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No One Will Ever Know
Sulpher
No One Will Ever Know, SPV, 2018
Rob HollidayGesang & Gitarre
MontiSchlagzeug & Programmierung
Davey BennetBass
Andy SpillaneGitarre
Produziert von: Sulpher Länge: 43 Min 18 Sek Medium: CD
01. No One Will Ever Know06. Didn't Ever
02. Follow You Down07. Nothing At All
03. Used08. Tomorrow
04. You Threw It All Away09. I Fell Through
05. Take A Long Hard Look10. Feels Like The End

Lange Jahre war die Frage, wann denn “Chinese Democracy“ von GUNS ’N’ ROSES erscheinen würde so etwas wie ein Running Gag in Musik-Kreisen. Und tatsächlich fungiert der Titel des Albums auch schon als Synonym für immer wieder verschobene Projekte. Ober-Gunner Axl Rose und seine damals stetig wechselnde Mannschaft brauchten ja auch knapp 14 Jahre, um das Werk endlich in die Läden zu bringen. Aber was würden diejenigen wohl sagen, wenn sie nun über SULPHER sprechen würden? Schließlich brauchte die englische Industrial Metal-Band sogar 17 Jahre, um dem Debüt “Spray“ nun mit “No One Will Ever Know“ einen Nachfolger hinterher zu schieben.

Das bedeutet aber nicht, dass die Band die ganze Zeit an dem Album gearbeitet hätten. Vielmehr verbrachten die Musiker sogar eine ganze Menge Zeit mit anderen Projekten. So war unter anderem Sänger und Gitarrist Rob Holliday als Live-Gitarrist für MARILYN MANSON und THE PRODIGY unterwegs. Und so kam eins zum anderen und schnell waren ein paar Jahre vergangenen. Aber nun hat das Warten ja ein Ende und SULPHER haben wirklich ein wieder sehr gutes Industrial Metal-Album vorgelegt, das stellenweise Parallelen zu FILTER oder auch NINE INCH NAILS aufweist – fürwahr keine so schlechten Referenzen.

Dabei gehen sie sehr abwechslungsreich an die ganze Sache heran. Schon der Opener und Titeltrack zeigt sowohl das Faible für bratende Metal-Gitarren als auch atmosphärische Keyboard-Sounds und ein gutes Gespür für eingängige Gesangs-Melodien. Follow You Down schlägt dann anschließend noch mal die härtere Kerbe, ebenso wie später das fast MINISTRY-ähnliche Take A Long Hard Look. Erstmals bei Used gewinnen die elektronischen Elemente etwas die Oberhand und die Gitarren werden in den Refrain verdrängt. You Threw It All Away dürfte dann die NIN-Fans in wahre Ekstase versetzen und Trent Reznor dazu veranlassen, die Rechte an seinem Sound und musikalischen Ansatz einzufordern. Gleiches gilt dann später auch wieder bei dem überwiegend ruhigen Didn‘t Ever und dem zunächst lässig groovenden Nothing.

Das balladeske Tomorrow läutet dann den Abschluss dieses sehr gelungenen Albums ein. Fell Through zeigt dann noch einmal die sehr düstere und zugleich hymnische Seite der Band. Aber mit Feels Like The End haben SULPHER auch einen sehr ungewöhnlichen Song im Repertoire, der unterschwellig durch das Gitarren-Riff ein gewisses AOR-Feeling verbreitet, obwohl er soundtechnisch komplett anders geartet ist. So rundet die Band das Werk ab. Als Fazit kann man festhalten, dass sich das Warten angesichts der Qualität sicherlich gelohnt hat, auch wenn es ruhig ein paar Jahre weniger hätten sein dürfen, schließlich dauerten die eigentlichen Arbeiten an “No One Will Ever Know“ ja „nur“ sieben Jahre, also weit weg von “Chinese Democracy“-Verhältnissen. Vielleicht beeilen sich die Briten ja beim nächsten Album ein wenig mehr.

Marc Langels, (Artikelliste), 08.09.2018