besonders in Boogie-Nummer, wie dem It’s All Over Now-verwandten (STONES, MOLLY HATCHET) Little Lady kommt man gleich in Fahrt. Absätze hart aufs Parkett und den Kronenkorken vom Flaschenhals geschnippt. Rick Richards ist hier in seinem Element und natürlich stammen die Slide-Riffs von ihm. Hätte auch auf “Open All Night“ (GEORGIA SATELLITES) gut gepasst.
Auch Mean Mean Girl hat den SATELLITES-Drive und Richards charakteristische Gitarre und klingt ein bisschen wie eine leicht gebremste, countryrockfizierte Version von Bob Segers Get Out Of Denver.

Richtig geil an frühe, bluesige AC/DC erinnern mich die Gitarren in Born With Nothin. Gehört für mich zu den besten Nummern hier. Leicht schleppend, aber schön dirty.
Für Partystimmung sorgt If You Got No One mit QUO-Drive und –Druck und natürlich denkt man auch oft an Dan Baird. Vor allem in What Makes A Man scheint dieser am Türpfosten zu lehnen, während das von ihm verfasste Star Treatment eher nach Izzy Stradlin und Konsorten klingt. Liegt natürlich auch am Sänger. Deswegen wurde/wird es nichts mit der Supergroup des dirty Rock’n’Roll, aber das sollte Anhänger von allen genannten Interpreten nicht davon abhalten, hier mal reinzuhören und im Laufe der Scheibe gewöhnt man sich auch an den Gesang und Songs wie Drunk, Tired & Mean müssen ja sogar in diesem Hangover-Stil gesungen werden. Ja, ja, Mr. Richards ihre einschlägig bekannte Gitarrenarbeit kommt bei diesem Song schon gut durch.
Angeblich soll es ja sogar eine Tour geben, womit sich die späte Veröffentlichung erklären würde, aber warten wir’s mal ab. Schön – und laut – wär’s sicher.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 19.07.2014