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Live In Europe
The Brew
Live In Europe, Jazzhaus Records, 2012
Jason BarwickVocals, Guitar
Tim SmithBass
Kuris SmithDrums
Produziert von: Chris West Länge: 68 Min 22 Sek Medium: CD
01. Six Dead07. Master And The Pupeteer
02. Sirens Of War08. Imogen Molly
03. Every Gig Has A Neighbour09. Crimson Crystal Raindrops
04. Postcode Hero10. Kam
05. Reached Thy Sky11. A Smile To Lift The Doubt (Drum Solo)
06. Ode To Eugene12. A Million Dead Stars

Das hat man halt davon, wenn man bei der Namensgebung nicht sorgfältig oder ausgefallen genug war. Dann findet sich halt doch andernorts eine Kapelle gleichen Namens. Entsprechend müssen THE BREW inzwischen unter THE BREW UK firmieren, damit Verwechslungen ausgeschlossen sind.
Wenn sie das in irgendeiner Form beeinträchtigt, dann nur dahin, dass es der Band zusätzlich Esprit zu verschaffen scheint. Zu hören auf ihrer neuesten Scheibe, einem Live-Mitschnitt ihrer Europatour aus dem Frühjahr 2012. Trotz eines Einzel-Silberlings streckt sich die Spielzeit immerhin über fast 70 Minuten, was in meiner Jugendzeit locker zum Doppelalbum gereicht hätte. Und genau in jene Zeit der "Live-Doppelalben" passen diese Aufnahmen.
Ich bin regelrecht begeistert von dieser Aufnahme. Zum einen hat man schier perfekt den Pegel gefunden zwischen Publikumsanteil und dem Sound der Band, sodass die Musik richtig "live" rüberkommt. Als wäre man selbst im Konzert. Zum anderen beweist die Band eindrucksvoll, dass sie die Lorbeeren, die ihnen anhand ihrer Studioproduktionen - auch aus unserer Redaktion - verabreicht wurden, hochverdient haben.

Augenblicklich - mit dem ersten Ton von Six Dead - geistern Live-Bilder der Hard Rock und Blues Bands der 1970er vor den Augen des Hörers auf und ab. Könnte nicht auch War Pigs so begonnen haben? Oder irgendeiner der härteren Songs von THE WHO? Das Cover dieser Scheibe - das Booklet lässt sich mit diesem Motiv zum Mini-Poster ausfalten - weckt weitere Assoziationen an diese Rock-Superstars. Herrlich, wie THE BREW - und insbesondere Gitarrist/Sänger Jason Barwick - dem ausschweifenden Blues Rock frönen. Und das sowohl in langen, Jam-artigen Instrumentalpassagen, als auch in griffigen Songs wie Sirens Of War vom letzten Studioalbum "The Third Floor".
Every Gig Has A Neighbour, aber das halt diese Berserker nicht davon ab - oder stachelt sie womöglich noch an? -, stellenweise ganz derb vom Leder zu ziehen. Ob man dabei an Blues Rock Heroen wie Stevie Ray Vaughan denkt, oder mehr an Hard Rock Bands neueren Datums, hängt immer davon ab, wie es THE BREW gerade gefallen. Das kann durchaus mal nach D-A-D klingen, auch mal nach Hendrix oder - auch schon in diesem Zusammenhang oft zitiert - LED ZEPPELIN. So oder so, die Wahnsinns-Energie, mit der die Band agiert, reißt einen unwillkürlich mit.

Besonders gefällt es mir, dass bei den Soli zum Teil Neil Young'sche Auswüchse erreicht werden, aber trotzdem immer mit ordentlich Druck und Power agiert wird, ohne sich in sinnarme Dudeleien zu verlieren.
Auch wie der Funke zwischen Band und Fans hin und her springt, kommt häufig so richtig deutlich durch. Da höre man nur beim längeren Jam-Teil von Ode To Eugene rein. Hat ein bisschen was von TYA, nicht?
Pausen oder Durchhänger sind praktisch nicht vorhanden. Mal wirdís bluesiger, mal rockiger, klingt mal - wie in Crimson Crystal Raindrops - mehr nach AC/DC oder meist eben mehr nach THE WHO, ZEPPELIN, SABBATH oder, wie bei Kam, nach Rory Gallagher - A Million Miles lässt grüßen.
Und das, wie gesagt, hervorragend eingefangen und auf CD gebannt. Wer es nicht schafft, THE BREW auf ihren anstehen Konzerten zu sehen, der werfe diese Scheibe in den Player, drehe ordentlich auf - jedes Album hat einen Nachbarn! - und fühle sich, als wäre nur ein paar Schritte von der Bühne entfernt. Schweißtropfen garantiert!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 27.09.2012