Bend With The Wind
Stolen Rhodes
Bend With The Wind, Stolen Rhodes Music, 2016
Matt PillionVocals, Guitar, Sax, Piano
Kevin CunninghamGuitar, Vocals, Dobro
Dan HasseBass, Vocals
Eric SkyeDrums, Vocals
Guests:
Doug GreenVocals (track 10)
Joe LamVocals (track 10)
Produziert von: David Ivory Länge: 43 Min 36 Sek Medium: CD
01. Sunshine Prophet06. Nowhere Fast
02. Good Time Charlie07. Get On Board
03. Devil From Above08. Makin' Money
04. Preacherman09. So Long
05. Save Me10. Rosalita (Come Out Tonight)

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Falls es am Bostoner Berklee College of Music einen Studiengang "Southern Rock" gibt, dann haben Matt Pillion & Co. diesen vermutlich nicht nur belegt, sondern auch mit summa cum laude absolviert.
Das Quartett aus dem Monmouth County, New Jersey fand sich 2008 in der Nähe von Asbury Park zusammen und lebt nun im sog. Delaware Valley, dem Großraum um Philadelphia. Mittlerweile kann die Band bereits auf zwei EPs und einen Longplayer ("From the Dark Side of 88" EP/2009, "Falling Off the Edge" CD/2011, "Slow Horse" EP/2014) zurück blicken und ein weiteres Album steht aktuell in den Startlöchern.

Auch wenn die Band den "BOSS" neben den ALLMAN BROTHERS, STEVIE RAY VAUGHAN, PEARL JAM oder LED ZEPPELIN als wichtigsten Einfluss anführt, ist dieser nicht wörtlich zu nehmen, sondern eher spiritueller Natur, selbst wenn die Band den sog. Asbury Sound mit der Muttermilch aufgesogen hat, wie Kevin Cunningham sich erinnert: "...der Sound war im Trinkwasser...".

Hinter dem Bandnamen versteckt sich übrigens eine skurrile Anekdote wie Kevin Cunningham erzählt. So besaß Matt Pillion ein altes Fender Rhodes Piano, an dem er sehr hing und welches auch für den typischen Sound der Band nicht unwichtig war. Irgendwann wurde es ihm gestohlen und irgendwann hat die Band sich wieder eins "organisiert", ob es sich dabei um das Entwendete oder ein Anderes handelt und wie genau die Umstände waren, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

"Bend With The Wind" bedient den traditionellen Southern Rocker mit einem Gemisch aus späten ALLMANS, frühen SKYNYRDS und erinnert auch ein wenig an die ersten beiden BLACKFOOT Scheiben. Wäre Shorty Medlocke nicht schon längst von uns gegangen, er hätte sich vermutlich zu einem Mundharmonikabeitrag überreden lassen.
Als "Bonus Tracks" beschreibt Pillion Makin' Money und So Long, die live und akustisch mit einem alten Tape Recorder in ihrer Datsche aufgenommen wurden, quasi Lagerfeuerromantik pur. Wenn man allerdings das abschließende Springsteen Cover Rosalita auch als Bonus betrachtet, bleiben letztendlich nur sieben wirklich neue Songs übrig, davon zwei seichte Balladen und der Rest knallt auch nicht wirklich.

Für Fans der MARSHALL TUCKER BAND, CHARLIE DANIELS oder ALLMAN BROTHERS möglicherweise eine Bereicherung der Sammlung, die härtere Fraktion wird hier eher nicht befriedigt. Roots Rocker mit Faible für den "Boss" dürfen aber ruhig auch mal rein hören.

Ralf Frank, (Artikelliste), 04.11.2016