Don't Believe What You Think
Stone Diamond
Don't Believe What You Think, Zian Records, 2018
Pete HensenDrums
Cy AlamoutiVocals, Bass
Mark SchäfersGuitars, Vocals
Zaki KiokakisGuitars
Guests:
Ella RowherCello
Sophie MoserViolin
Matthias KraussHammond B-3, Rhodes Piano
Ray LozanoBackings
Produziert von: Cy Alamouti & Ulli Pallemanns Länge: 52 Min 26 Sek Medium: CD
01. Amy Van Dango06. Now & Forever
02. The Art Of Breaking Heart07. No Sleep
03. Mine08. Let's Go
04. 1000 Suns09. Dark Water
05. Endless October10. Misty Eyes

Falls Du denkst eine Band aus Köln am Rhein könne keine wertige und international absolut konkurrenzfähige Pop-Musik machen, dann liegst Du total falsch. Insofern haben die vier pfiffigen Domstädter von STONE DIAMOND die Messlatte mit ihrem augenzwinkernden Albumtitel "Don't Believe What You Think" selbstbewusst und siegesgewiss recht hoch gelegt und bei aller Skepsis dennoch die internationale Qualifikationshöhe locker übersprungen.

Vergegenwärtigt man sich die die musikalische Geschichte der Band, die sich im Jahre 2013 aufmachte, ihr Debütalbum "We Stole The Stars From The Black Night" einzuspielen, um 2014 den Nachfolger "Phoenix" hinterherzuschicken, muss man der inzwischen zum Quartett angewachsenen Truppe einen beachtlichen Reifeprozess attestieren. Was als ambitionierte und recht hart rockende Band begann, sonnt sich nun im satten Licht eines ausgeklügelten, sehr erwachsenen klingenden Pop-Albums, das mit allerlei stilistischen Querverweisen aus den 80s und 90s ein eigenes kleines, aber um so schillernderes Song-Universum erschafft.

Ganz abgesehen vom hohen klanglichen Standard der Platte - die übrigens in den renommierten "Dierks Studios" in Stommeln aufgenommen wurde - reüssieren die vier Herren um den im wahren Leben als Zahnarzt tätigen Songwriter Cyrus Alamouti, mit Titeln die tatsächlich das Potential besitzen, mit stetigem Hören noch weiter zu wachsen. Unwiderstehliche Prachstücke wie das annähernd 7-minütige The Art Of Breaking Heart, das mit seinem komplexen Arrangement und blumigen gesanglichen Überraschungsmomenten den Hörer umgarnt, erinnert nicht zuletzt an "Sowing The Seeds Of Love"-Ära TEARS FOR FEARS und krönt sein Finale mit einem hinreißend ekstatischen Gitarrensolo von Zaki Kiokakis. Mein persönlicher Favorit in Dauerschleife.

Die laszive Amy van Dango eröffnet das Album jedoch mit einem cool groovenden R&B Dancefloor Kracher, der auf angenehme Weise an Neunziger Jahre "Bridges To Babylon"-STONES erinnert. Das liebestolle Mine taumelt zunächst durch eine ziemlich irre Lennon/McCartney Rauchwolke, um sich schließlich mit RADIOHEAD'scher Querulanz zu verabschieden.
Das Wah-Wah Gitarren durchsetzte 1000 Suns vermittelt eine kaum fest zu machende CHEAP TRICK meets PREFAB SPROUT Aura, während das gemächlich schlendernde Endless October mit seinen wundervoll arrangierten Streichern einen leicht vergilbten CROWDED HOUSE meets CRASHTEST DUMMIES Anstrich erhält. Das knackige Now & Forever kokkettiert mit tempo-gedrosselten Learn To Fly FOO FIGHTERS Anleihen. Der ohrwurmige Pop-Song Misty Eyes, der seine Impulse womöglich von einem Mittachtziger Daryl Hall Soloalbum ableitet, beschließt ein hervorragendes, auf hohem Niveau angesiedeltes Rock/Pop-Album, das genüsslich in die Vergangenheit blickt, um unsere Gegenwart erträglicher zu machen. Die Überraschung ist geglückt: Meine Platte des Monats!

Frank Ipach, (Artikelliste), 16.08.2018