Stone Temple Pilots
Stone Temple Pilots
Stone Temple Pilots, Warner Music Group, 2018
Jeff GuttGesang
Dean DeLeoGitarre
Robert De LeoBass
Eric KretzSchlagzeug
Produziert von: Stone Temple Pilots Länge: 47 Min 13 Sek Medium: CD
01. Middle Of Nowhere07. Roll Me Under
02. Guilty08. Never Enough
03. Meadow09. The Art Of Letting Go
04. Just A Little Lie10. Finest Hour
05. Six Eight11. Good Shoes
06. Thought She’d Be Mine12. Reds & Blues

Es ist vielleicht die schwierigste aller Fragen für eine erfolgreiche Rock-Band: wie ersetzt man einen ikonischen Sänger und Frontmann? Manche Bands wie etwa AC/DC, BLACK SABBATH oder VAN HALEN konnten diese Frage (mindestens ein Mal) erfolgreich beantworten und feierten zum Teil noch größere Erfolge als zuvor. Andere waren nicht so erfolgreich (was ja nicht immer eine Frage der Qualität war), wie etwa bei MÖTLEY CRÜE, SKID ROW oder VELVET REVOLVER verschwanden ein gutes Stück weit oder sogar ganz vom Radar. Nach dem Tod von Scott Weiland im Dezember 2015 standen auch die STONE TEMPLE PILOTS vor der äußerst schwierigen Situation. Sie entschieden sich für ihr eigenes „Casting“ und fanden dabei Jeff Gutt, der auch schon zwei Mal bei der US-Show „The X-Factor“ mitgemacht hatte und Frontmann der Nu-Metal-Band DRY CELL war.

Mit dem – erneut – unbetitelten/selbstbetitelten Album (das war ja auch schon beim letzten Werk mit Weiland der Fall) legen die Amerikaner nun das erste komplette Lebenszeichen vor (eine erste Single, Meadow, hatte es schon nach der Bekanntgabe von Gutt als neuem Sänger gegeben). Und nicht allzu überraschend hat sich an der musikalischen Ausrichtung der Band rein gar nichts geändert. Schließlich waren ja auch bisher schon die beiden DeLeo-Brüder, Robert (Bass) und Dean (Gitarre), sowie Schlagzeuger Eric Kretz für diese Seite der Band zuständig. Ergo bietet auch das neue Werk wieder eine Mischung aus Alternative Rock und deutlichen Anleihen beim psychedelischen Rock der 60er Jahre.

Photo-Credit: Michelle Shiers; zur Verfügung gestellt von Oktober Promotion

Das Album beginnt dann auch direkt sehr packend und klingt wie in den alten Zeiten im Opener Middle Of Nowhere und dem folgenden Guilty sowie bei dem vorab schon veröffentlichten und schon angesprochenen Meadow. Da kommt schon ein gewisses “Purple“-Feeling wieder auf. Außerdem muss man wirklich sagen, dass Gutt den Sound von Weiland sehr gut hinbekommt. Da sind es nur Nuancen, die den Unterschied ausmachen. Erst bei dem dann folgenden Just A Little Lie hört man deutlichere Differenzen, aber das ist ja auch okay und sicherlich so beabsichtigt. Zumeist aber verwaltet man das riesige Erbe der Band, wie etwa in dem prächtig swingend-rockigen Six Eight und dem donnernd-rollenden Roll Me Under, changiert dann geschickt ruhigere Momente wie in Thought She’d Be Mine oder The Art Of Letting Go ein und schafft ein rundum gelungenes modernes Rock-Album.

Wovon man sich aber ein wenig befreien muss, das ist die Erwartungshaltung oder die Hoffnung, dass die STONE TEMPLE PILOTS mit dem neuen Album an ihre überragenden Klassiker “Core“ oder “Purple“ heranreichen kann - und sicherlich auch das eine oder andere durchschnittliche Stück (aber keinen wirklichen Durchhänger) hat. Aber das ist ihnen ja schließlich auch mit Weiland später immer wieder mal passiert. Aber “Stone Temple Pilots“ macht trotzdem eine ganze Menge Spaß, gerade auch weil „der Neue“ einen wirklich verdammt guten Job macht. Da haben die STONE TEMPLE PILOTS einen wirklich guten Fang gemacht – und die Fans sollten dem jungen Mann wirklich eine Chance geben.

Marc Langels, (Artikelliste), 09.03.2018