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The Beatles and Esher Demos
The Beatles
The Beatles and Esher Demos, Unviersal Music, 2018 (1968)
John LennonVocals, Guitar, Piano
Paul McCartneyVocals, Bass, Guitar, Piano, Drums
George HarrisonVocals, Guitar
Ringo StarrVocals, Drums
Produziert von: George Martin Länge: 169 Min 09 Sek Medium: CD
Disc One:
01. Back In The U.S.S.R.10. I'm So Tired
02. Dear Prudence11. Blackbird
03. Glass Onion12. Piggies
04. Ob-La-Di, Ob-La-Da13. Rocky Raccoon
05. Wild Honey Pie14. Don't Pass Me By
06. The Continuing Story Of Bungalow Bill15. Why Don't We Do It In The Road
07. While My Guitar Gently Weeps16. I Will
08. Happiness Is A Warm Gun17. Julia
09. Martha My Dear
Disc Two:
01. Birthday08. Revolution 1
02. Yer Blues09. Honey Pie
03. Mother Natur's Son10. Savoy Truffle
04. Everybody's Got Somethin To Hide Except Me And My Monkey11. Cry Baby Cry
05. Sexy Sadie12. Revolution 9
06. Helter Skelter13. Good Night
07. Long, Long, Long
Disc Three - Esher Demos:
01. Back In The U.S.S.R.15. Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey
02. Dear Prudence16. Sexy Sadie
03. Glass Onion17. Revolution
04. Ob-La-Di, Ob-La-Da18. Honey Pie
05. The Continuing Story Of Bungalow Bill19. Cry Baby Cry
06. While My Guitar Gently Weeps20. Sour Milk Sea
07. Happiness Is A Warm Gun21. Junk
08. I'm So Tired22. Child Of Nature
09. Blackbird23. Circles
10. Piggies24. Mean Mr. Mustard
11. Rocky Raccoon25. Polythene Pam
12. Julia26. Not Guilty
13. Yer Blues27. What's The New Mary Jane
14. Mother Natur's Son

Gerade hat John Lennons “Imagine“ einen gewissen medialen Wirbel verursacht, da schwebt die nächste Pilzkopf-Veröffentlichung heran. Diesmal auch mit einem ordentlichen Jubiläum, denn das legendäre “Weiße Album“ - schlichtweg “The Beatles“ betitelt – feiert sein 50. Jubiläum.
Und wir feiern mit.
Wie üblich, gibt‘s da eine Mega-Deluxe-Ausgabe, die gleich 7 Discs enthält, und auch auf Vinyl wächst das einstige Doppelalbum auf vier LPs an. Für den Hausgebrauch tut‘s aber vielleicht auch die 3-Disc-Variante.
Ähnlich wie beim Jubiläum von “Sgt. Pepper“ im Vorjahr, wurde natürlich wieder neu abgemischt und größtmögliche Sorgfalt beim Sound walten lassen. Den Puristen wird da wieder nicht alles recht sein, aber aber ich bin eigentlich sehr zufrieden. Gerade über Kopfhörer tun sich da doch neue Töne und Dynamiken auf.
Die ersten beiden Silberlinge beherbergen das Originalalbum. Was soll man über diesen Meilenstein noch sagen? Bis dato und wahrscheinlich sogar bis heute das vielfältigste Album der Popgeschichte.
Hier gibt‘s praktisch alles: Rock, Folk, Blues, Ragtime, Experimentelles, Heavy Rock… Manches als Wiederauflage, anderes als Wegweiser und Inspiration für künftige Musikgenerationen.

Dass die meisten Songs immer noch unter Lennon/McCartney liefen, war nichts, als die Fortführung einer einstigen Vereinbarung, denn tatsächlich waren hier vier unterschiedliche Charaktere, die jeder sein eigenes Ding durchzogen. Zwar mit der Unterstützung der anderen, aber ansonsten hat hier jeder seine eigenen Songs geschrieben und entsprechend durchgezogen. Ringo Starr, der die Band im Vorfeld verlassen hatte, musste erst zur Rückkehr überredet werden, um die Aufnahmen in Angriff zu nehmen. Womöglich ist die fertige Version von Back In The U.S.S.R. die, auf der noch Paul McCartney Drums spielte.
Dass bei dem ganzen Sammelsurium an unterschiedlichsten Songs einige wirklich fantastische dabei sind, wird oft übersehen. Als da wären Harrisons While My Guitar Gently Weeps, mit Eric Clapton an der Lead-Gitarre, oder Lennons Happiness Is A Warm Gun und sein dynamisches I‘m So Tired, auf der ersten Scheibe. Auch Ringo Starrs stampfendes Don‘t Pass Me By (später auch von den GEORGIA SATELLITES aufgenommen) und McCartneys Fingerstyle-Nummer Blackbird müssen hier genannt werden.

Auf der zweiten das rockende Birthday und Lennons Heavy Blues Yer Blues, das wilde Everybody‘s Got Something Except Me And Monkey klingt hier richtig geil, und auch Johns Abrechnung mit dem Maharishi, Sexy Sadie erstrahlt neu.
Dann natürlich Pauls Helter Skelter, wieder mit seiner herausragenden Rock-Röhre gesungen, Harrisons groovendes Savoy Truffle und natürlich die komplett abgefahrene Sound-Collage Revolution 9. Muss man sich mal über Kopfhörer geben. Eine echte Erfahrung!
Auf dem dritten Silberling finden sich die “Esher Demos“. Die Demos, welche in George Harrisons Haus in Esher aufgenommen wurden und auf der Veröffentlichung die Fans schon lange warten.
Da ein Großteil der Songs ihre Ursprünge auf akustischen Gitarren haben – geschrieben in ihrer “Freizeit“, während sie zur Meditation in Indien waren - , finden sich hier auch ausnahmslos Akustikgitarren-Versionen der bekannten und ein paar anderer Songs.
Auf die Dauer wird das ein wenig Eintönig, aber für den Kenner ist es trotzdem ein Erlebnis, wie sich die Songs in ihrer frühesten Phase anhörten und was dann später aus ihnen geworden ist. Teilweise, wie bei Dear Prudence, klingt das ohne den späteren Bombast viel subtiler und offenbart auch neue Akzente. Manche haben schon ihre spätere Form, andere, wie Happiness Is A Warm Gun haben noch den Jam-Charakter und suchen noch nach dem richtigen Weg. Yer Blues etwa.
Dazu finden sich hier noch Frühformen von Songs, die gar nicht, oder erst später auf Alben gelandet sind. Mean Mr. Mustard und Polythene Pam landeten ja dann auf “Abbey Road“ und Child Of Nature entwickelte sich unverkennbar ein paar Jahre später zu Imagine.
Harrisons Not Guilty fand ja später den Weg auf die 3. Anthology der BEATLES, im Jahr 1996. Es macht also auf jeden Fall auch hier Spaß´, das “Mäuschen“ zu spielen und den vier Liverpoolern mal in einer ganz anderen Atmosphäre zuzuhören. Wer das intensivieren will, der muss sich dann tatsächlich durch die 7-Disc-Box hören und sich durch alle, teils obskuren, Takes der Aufnahmen hören.
Ansonsten hat man mit diese sehr liebevoll und am Original Artwork gehaltenen Dreier-Pack auch ganz sicher seine Freude.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 10.11.2018