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The Third Floor
The Brew
The Third Floor, Jazzhaus Records, 2011
Jason BarwickGuitars, Vocals
Tim SmithBass, Backing Vocals
Kurtis SmithDrums
Produziert von: Chris West Länge: 46 Min 37 Sek Medium: CD
01. Sirens Of War07. Piper Of Greed
02. Six Dead08. Crimson Crystal Raindrops
03. Reached The Sky09. Hard Times
04. See You Once Again10. Imogen Molly
05. Master And The Puppeteer11. Let It Back
06. The Third Floor

THE BREW haben sich bereits kurz nach ihrem Erscheinen auf der Rock'n'Roll-Bildfläche einen hervorragenden Ruf als Live-Band erspielt und auch auf Tonträger wussten sie zu überzeugen. Hat es womöglich einen gewissen Vorteil, die Kombination aus jungen Schnöseln und älterer, bewährter Reife an der Bassgitarre?
Bei der Danny Bryant's Red Eye Band zupft der Daddy ja auch den Tieftöner und bei TYA, bwz. HUNDRED SEVENTY SPLIT Ö, nun ja, Leo Lyons ist nicht der Vater von Joe Gooch, aber altersmäßig käm's schon hin.
Wie auch immer, THE BREW sind eine verdammt heiße Band und das belegen sie auch mit ihrem neuen Album "The Third Floor". Zu ihren Einflüssen zählen sie sowohl die klassischen Hard Rock Bands der 60er und 79er, als auch neuere Kollegen wie WOLFMOTHER oder KULA SHAKAR. Diese Mischung macht Sinn und kommt. Die Power und Sounds der aktuellen Möglichkeiten paaren sich perfekt mit eingängigeren Gesangsparts. Anfangs schien mir das gar nicht so sehr zu harmonieren, aber bald bin ich von Songs wie Sirens Of War so überzeugt wie gefangen.
Und so geht das auch weiter in Six Dead, welches ich zum absoluten Hit erklären möchte. Geht geil ab, erinnert mich ein bisschen an die großartigen MOTHER TONGUE und natürlich zu einem großen Teil an LED ZEPPELIN, ohne da als Plagiat zu agieren. Das hat schon seinen eigenen Stil und besonders Gitarrist Jason Barwick agiert sowohl geschmackvoll als auch mit gehöriger Power.

Die Vielfalt zeigt sich in Stücken wie Reached The Sky, welches funkig-jazziges Stück beginnt und sich zeitweise in eine Klangorgie im Stile von CRAZY HORSE mausert. Sehr dynamisch und richtig toll gemacht. Also, wenn die das live genauso hinkriegen, dann wird das richtig geil.
Weitere Nahrung für die ZEP-Verwandtschaft gibtís mit dem folkigen See You One Again. Das könnte aber auch sowas von gut auf "III" zu finden sein!
Es wird aber auch wieder moderner, denn bei Master And The Puppeteer vereint sich das Power Trio-Erbe Hendrix'scher Art mit dem Groove der RED HOT CHILI PEPPERS. Geht tierisch ab und kann selbst eingefleischten Nichttänzern Beine machen.
Die Vergleiche sollen natürlich nur immer Anhaltspunkte sein, aber in dem Titelsong treffen sich ein Hendrix-mäßiges Intro mit der Power von LED ZEP und dem Feeling der BLACK CROWES. Eine toll ausbalancierte Nummer, die als Ohrwurm ebenso taugt, wie als Abtanzsong.
Und das trifft auch auf die folgende Nummer zu, während man sich bei Crimson Crystal Raindrops eher dem psychedelischen Background mancher Rock Trios verpflichtet fühlt. Das wummert denn auch sehr schön vor sich hin und blubbert hin und her, wie in einer spätnächtlichen Jam-Session. Allein vom Zuhören wird man etwas benebelt.

Zur Erholung und zum Aufwachen taugt die Akustikgitarre in denn auch bestens und der Song plätschert munter wie ein Gebirgsbächlein die Kehle runter. Natürlich erscheint da gleich wieder die entsprechende Band vor den Augen und so völlig unabsichtlich ist das sicherlich nicht, sonst würde uns Drummer Kurtis Smith nicht am Ende der Scheibe noch einmal den Moby Dick machen.
Davor gibtís noch zweimal ordentlich Power- und Dampfhammer-Rock, mit Blues und Psychedelic-Einflüssen. Die Scheibe ist von Chris West bestens produziert und wer etwas mit genannten Bands anfangen kann, der sollte hier zwingend mal reinhören. Das lohnt sich absolut und man ist so für die im Oktober anstehende Tour gewappnet. Die Soli werden da sicher um einiges länger und man darf sich auf die Shows der Band schon freuen.
THE BREW sind nach wie vor ein hochprozentiges Gebräu.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 21.08.2011